thurnc

THURN, CARL * Darmstadt 26. Dez. 1808 | † Friedberg 26. Okt. 1891; Seminarmusiklehrer und Komponist

Nach der Ausbildung bei seinem Vater Georg (1779–1858, Konzertmeister und Stadtorganist in Darmstadt) sowie bei Johann Christian Heinrich →Rinck (Musiktheorie) und Aloys →Schmitt (Violine) hielt sich Thurn mit Unterstützung von Großherzog Ludewig I. 1826 bis 1829 in Wien zu weiteren Studien bei Ignaz von Seyfried auf. Anschließend arbeitete er (von gelegentlicher Tätigkeit als Hofmusikmeister abgesehen) ohne feste Anstellung als Musiklehrer in Darmstadt und stand in engem Kontakt mit Franz Xaver →Schnyder von Wartensee in Frankfurt; die meisten seiner Kompositionen gehören dieser Zeit an. Nachdem Thurn 1837 die Stelle eines Gesanglehrers an der Darmstädter Realschule erhalten hatte, wurde er 1839 als Nachfolger von Peter Müller Musiklehrer am Großherzoglich Hessischen Evangelischen Landesschullehrer-Seminar sowie am evangelischen Predigerseminar in Friedberg; außerdem übernahm er die Leitung der Kirchenmusik an der Burgkirche. Vor dem Hintergrund dieser Tätigkeiten entstanden seine musikpädagogischen Schriften und Choralbücher. Bis in die 1860er Jahre hinein war Thurn, dessen Interessen sich auch auf Naturwissenschaften erstreckten, überdies im öffentlichen Musikleben, u. a. als Chorleiter und Veranstalter mehrerer Musikfeste, aktiv. Nachdem er 1869 zum Professor ernannt worden war, erfolgte 1875 die Versetzung in den Ruhestand; sein Nachfolger in den Friedberger Seminaren wurde Friedrich Link.

WerkeA. Schriften: Praktische Schule für den Volksgesang, Friedberg: Bindernagel, 1845 (bis 1880 24 Aufl.); D-DS, D-MZs <> Leitfaden beim Unterricht in der Theorie der Musik, für seine Schüler bearbeitet, ebd. 1851; D-DS, D-MZs <> zahlreiche (meist anonym erschienene) Beiträge in der Leipziger AmZ sowie im Allgemeinen musikalischen Anzeiger (Wien) <> B. Choralbücher: Die Kirchenmelodien der evangelischen Gemeinden des Großherzogthums Hessen, für 4 Männerstimmen bearbeitet, Friedberg: Bindernagel, 1840 <> Evangelisches Choralbuch für Orgel und Gesang, Friedberg: Nagel 1850 ; D-GI, D-Mbs (digital) – 2r Abdruck, Gießen: Ferber; D-BUDbierwisch (s. Abb.) – 3. Aufl. 1879 <> Quantitirend-rhythmisches Choralbuch, Gießen: Ferber, 1854; D-Bhm, D-F, D-GI, D-MZs <> Melodien aus dem evangelischen Choralbuch für das Großherzogthum Hessen, ebd., 1854; D-GI (2. Aufl. 1879; D-MZs) <> C. Kompositionen: (die in Wien (eine Missa solemnis, 1827) und Darmstadt (Opern, Messen, weitere Vokalwerke, Ouvertüren, Streichquartette) entstandenen Werke blieben ungedruckt und sind nicht erhalten; die übrigen lassen sich vorläufig nur bibliographisch nachweisen): Polonaise (Kl.), Darmstadt: Alisky [1832] <> Rondo (Kl.), Frankfurt: Fischer [ca. 1835] <> Sieben Orgelstücke zum Gebrauch beim öffentlichen Gottesdienste, Frankfurt: Hedler [ca. 1840] <> Acht Gesänge ernsten Inhalts (Mch.), Darmstadt: Pabst [1841] <> Sammlung leichter mehrstimmiger Zwischenspiele zu dem Großherzoglich hessischen Choralbuche von Chr. H. Rinck, Friedberg: Bindernagel, 1840 <> Sammlung von mehrstimmigen Schulliedern, vier Hefte, ebd. [bis 1840]

Quellen und Literatur — Akte Thurn in D-DSsa (D 12, 26/1; digital) <> HmL <> Philipp Peter Crößmann, Denkschrift des evangelischen Prediger-Seminars zu Friedberg für das Jahr 1840, Gießen 1840 (darin S. 239–245 autobiographischer Abriss) <> Karl Schmidt, Thurn, Carl, in: Hessische Biographien, 2. Band, Darmstadt 1927, S. 344–348


Axel Beer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • thurnc.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/05/19 18:14
  • von kk