kaempfert


(1) Max (Ferdinand Gottfried Gustav) * Berlin 3. Jan. 1871 | † Solothurn 2. Juni 1841; Violinist, Dirigent, Komponist

(2) Anna geb. Seyboth * Stuttgart 25. Mai 1877 | † Solothurn 1949; Ehefrau von (1), Sängerin


(1) Dass ein damals 16jähriger Berliner Zimmermannssohn im Oktober 1887 im schwedischen Malmö als Musiker sein Glück suchte und offenbar auch fand, nötigt Erstaunen und Respekt ab, zumal über seine Ausbildung bis dahin nichts bekannt ist. Zumindest für einige Zeit war Max Kaempfert (als Bratschist) Mitglied eines Streichquartetts, trat solistisch als Geiger mit klassischem Repertoire auf sowie wahrscheinlich auch als Kaffeehausmusiker, dessen Kompositionen neben solchen eines Gungl und Suppè erklangen. 1890 wurde er Konzertmeister am Theater in Örebro, wo er zudem privaten Violin- und Viola-Unterricht erteilte, und im Winter 1891/92 hielt er sich in Paris gemeinsam mit einer Gesellschaft schwedischer und norwegischer Künstler und Wissenschaftler auf und nutzte die Gelegenheit, bei Charles Dancla (Violine) und Jules Massenet (Komposition) kurzzeitig Unterricht zu erhalten, über dessen Intensität keine Quellen vorliegen. Vermutlich im Frühjahr 1892 wurde er Mitglied des von Eduard Strauß in Wien geleiteten Strauß-Orchesters; er stieg bis zum Konzertmeister auf und gehörte dem vielfach auf Reisen befindlichen Ensemble noch zu Beginn des Jahres 1893 an, bevor er sich noch einmal vorübergehend (und wohl bis März 1894) in Örebro als Musiklehrer niederließ. Wenig später wurde Kaempfert in München Mitglied des Philharmonischen Orchesters („Kaim-Orchester“) – zunächst als 2. Konzertmeister, wenig später aber auch als stellvertretender Kapellmeister und zeitweiliger Dirigent (seit Ende 1895). Daneben wirkte er bis 1896 im Streichquartett des Primarius Alfred Krasselt, des 1. Konzertmeisters, am zweiten Pult bei kammermusikalischen Darbietungen mit, und im Jan. 1897 gründete er eine Orchesterschule, die „besonders den musicirenden Schülern der hiesigen Gymnasien […] Gelegenheit bieten soll, sich im Zusammenspiel einzuüben“ (Allgemeine Zeitung 18. Jan. 1897). Die Konzertsaison 1898/99 verbrachte Kaempfert, der sich zuvor u. a. um das Amt des Kurkapellmeisters in Teplitz-Schönau beworben hatte, in der Position des Städtischen Kapellmeisters in Eisenach, bevor er im April 1899 erstmals das Orchester der Palmengartengesellschaft in Frankfurt leitete und damit den bisherigen Dirigenten Carl Stix ablöste. Während seiner Frankfurter Zeit (bis 1923), in der er als „außerordentlich beliebt[er]“ Künstler wahrgenommen wurde, der „sich nicht in aristokratischer Reserviertheit gefällt“ (Karl Werner, Max Kaempfert 1907 – dies offenbar als Seitenhieb gegen Willem →Mengelberg), war Kaempfert außerdem kurzzeitig und in der Nachfolge Edmund Parlows Dirigent des Philharmonischen Vereins (1900–1901; ihn löste Ferdinand Bischof ab); er leitete (während der jeweiligen Konzertsaison und unter Beteiligung Frankfurter Musiker) in den Jahren 1902–1906 die Konzerte der Luxemburger Société Philharmonique, gehörte dem Vorstand des 1910 von Ferdinand Meister gegründeten Verbands deutscher Orchester- und Chorleiter an und rief 1912 das Frankfurter Tonkünstler-Orchester ins Leben, das aus Mitgliedern der Palmengarten-Kapelle und weiteren Musikern (u. a. des Wiesbadener Kurorchesters) bestand, durch seine Auftritte „die sozialen Verhältnisse der Orchestermitglieder“ verbessern sowie mit „populären Sinfoniekonzerten“ und niedrigen Eintrittspreisen „auch den Minderbemittelten gestatten [sollte], gute Musik zu hören“ (Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 26. Juni und 30. Sept. 1912) – der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete der Initiative ein frühzeitiges Ende. Dagegen wurde Kaempfert 1915 zum (ersten) Universitätsmusikdirektor der im Oktober 1914 eröffneten (Königlichen) Universität in Frankfurt ernannt. Nachdem die galoppierende Inflation der Tätigkeit des Palmengarten-Orchesters im Laufe des Jahres 1922 ein vorläufiges Ende gesetzt hatte, fand Kaempfert bereits zum 1. März 1923 in der Schweiz eine neue Aufgabe: Er übernahm die Direktion der Stadtmusik in Solothurn, eröffnete dort alsbald eine private Musikschule und wirkte in den Jahren 1930–1937 als Musiklehrer an der Kantonsschule. – Max Kaempfert, der im März 1912 den Titel eines Königlichen Musikdirektors erhalten hatte, war seit 1899 mit Anna geb. Seyboth (2) verheiratet. Hans Schmidt (Schmidt-Lux) widmete ihm 1909 „freundschaftlichst“ seine Frühlings-Symphonei. Eine Verwandtschaft mit Bert Kaempfert (1923–1980) besteht nicht.

Werkea) gedruckt (geordnet nach Erscheinungsjahr): Kaim-Marsch (Kl.; Dr. Franz Kaim gewidmet), ebd. [1895]; D-B, D-Mbs (digital) <> Introduction und Mazurka (Vl., Kl.; Alfred Krasselt gewidmet), Nürnberg: Schmid Nachf. [1895]; D-B, D-Mbs (digital) <> Gambrinus-Marsch (Kl.) op. 5, Berlin: Ries & Erler [1897]; D-B <> Liebesneckereien. Tändelei (Kl.) op. 6, ebd. [1897]; D-B <> Rumänischer Marsch (Kl.) op. 7, ebd. [1897]; D-B <> Steckenpferdchen. Musikalischer Scherz (Streichorch./Kl.) op. 8, ebd. [1897]; D-B <> Spanisch (StreichOrch., Hrf., Kastagnetten, Tamburin bzw. Kl.) op. 9, ebd. [1897]; D-B <> Veilchen-Polka (Kl.) op. 10, ebd. [1898]; D-B <> Storch-Marsch (Kl.) op. 11, ebd. [1898]; D-B <> Unterwegs und daheim. Marsch (Kl.) op. 87, Leipzig: Bosworth & Co. [1900] <> Altdeutscher Marsch (Kl.), Berlin: Apollo [1906]; D-B, D-Mbs <> Rhapsodie No. 2 (Mit Benutzung schwäbischer Volkslieder (Orch.; König Wilhelm II. von Württemberg gewidmet) op. 89, Offenbach: André [1909]; CH-Zz, D-B, D-Mbs, D-OF <> Der Mai. Rhapsodie No. 3 (Mit Benutzung deutscher Volkslieder) (Orch.; Fürst Leopold und Fürstin Berta zur Lippe gewidmet; aufgef. Frankfurt 28. Apr. 1902) op. 90, ebd. [1914]; CH-Zz, D-OF <> Grossherzogin Marie Adelheid-Marsch (Kl.; UA aus Anlass des 20. Geburtstags der Großherzogin auf dem Luxemburger Paradeplatz am 13. Juni 1914), Berlin: Apollo [1914]; D-B <> Maskenzug (Orch./Kl., Kastagnetten), Berlin: Apollo [1914]; D-Dl (Kl.) <> Liselotte. Gavotte (Harm.-Musik), Zürich und Leipzig: Hug [1929]; CH-SO <> Musik zum Märchen „Hänsel und Gretel“ nach den Gebr. Grimm (2 Vl./Vl.-Chor „und Hexenbesen“), ebd. [1929]; A-Sm, CH-Bu, CH-Zz, D-B, D-KNh <> Zwergmusik zu Ernst Kreidolf’s Bilderbuch „Ein Wintermärchen“ (2 Vl./Vl.-Chor, kleine Schellen; KlA.), ebd. [1929]; CH-Bu, CH-SO, D-B, D-KNh <> Die Puppen der kleinen Elisabeth („Puppenmusik“, Vl./Vl.-Chor, Kl.), ebd. [1929]; CH-Bu, D-B <> Märchenmusik zu Gebrüder Grimms Rotkäppchen (2 Vl.); ebd. [1930] <> Ein Johannisnachts-Traum (zu einem Bilderbuch von Wolf Leo Lee; Kinderchor/Fch., Vl./Vl.-Chor, Str.Quint. und Glöckchen (ad lib.)); ebd. [1930]; A-Sm, CH-Bu, CH-SO, D-B, D-Mbs <> Des kleinen Wolfgangs Puppentheater. Suite (Vl./Vl.-Chor, Kl.), ebd. [1930]; CH-Bu, D-B <> 6 kleine Serenaden (Vl./Vl.-Chor, Kl.), ebd. [1930]; A-Sm, CH-Bu, D-B <> Windmühlen-Idyll (Vl./Vl.-Chor, Kl.), ebd. [1930]; CH-Bu, D-B <> Aroza. Intermezzo (Orch./Harm.-Musik), ebd. [1931]; CH-Bu, D-B <> Der Hausfrieden. Suite (Orch.), Konstanz: Bohne [1932]; CH-SO <> Schwäbische Rhapsodie No. 4 „Hie gut Württemberg allewege“ (Orch./Blas-Orch.), ebd. [1934]; A-Iu, CH-SO (Ms.), CZ-Pn, D-B, D-Mbs <> Solothurner Rhapsodie No. 7 (Mit Benutzung Schweizer Volksweisen) (Orch./Blas-Orch.; KlA.), ebd. [1934]; CH-SO (KlA.), D-B <> Alt Bern. Rhapsodie No. 8 (Mit Benutzung von Schweizer Volksweisen) (Orch./Harm.-Musik), Zürich: Hug [1935]; CH-Bu, D-B <> Ein Bergmannsfest. Rhapsodie No. 9 (Mit Benutzung von alten deutschen Bergmannsliedern) (Orch./Salon- bzw. Blas-Orch.), Konstanz: Bohne [1939]; D-B, D-SPl <> b) unveröffentlicht (Auswahl): Romanze für Violine und Orchester (Ms.); F-Pn <> Sei gut. Polka (s. Malmö Annonstidning 13. März 1890) <> Klänge aus dem Norden. Walzer (s. Malmö Annonstidning 15. März 1890) <> Hochzeitsouvertüre 1893 <> Einsamkeit (Orch.; s. Münchener Neueste Nachrichten 4. Nov. 1897) <> San Marino. Marsch (Orch.; s. Kleine Presse 10. Jan. 1914) <> Rhapsodie Nr. 1 (Orch.; s. Kleine Presse 23. Apr. 1914) Orchestersuite Bilder aus dem Palmengarten (UA 7. März 1918; hierzu Karl Holl in der Frankfurter Zeitung 12. März: „mit liebenswürdigem orchestralem [!] Geplauder“) <> Operette Der Schatz des Sultans (Ouvertüre aufgef. Frankfurt Mai 1899) <> Oper Der tote Gast (Vorspiel aufgef. Frankfurt 1914) <> Bearbeitungen (Auswahl): Emil Sulzbach: Sechs Lieder op. 19 (m. Orch.-Begl.), Hannover: Oertel [1899]; D-MZs <> 7 Lieder aus op. 25, 27, 29 und 34 (m. Orch.-Begl.), Frankfurt: Firnberg [1914] <> 4 Lieder aus op. 15, 16 und 24 (m. Orch.-Begl.), Frankfurt: Stamm [1914] <> Volkskinderlieder und Volkskinderspiele zum Singen und Spielen (aus Elisabeth Noack, Mein erstes Singbuch, Berlin: Vieweg 1926) für Kl. m. Text, Berlin: Vieweg 1930; u. a. CH-SO, CH-Zz, D-B <> Halloren-Marsch (mit Benutzung zweier Melodien der Halloren aus dem 15. Jahrhundert) (Salon-Orch./Orch./Kl./weitere Fassungen), Hamburg: Hauer [1903]; CH-Zz (Kl.), D-B (Kl.), D-Mbs (Orch.) <> Björneborgarnes-Marsch (schwedischer Marsch aus dem 30jährigen Kriege) (Orch./Kl./weitere Fassungen), Hamburg: Hauer [1904]; DK-Kk

Quellen — Musikalischer Nachlass in D-F <> Adressbücher Frankfurt <> Briefe s. Kalliope <> Briefe an André in Offenbach (20, 1900–1904); D-OF – Briefe an Breitkopf & Härtel (1907–1910); D-LEsta – Briefe von C. F. Peters in Leipzig an Kaempfert (1911–1913); D-LEsta <> K[arl] Werner, Max Kaempfert, in: Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung 5. Juli 1907, S. [1]–2 <> K[arl] H[oll], Der Musiker Max Kämpfert †, in: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 12. Juni 1941 (2. Morgenblatt) <> Skånska Aftonbladet (Malmö) 12. Okt. 1887, 27. Dez. 1889; Malmö Annonstidning 13. März 1890, 15. März 1890; Örebro Tidning 2. Sept. 1890, 16. Sept. 1890, 18. Nov. 1890, 6. März 1891; Asborga Tidning (Malmö) 3. März 1891; Stockholm Dagblad 18. Dez. 1891; Dagens Nyheter (Stockholm) 17. Dez. 1891, 16. Febr. 1892; Nerikes Alhanda (Örebro) 17. Febr. 1893, 13. März 1894; Münchener Neueste Nachrichten 21. Nov. 1894, 10. März 1895, 22. März 1895, 1. Nov. 1895, 25. Nov. 1895, 11. Apr. 1897, 4. Nov. 1897, 22. Sept. 1898, 2. März 1899 (Verlobungsanzeige) u. ö.; Allgemeine Zeitung 18. Jan. 1897 (betr. Gründung der Münchener Orchesterschule); Prager Tagblatt 4. Sept. 1898; Signale für die musikalische Welt 12. Sept. 1898, 3. Sept. 1913, 10. Juni 1914, 6. Jan. 1915, 4. Aug. 1920, 9. März 1921; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 12. Apr. 1899 (3. Morgenblatt), 25. Mai 1899 (Abendbl.), 13. Juni 1899 (3. Morgenbl.), 24. Jan. 1900 (Abendbl.), 5. Febr. 1902 (2. Morgenbl.), 21. März 1912 (Abendbl.), 26. Apr. 1902 (dto.), 25. Juni 1912 (Abendbl.; Tonkünstler-Konzerte), 30. Sept. 1912 (Abendbl.), 1. Okt. 1912 (dto.), 28. Sept. 1913 (3. Morgenbl.), 5. März 1918 (2. Morgenbl.), 12. März 1918 (Abendbl.), 10. Febr. 1921 (2. Morgenbl.), 16. März 1921 (Abendbl.), 13. Apr. 1922 (Abendbl.), 16. Okt. 1923 (Abendbl.; silbernes Dirigentenjubiläum), 12. Jan. 1931 (Morgenbl.) und passim; Luxemburger Wort 5. Nov. 1903, 25. Juni 1906, 13. Juni 1914, 22. Juli 1940 u. ö.; Luxemburger Zeitung 27. Nov. 1903, 21. Jan. 1904, 7. Febr. 1905, 14. Nov. 1911 u. ö.; Musikalisches Wochenblatt 3. März 1910 u. ö.; Kleine Presse (Frankfurt) 10. Jan. 1914, 23. Apr. 1914, 8. Mai 1914; Frankfurter Universitäts-Zeitung 3. März 1915; Der Bund (Bern) 7. März 1923, 4. Juni 1930; Neue Zürcher Zeitung 12. Aug. 1923, 23. Juni 1930, 31. Jan. 1941 (zum 80. Geburtstag) Berner Tagwacht 8. Dez. 1928, 29. Dez. 1928

Literatur — Jansa 1911; Frank/Altmann 1927; MüllerDML; Riemann 121959 (und Supplement); PriebergH; StiegerO <> Art. Kaempfert, Max, in: Schweizer Musiker-Lexikon. Dictionnaire des Musiciens Suisses, hrsg. von Willi Schuh u. a., Zürich 1964 <> Walter R. Kaempfert [Sohn], Art. Max Kaempfert in: Schaefer 1981


(2) Anna Seyboth wurde in eine musikalisch wie auch naturwissenschaftlich ausgewiesene Familie hineingeboren: Vater Wilhelm Karl (* Schwäbisch Hall 4. Jan. 1841) war königlich württembergischer Hofmusiker und erteilte seinen Kindern zweifellos profunden Unterricht, während Mutter Sofie Mathildes (* Tübingen 23. Okt 1846 | † München 15. Dez. 1930) Vater Christian Gottlob Gmelin (1792–1860) Chemieprofessor an der Tübinger Universität war. In den Jahren 1894–1896 vertiefte Anna Seyboth ihre Fähigkeiten im Gesang und im Klavierspiel am Stuttgarter Konservatorium, und sehr wahrscheinlich war sie es, die ihren kleinen Bruder Paul Seyboth (* Stuttgart 1. März 1888 | † nicht vor 1943) nach München begleitete, wo er 1897 als Violinsolist im ersten Prüfungskonzert der oben erwähnten Max Kaempfertschen Orchesterschule auftrat; er folgte seiner Schwester und dem nachmaligem Schwager Max nach Frankfurt, erhielt 1905 das Mozart-Stipendium und wurde anschließend am Hoch’schen Konservatorium Schüler von Adolf Rebner (Violine), Iwan Knorr (Komposition) und Ernst Engesser (Klavier). Anna Kaempfert trat in Frankfurt erstmals in einem von ihrem Mann geleiteten Konzert im Februar 1902 auf – und zwar nach Ansicht des Berichterstatters „mit solch wohlgeschulter Stimme und bewundernswerthem musicalischem Verständniß, daß wir bedauerten, nicht schon längst ihre Bekanntschaft auf dem Concertpodium gemacht zu haben“ (Frankfurter Zeitung 5. März 1902). In der Folgezeit erlangte Anna Kaempfert als Konzert-, Oratorien- und Liedsängerin einerseits an der Seite ihres Manns in Frankfurt, darüber hinaus aber auch im gesamten deutschsprachigen Raum beträchtliche Bekanntheit aufgrund zahlreicher Auftritte. Erwähnt sei die nicht alltägliche Konzertreise mit Bernhard Sekles als Klavierbegleiter und als Komponist des jüngst erschienenen und von ihr vorgetragenen Liederzyklus op. 15 (Aus dem Schi King), die 1907 von Frankfurt aus über Berlin, Dresden, Leipzig und Köln bis nach München führte; ebenso erwähnt sei ihr Engagement als Solistin bei den von Siegfried Ochs 1914 und 1916 in Wien geleiteten Aufführungen des Konzertvereins. – Anna Kaempert, die seit 1909 den Titel einer Königlich Württembergischen Kammersängerin trug, gehörte seit 1918 als Dozentin für Sologesang den Kollegium des Hoch’schen Konservatorium an; unter ihren zahlreichen Frankfurter Schülerinnen war Ria Ginster. 1923 ließ sie sich gemeinsam mit ihrem Mann in Solothurn nieder. Bernhard Sekles widmete ihr 1915 seine Drei Lieder op. 24. Ihre Schwester Sophie (* Stuttgart 29. Dez. 1883) war in den Jahren 1910–1914 (zweite) Ehefrau von Hermann Zilcher.

Quellen (s. a. unter (1)) — KB Stuttgart (ev.) <> Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 5. März 1902 (2. Morgenblatt), 24. Febr. 1923 (Abendbl.) und passim; Musikalisches Wochenblatt 24. Jan. 1907, 2. Jan. 1908, 1. Apr. 1904, 20. Febr. 1910 u. ö.; Berliner Tagblatt 8. Sept. 1907; Dresdner Journal 30. Sept. 1907, Kölnische Zeitung 20. Okt. 1907, 22. Okt. 1907; Leipziger Tagblatt 17. Nov. 1907; Allgemeine Zeitung (München) 28. Dez. 1907; Gießener Anzeiger 3. Febr. 1908; Neues Tagblatt (Stuttgart) 11. Juni 1909; Neues Wiener Tagblatt 31. Dez. 1913, 25. März 1916; Münchener Neueste Nachrichten 17. Dez. 1930; zahlreiche weitere Notizen und Berichte in der deutschen, österreichischen und schweizerischen Lokalpresse sowie in Fachzeitschriften <> (zu Paul Seyboth:) Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums; Münchener Neueste Nachrichten 13. Mai 1898, 28. Okt. 1901, 22. Jan. 1902, 29. Jan. 1906, 13. Jan. 1908


Abbildung 1: Max Kaempfert nach einer Photographie; Jansa 1911

Abbildung 2: Titel der 3. Rhapsodie Der Mai, als op. 90 1914 bei André in Offenbach erschienen; D-OF

Abbildung 3: Namenszug Kaempferts unter dem mit André geschlossenen Verlagsvertrag über die Rhapsodie Der Mai (2. Juli 1913); D-OF

Abbildung 4: Anna Kaempfert nach einer Photographie; Jansa 1911


Axel Beer

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