appunn

APPUNN (Familie)

(1) Georg (August Ignaz) * Hanau 27. Aug. 1816 | † ebd. 14. Jan. 1885; Akustiker, Orgel- und Instrumentenmacher, Komponist

(2) Anton * Hanau 20. Juni 1839 | † ebd. 13. Jan. 1900; Sohn von (1), Akustiker und Musiker

(3) Heinrich * Hanau 20. Jan. 1870 | † ebd. 6. Sept. 1932; Sohn von (3), Musiker, Pädagoge und Komponist


(1)


Georg Appunn, Sohn eines Hanauer Barbiers, erhielt eine außergewöhnlich umfassende musikalische Ausbildung und war Schüler von Johann Anton André in Offenbach (Tonsatz), in Frankfurt/M. von Franz Xaver →Schnyder von Wartensee (Komposition), Peter Anton Suppus und Aloys →Schmitt (Klavier) sowie in Darmstadt von Johann Christian Heinrich →Rinck (Orgel) und Johann Wilhelm →Mangold (Violoncello). Weiterhin wurde Appunn von Carl Friedrich Helbig in Hanau als Orgelbauer ausgebildet und erhielt Anregungen im Bereich akustisch-physikalischer Experimente von Hermann Helmholtz in Berlin. Nach Konzertreisen als Organist in Deutschland, Frankreich und Russland eröffnete er in Hanau eine Orgelbauwerkstatt und konstruierte eine Reihe von akustischen Apparaturen. 1866 und 1876 hielt er öffentliche Vorträge über akustische Phänomene in Leipzig bzw. London, wobei er seine Geräte vorführte. Zudem war er in Hanau als Musiklehrer tätig wie auch (1861–1865) als Leiter des Oratorienvereins; gelegentlich trat er in der Region auch als Klavierbegleiter auf.

WerkeSchrift: Ueber die Helmholtz’sche Lehre von den Tonempfindungen als Grundlage für die Theorie der Musik, nebst Beschreibung einiger, zum Theil ganz neuer Apparate, welche zur Erläuterung und zum Beweis dieser Theorie geeignet sind, in: Bericht der Wetterauischen Gesellschaft für die gesammte Naturkunde zu Hanau, Hanau 1868, S. 73–90; separat Hanau 1867 <> Musikalische und didaktische Werke: Tonblüthen. Sammlung neuer Divertissements über beliebte Lieder und Opern-Arien (Kl.), Frankfurt/M.: Löhr [um 1845]; A-Sm, D-KWbeer (s. Abb.) <> gem. mit Heinrich Lucan: 25 Original-Compositionen (Sst., Kl.), Hanau: Edler [1847] <> gem. mit H. Lucan: Saitenklänge, 3tes Heft, enth. 30 Original-Compositionen (Sst., Git.), ebd. [1847] <> Belohnung für fleissige Schüler. Auswahl gefälliger Melodien, Opernthemas, Volkslieder in ganz leichtem Style […], Frankfurt/M.: Löhr [um 1850]; D-Mbs (digital) <> Pièces favorites et faciles (Bearbeitungen für Kl., Vl./Vc.) op. 29, Offenbach: André [1860]; D-B, D-OF, GB-Lbl <> Trois Airs variés, très faciles (Kl., Vl./Vc.) op. 30, ebd. [1860]; A-Sm, D-B, D-OF <> Praktische Flötenschule op. 31, ebd. [1883]; D-B, D-HVs, D-OF <> Soirées musicales (Bearbeitungen für Kl., Fl., Vl.) op. 32, ebd. [1883]; D-OF <> Praktische Elementar-Klavierschule, ebd. [1883]; D-B, D-OF <> Lied Das Fischermädchen (Sst., Kl.), Ms. in D-Mbs – Orgel: Hanau, Wallonische Kirche (1878)

Quellen und Referenzwerke — Verlags-Scheine für André in Offenbach; D-OF <> Aschaffenburger Zeitung 3. Aug. 1858 u. ö.; AmZ 14. März 1866, 22. Mai 1867; Didaskalia 6. Juli 1873 <> Kat. André 1900 <> Hanauer Geschichtsblätter 3/4 1919, S. 6–9 (dort weitere Quellen und Lit.)


(2)


Anton Appunn führte die von seinem Vater begonnenen physikalisch-akustischen Arbeiten mit beträchtlicher Intensität in seinem Akustischen Institut fort. Außerdem leitete er seit 1876 (als Nachfolger Heinrich Lucans) den Hanauer Oratorienverein und war zumindest gelegentlich als Organist tätig, so in einem von ihm veranstalteten Konzert auf der von seinem Vater erbauten Orgel in der Wallonischen Kirche; bei dieser Gelegenheit spielte er eine freie Phantasie.

Schriften — s. MGG2P

QuellenSpecialitäten, die in dem akustischen Institut von Anton Appunn in Hanau a. Main […] angefertigt werden 1898/99, o. O. (digital) <> Didaskalia 15. Jan. 1876, 15. Nov. 1878


(3)


Heinrich Appunn studierte Violoncello bei Bernhard Cossmann am Hoch’schen Konservatorium (1884–1892). Als Cellist spielte er im Frankfurter Museumsorchester sowie im Hock-Quartett. Von 1896 bis 1915 erteilte er Cellounterricht an der Frankfurter Musikschule; außerdem gründete Appunn 1905 gemeinsam mit Karl Friedrich Appel (1868–1935) das Hanauer Konservatorium, das er bis zu seinem Tod leitete.

WerkeAm Rhein (4st. Mch.) op. 5, Leipzig: Forberg [1910]; A-Wst, D-B, D-LEdb (spätere Ausg.) <> Ein lustig Liedlein (Mch.) op. 8, ebd. [1911]; D-B <> Serenade (Mch.) op. 9 Nr. 1, Ms. in D-B (s. RISMonline) <> Der Himmel auf Erden (Mch.) op. 9 Nr. 2, Ms. in D-B (s. RISMonline) <> Romanze (Vc., Kl.), op. 10, ebd. [1911]; D-B <> Deutscher Männergesang (Mch.) op. 11, ebd. [1911]; D-B <> Hab’ Sonne im Herzen (Mch.), Frankfurt: Baselt [1911]; D-B

Quellen — Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Frankfurter Musik- und Theaterzeitung 11. Okt. 1907; Neueste Zeitung (Frankfurt/M.) 9. Sept. 1932 (Nachruf) <> MMB <> Art. Appunn, Heinrich in: Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild, Hamburg 1903 (s. Abb.)


Literatur (zu 1–3) — Konstanze Freudenberg (Peter Schmiedel), Art. Appunn, in MGG2P (mit weiteren Literaturangaben)


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/10/08 21:35
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