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ANTON, JOHANN DANIEL * Darmstadt 24. Apr. 1801 | † ebd. 28. Juni 1853; Musiker, Komponist, Dichter, Schriftsteller

Zunächst den Lebensweg seines Vaters, des Darmstädter Hofmusikus (Johann) Ludwig Anton, einschlagend, wurde Anton 1823 als Violinist in die Hofkapelle aufgenommen, 1842 zum Kammermusikus und 1849 zum Hofkonzertmeister erhoben. Weiterhin war er in Darmstadt Stadtkantor sowie ggf. Gesanglehrer der Bürgerschulen (vgl. Scriba). 1842 gründete er den Darmstädter Sängerkranz, den er bis 1850 leitete. Anton arbeitete auch mit dem Schott-Verlag zusammen – als Übersetzer zahlreicher Opernlibretti und Gesänge, als Herausgeber der musikalischen Unterhaltungsblätter Der Minnesänger (1834–38) und Der Gesellschafter (1837–38) und anschließend als Mitarbeiter der Zeitschrift Caecilia. Er verfasste eigene Bühnenwerke, die in Darmstadt zur Aufführung gelangten. Ob die unter dem Namen „Elias Streff“ verfassten Werke und literarischen Beiträge ebenfalls ihm zuzuschreiben sind (vgl. Scriba), ist fraglich. Anton war seit 1828 verheiratet mit Friederike Charlotte Dietz, der Tochter des Hoforgelbauers Philipp Gottlieb Dietz. Der Sohn Conrad Anton wurde ebenfalls Hofmusikus.

Werke1. Kompositionen: Favorit-Walzer aus dem Liederspiel: Der junge Feldherr (Kl.), Mainz: Schott [1834]; D-Mbs (digital) <> Les Cloches. Walse (Kl.), Mainz: Schott [1834]; D-Mbs (digital, s. Abb.) <> Die eilende Zeit (Sst. m. Kl./Git.), Mainz: Schott [1837] (erschien auch im Minnesänger); D-B, D-Mbs <> Am Anfange des Jahres (Sst. m. Kl./Git.), Mainz: Schott [1837] (erschien auch im Minnesänger); D-B <> Trost (Sst. m. Kl./Git.), Mainz: Schott [1837] (erschien auch im Minnesänger); D-B <> gemeinsam mit Julius Benedict: Grand Duo brillant sur de Motifs du Postillon de Lonjumeau (Kl., Vl.), Mainz: Schott [1839] <> Die Choräle des Großh. Hess. Gesangbuchs für 3 Sopranstimmen, Darmstadt: Diehl [1843] <> Variationen und Bolero über ein Savoyer Alpenlied (Vl.; aufgef. Darmstadt 11. Dez. 1846) <> 2. Libretti: Die Ehrenpforte. Ländliches Singspiel in einem Aufzuge. Ein heiterer Beitrag zur Freude aller Hessen über die Vermählung Seiner Hoheit des Herrn Erbgroßherzogs Ludwig von Hessen und bei Rhein mit Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Mathilde von Baiern, Musik von Carl Thurn, Darmstadt: s. n. 1833; D-F <> Bertha oder die einsame Burg, Historisch-romantische Oper in 3 Aufzügen nach einer deutschen Volkssage [ca. 1838]; verschollen (Bespr. in AmZ 5. Sept. 1838) <> Die Verbannten oder die Rumney-Höhle, Opera semiseria in 3 Aufzügen [ca. 1838]; verschollen (Bespr. ebd.) <> 3. Schauspiele: Der Sturm von Ufa, Metrisches Trauerspiel in 4 Akten, abgedruckt in: Taschenbuch für die Freunde des hiesigen Hof-Opern-Theaters hrsg. von J. K. Hainzfeld, Darmstadt 1829, S. 49–161 (digital) <> Herz und Verstand, Lustspiel in 3 Akten (EA Darmstadt 3. Mai 1831) <> Das Laternenmännchen, oder der blinde Führer durch Darmstadt, Darmstadt: Pabst [1836]; D-DS, D-MZs <> Beethovens Todenfeier [1836] <> Der Halbeportionen-Streit in Darmstadt, Episches Gedicht in 4 Gesängen, Darmstadt: Pabst [1837]; D-DS <> Die Häßliche Fremde, Posse in 1 Akt (EA Darmstadt 25. Apr. 1838) <> Das Lied vom Ludwigsbade in Darmstadt (2 A.; nach Schillers Lied von der Glocke), Darmstadt 1839 <> 4. Bearbeitungen/Übersetzungen (an dieser Stelle nur Digitalisate der Libretti, keine Ex. nachgewiesen, da der Text in verschiedenen Publikationsformen überliefert ist) a. Opern: Ferdinand Hérold, Das Heilmittel, Mainz: Schott (1833) (Libretto D-Mbs, digital) <> Michele Carafa, Der Kerker zu Edinburg, Mainz: Schott (1833) (Libretto US-Wc, digital) <> Marco Aurelio Marliani, Der Bravo, Mainz: Schott (1834) (Libretto US-Wc, digital) <> José Melchior Gomis, Das Gespenst, Mainz: Schott (1834) (Libretto D-Mbs, digital) <> Die Guerillas (Neuvertextung zu Mozarts Cosí fan tutte), (angez. 1834; EA FfM 11. Dez. 1837), Darmstadt: Göbel 1838 (digital) <> Antoine-Louis Clapisson, Die Figurantin, oder Liebe und Tanz, Mainz: Schott [1838/39] (Libretto D-Mbs, digital) <> Gaetano Donizetti, Die Favoritin (EA Darmstadt 17. Okt. 1841), Karlsruhe: Macklot (1855) (Libretto US-Wc, digital) <> b. Schauspiele: Lockroy, Der Zweikampf unter dem Cardinal Richelieu (EA Darmstadt 22. Dez. 1840) <> c. Lehrwerke: Pierre Baillot, L’Art du Violon, nouvelle methode, Mainz: Schott [1835/36] (D-Tu, digital) <> 5. Herausgaben (darin jeweils auch Kompositionen Antons): Der Minnesänger. Musikalische Unterhaltungsblätter, Mainz: Schott (5 Jge., 1834–38) (D-Mbs, 3. Jg. digital, s. Abb.) <> Der Gesellschafter. Musikalische Unterhaltungsblätter, Mainz: Schott (2 Jge., 1837–38) <> 6. Schriften: Der Violinvirtuose Fr. Prume in Darmstadt, in Caecilia Bd. 20 (1839), S. 272ff. <> Übersetzungen der Texte zahlreicher kleiner Musikstücke (zumeist erschienen bei Schott)

Quellen und Referenzwerke — MMB <> KB Darmstadt <> Adressbücher Darmstadt <> Akten in D-DSsa (Bestand D 8 Nr. 34/7 und 34/8; Bestand G 18 Nr. 8/9) <> Zahlreiche Nennungen in der regionalen und musikalischen Presse – u. a. Didaskalia (Frankfurt) 28. Juli 1829, 11. Okt. 1839, 5. Juli 1843, 26. Aug. 1843, 30. Apr. 1844; AmZ 12. Febr. 1834, 22. Apr. 1835, 2. Sept. 1835, 28. Okt. 1835, 12. Apr. 1837, 5. Sept. 1838, 12. Juni 1839; Intelligenzblatt zur AmZ, Nr. 7, Mai 1834; Anzeigen und Rezensionen in Caecilia (Mainz) und ebd. Bd. 20, Heft 80, S. 268–271 Nekrolog für den Minnesänger und den Gesellschafter <> Art. Anton, in Biographisch-literärisches Lexikon der Schriftsteller des Großherzogthums Hessen im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Heinrich Eduard Scriba, Bd. 2, Darmstadt 1843 <> GollmickH <> Pasqué 1868 <> Die Musikalien der großherzoglichen Hofbibliothek in Darmstadt, Darmstadt 1874, S. 5 <> Ferdinand Dieffenbach, Das Großherzogthum Hessen in Vergangenheit und Gegenwart, Darmstadt 1877, S. 529 <> Wilhelm Freystätter, Die musikalischen Zeitschriften seit ihrer Entstehung bis zur Gegenwart, München 1884 <> Knispel 1891 <> Quartalblätter des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, 1909, Bd. 4 Nr. 13, S. 357f.

Literatur — Kramer 2008


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2020/07/08 13:12
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