schaubh

SCHAUB, HANS FERDINAND * Frankfurt/M. 22. Sept. 1880 | † Hanstedt (bei Hamburg) 12. Nov. 1965; Musikschriftsteller, Pädagoge, Komponist

Dem Wunsch seiner Eltern, des Kaufmanns Johann Christian Friedrich Schaub und der Klavierlehrerin Marie Wilhelmine Sprenkel (Tochter Ferdinand Sprenkels), folgend, studierte Schaub seit 1896 am Hoch’schen Konservatorium unter Iwan →Knorr (Kontrapunkt, Komp.), Fritz Bassermann (Vl.), Heinrich Gelhaar (Org.) und Johann Naret-Koning (Vl.) mit dem Ziel, Orchestermusiker zu werden. Dabei zeichnete sich eine Vorliebe für das Komponieren ab, die ihn dazu bewog, seine Berufswahl zu überdenken. Bedingt durch die schlechte gesundheitliche Verfassung seines Vaters brach Schaub 1901 sein Studium ab und ließ sich zunächst zwei Jahre in Bingen als Organist und Chorleiter nieder, wo er einen Ernst Ludwig von Hessen gewidmeten Fest-Marsch komponierte, der 1902 von Heinrich Sauer in Kreuznach uraufgeführt wurde. Außerdem bildete er sich bei Arnold →Mendelssohn in Darmstadt weiter. Schaubs Wunsch, bei Engelbert →Humperdinck, dessen Kinder er später unterrichtete, Komposition zu studieren, ließ sich aus finanziellen Gründen erst 1904 nach zweijähriger Lehrtätigkeit am Breslauer Konservatorium umsetzen. Anstellungen als Redakteur der Deutschen Musiker-Zeitung (Berlin) und Lehrer am Benda-Konservatorium in Berlin sowie anschließend seit 1916 als erster Musikkritiker des Hamburgischen Korrespondenten und Lehrer am dortigen Voigt’schen Konservatorium folgten. Inwieweit Schaub seine Positionen nutzte, um nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten, wäre noch zu untersuchen. Dass seine berufliche Laufbahn vom politischen Kurs profitierte, steht hingegen außer Zweifel. In seinen Erinnerungen an meinem sechzigsten Geburtstag (s. Quellen) äußerte er sich: „Daß mein Durchdringen zur Beachtung untrennbar mit dem Deutschland Adolf Hitlers verbunden ist, dessen bin ich mir dankbar bewußt.“ Schaub war seit 1916 in zweiter Ehe verheiratet mit Margreth geb. Gins. Eine nähere Verwandtschaft zum Frankfurter Musiklehrer Simon Schaub bestand nicht.

Werke (Auswahl; s. a. Fuhrmann in ZfM sowie KürschnerDMK) — Fest-Marsch (gr. Orch.) op. 2 (Ernst Ludwig von Hessen gew.; UA Kreuznach 1902 unter Heinrich Sauer), Heilbronn: Schmidt [1911]; D-B – dass. arr. von M. Heidrich (Kl.), ebd. [1911]; D-B, D-Mbs <> Deutsches Matrosenlied (Mch.) op. 3, Berlin: Hansa [1912]: D-B, D-KA <> Capriccio (Vl., Kl.) op. 4, Berlin: Simrock [1912]; D-B, D-Mbs <> Drei Intermezzi (kl. Orch.) op. 5 (UA Stuttgart 1912 unter Max v. Schillings), Berlin: Simrock [1913]; D-B, D-Fh, D-HEms, D-Mbs, D-MZs, D-Sl <> Sechs Lieder (Sst., Kl.; Texte von Margreth Schaub) op. 6, Berlin: Simrock [1918]; D-B <> Orchestersuite aus der Musik zum Märchenspiel Nussknacker und Mäusekönig (gr. Orch.) op. 7, Berlin: Simrock [1922]; D-B <> Vier Lieder (Sst., Kl.) [op. 8], Berlin: Simrock [1924]; D-B <> Abend-Musik (Serenade) (Orch.) [op. 9], Mainz: Schott 1935; D-B, D-F, D-Mbs <> Passacaglia und Fuge (gr. Orch.) op. 10 (UA Berlin 1935 unter Peter Raabe), Leipzig: Leuckart 1936; D-B, D-F, D-Mbs <> Ciaconna (Str.-Orch.; UA Braunschweig 1938), Leipzig: Leuckart 1938; D-B, D-F, D-Hs <> Den Gefallenen. Eine Kantate (Soli, gem. Chor, Orch.), Leipzig: Simrock 1940; D-B, D-Mbs, D-MGu <> Festliches Vorspiel (Orch.) op. 14, Heidelberg: Müller 1941; D-B, D-Hs, D-KA, D-Mbs, D-SPlb – Autograph (dat. 1939) in D-Hs, s. RISMonline <> Ein deutsches Te Deum: Herr, laß uns unsere Wachsamkeit (Soli, Chor, Orch.), Leipzig: Leuckart 1942; D-B, D-LEdb <> Des Weiteren schrieb er zahlreiche Beiträge für die musikalischen und allgemeine Presse.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Frankfurt <> Briefe (u. a. an Engelbert Humperdinck und Friedrich Nicolas Manskopf), s. Kalliope <> Akten (Sammlung Personengeschichte) in D-Fsa <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> MMB <> BakerB <> 66. Deutsches Tonkünstlerfest des „Allgemeinen Deutschen Musikvereins“, in: ZfM Sept. 1935, insb. S. 987–989 <> Heinz Fuhrmann, Wirken und Werken Hans Ferdinand Schaubs. Suite in acht Sätzen über das Porträt eines deutschen Komponisten, in: ZfM Dez. 1938, S. 1305–1313 <> Walther Krüger, Hans F. Schaub als Kompositionslehrer, in: ZfM Dez. 1938, S. 1313f. <> Hans F. Schaub, Erinnerungen an meinem sechzigsten Geburtstag, in: ZfM Sept. 1940, S. 546–548 <> zahlreiche Nennungen in der musikalischen Presse <> MüllerDML; KürschnerDMK

Abbildung: Hans F. Schaub (ZfM Sept. 1935, Digitalisat aus A-Wn)


Kristina Krämer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • schaubh.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/06/28 02:11
  • von kk