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LÖHR (Familie)

(1) Joseph Anton * Frankfurt/M. 5. Apr. 1797 | † ebd. 22. Juni 1861; Musikverleger

(2) Georg (Jacob) * Frankfurt/M. 11. Apr. 1805 | † Höchst 22. Juli 1828; Bruder von (1), Musiklehrer und Komponist


(1)


Zunächst war Löhr (wie sein Vater) als Handelsmann in Frankfurt tätig und ist 1828 als Miniatur- und Portraitmaler nachzuweisen. Am 9. Dez. 1830 supplizierte er erfolgreich um die Erlaubnis, eine Musikalien-Verlagshandlung mit angeschlossener Steindruckerei eröffnen zu dürfen; das Unternehmen, dem eine Musikalien-Leihanstalt angeschlossen war, bestand vermutlich bis zu seinem Tod. Löhr, dessen Verlagswerke vergleichsweise selten anzutreffen und (da er nur in der Anfangszeit Anzeigen in der Presse einrückte) bibliographisch schwer greifbar sind, setzte überwiegend auf in Reihen erschienene Klavieradaptionen aus dem überregional bekannten Opernrepertoire sowie auf ebenfalls in Reihen publizierte Klaviermusik beliebter Autoren (Sammlung von Ouverturen aus den neuesten und beliebtesten Opern, Opern-Repertoire. Eine Auswahl der beliebtesten Tonstücke aus älteren und neueren Opern mit Hinweglassung der Worte, Auswahl beliebter Fantasien aus älteren & neueren Opern […] in leichtem Style eingerichtet (Abb. 1 aus D-KWbeer), Museum für Pianoforte. Sammlung gewählter Tondichtungen neuerer Componisten, Pantheon für Pianoforte. Auswahl gefälliger Tonstücke vorzüglicher Componisten zur gesellschaftlichen Unterhaltung, Der elegante Pianofortespieler u. v. m.).

Daneben erschien seit ca. 1832 eine umfangreiche Ausgabe der Klavierwerke Mozarts sowie seit 1834 eine Neue correcte Ausgabe der Klaviersonaten Beethovens und, ebenfalls als Reihe konzipiert, Gewählte Tonstücke für Klavier von Haydn. Ebenfalls in den frühen 1830er Jahren publizierte Löhr eine Reihe Operas de W. A. Mozart arrangés sans paroles pour Piano-Forte (Abb. 2; D-KWbeer). Insgesamt umfasst das Verlagsprogramm Löhrs weit über 900 Nummern.

Quellen — Senatssupplikationen 152/15, Nachlassakten 1861/279 (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt/M.); Auskünfte von Dr. Roman Fischer, Frankfurt/M. <> Ausgaben Löhrs u. a. in A-Sm, D-B, D-Dl, D-F, D-KWbeer und D-Mbs

Literatur — Michael Twyman, Early lithographed music. A study based on the H. Baron Collection, London 1996 <> Kirsten Svenja Bauer, Musikverlage in Frankfurt 1825–1850. Die Programmpolitik Franz Philipp Dunsts und seiner Konkurrenten, Magisterarbeit Mainz 2008 (unveröffentlicht)


(2)


Dem Beispiel seines Vaters folgend absolvierte Löhr zunächst eine Kaufmannslehre, erhielt zudem aber auch Musikunterricht und wurde 1825 „einer der vorzüglichsten“ Schüler des Gitarristen Felix Horetzky (Didaskalia 28. Dez. 1826), der sich (bis Dezember 1825) für etwas mehr als ein Jahr in Frankfurt aufhielt. Ebenfalls 1825 supplizierte Löhr um vorzeitige Erteilung der Volljährigkeit, um sich selbst als Musiklehrer betätigen zu können.

WerkeLa Chasse. Rondeau brillant (Git.) op. 4, Frankfurt: Pichler [1828]; D-F <> weitere Kompositionen sowie Bearbeitungen in Musikalisches Taschenbuch für das Jahr 1827, hrsg. und den Freunden des Guitarrespiels und Gesangs gewidmet von Georg Löhr, ebd. [1827]; D-DÜl, D-F <> Bemerkungen über die neuere Art des Guitarrespiels, in: Didaskalia 6. und 7. Juli 1825

Quellen — Senatssupplikation 199/473 (1825); D-Fsa (freundliche Auskünfte von Dr. Roman Fischer) <> Didaskalia 20. Nov. 1824, 20. Dez. 1825 (Horetzky in Frankfurt), 28. Dez. 1826 (Rezension Musikalisches Taschenbuch)


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/10/08 18:39
  • von kk