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GELHAAR, (GEORG) HEINRICH * Steinau an der Straße 28. Juni 1835 | † Frankfurt/M. 16. Okt. 1907; Organist, Lehrer

Gelhaar, Sohn des Steinauer Rentmeisters und Lehrers Carl Gelhaar, erhielt seine musikalische Ausbildung bei Friedrich Stawitz in Steinau und Georg Appunn in Hanau. Nachdem er sich zehn Jahre lang als Musiklehrer, Organist und Pianist in New York aufgehalten und bei Konzerten u. a. mit Carl Anschuez Bekanntschaft gemacht hatte, studierte er von 1865 bis 1868 am Leipziger Konservatorium Orgelspiel und Komposition. Seine ersten Werke kamen dort zur öffentlichen Aufführung. Anschließend lebte Gelhaar zwei Jahre in Hanau als Organist und Musiklehrer, ehe er nach Frankfurt zog. Zu seiner Tätigkeit als Musiklehrer kam 1878 die Funktion des Organisten an der Paulskirche hinzu, die Gelhaar bis zu seinem Wechsel an die deutschreformierte evangelische Kirche 1890 bekleidete. An letzterer blieb er bis zum Jahr 1907. Überdies lehrte er seit dem Schuljahr 1883/84 am Hoch’schen Konservatorium Orgel- und Klavierspiel, gab Kirchenkonzerte, in denen er als Organist wirkte, leitete den Chorverein (1878–82) und den Bachverein. 1907 erhielt Gelhaar den Titel „königlicher Professor“. Er war verheiratet mit Marie Wilhelmine Agnes Spangenberg.

WerkeAbend-Glocken. Eine Sammlung musikalischer Andachtsstücke zur häuslichen Erbauung (Harm./Org.) op. 1, Frankfurt: Steyl & Thomas [1891]; D-B <> Trauungslied „Gott! Schöpfer! Stifter heil’ger Eh’“ (4st. Knaben-/Frauenchor) op. 2, ebd. [1891]; D-B <> 6 Lieder (Sst. m. Kl.) op. 3, Leipzig: Kahnt [1874]; D-B <> Salvum fac regem Domine (gem. Chor m. Kl. u. Org./Harm.) op. 4 (Part. und St.), Frankfurt: Steyl & Thomas [1897]; D-B <> Das deutsche Lied „Ich dachte Dein, du trautes Heimatstal“ (4 Mst.) op. 6, Leipzig: Leuckart [ca. 1897] <> Präludium G-Dur, in: Orgel-Album. Zu Gunsten des Orgelneubaues zu Schönberg im Taunus, hrsg. von Ludwig Sauer, Leipzig: B&H [1900]; Reprint ebd. 1999 <> Die Verlassene (Sst. m. Kl.), Ms. in D-B – s. RISMonline <> außerdem bekannt durch Aufführungen und Prüfungen während seiner Zeit am Leipziger Konservatorium: Klaviersonate, Kanons, Fugen (1867) <> Streichquartett d-Moll (UA 12.6.1868) <> Salvum fac regem (UA 11.12.1868; ggf. identisch mit op. 4) <> 3 Lieder (UA 8.4.1868) <> Requiem (UA 8.11.1869 anläßl. der jährlichen Gedächtnisfeier für Mendelssohn)

Quellen und Referenzwerke — MMB <> Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt und Hanau <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Prüfungsprotokolle des Leipziger Konservatoriums (A, II.1/3 „Privat-Prüfungen betreffend Ostern 1863 – Michaelis 1876“ in D-LEmh) <> Briefe in D-Bz und D-F <> Emil Kneschke, Das Conservatorium der Musik in Leipzig, Leipzig 1868 <> Zahlreiche Nennungen in der musikalischen und lokalen Presse – u. a. The New York Herald 29. Nov. 1861, 11. Jan. 1863, 15. Juni 1864; NZfM 15. Nov. 1867, 16. Jan. 1880; Musikalisches Wochenblatt (Leipzig) 29. Apr. 1870, 3. März 1871, 19. Mai 1871; Didaskalia (Frankfurt) 29. Apr. 1871; Paulskirchenbote (Frankfurt) Nr. 3, März 1928 <> Ernst Challier, Katalog der Gelegenheits-Musik, Gießen 1897 <> Pazdírek

Literatur – Cahn 1979 <> Strong on Music. The New York Music Scene in the Days of George Templeton Strong, Bd. 3 Repercussions 1857–1862, hrsg. von Vera Brodsky Lawrence, Chicago u. London 1999, S. 462f <> Ann Kersting-Meulemann, Die Musik an der Barfüßer- und Paulskirche, in: Von der Barfüßerkirche zur Paulskirche. Beiträge zur Frankfurter Stadt- und Kirchengeschichte, hrsg. von Roman Fischer, Frankfurt 2000, S. 343–378


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2020/01/04 01:18
  • von kk