toemlich


(1) (Carl) Gustav * Meuselwitz 4. Mai 1835 | † Homburg vor der Höhe 12. Sept. 1911; Kapellmeister, Violinist

(2) (Emilia Maria) Mathilde verh. Schuberg * Homburg v. d. Höhe 1. Jan. 1868 | † Hamburg-Eppendorf 14. Nov. 1925; Tochter von (1), Gesangspädagogin

(3) (Friedrich) Richard * Homburg v. d. Höhe 8. Apr. 1872 | † Schloss Talheim (Heilbronn) 1952; Sohn von (1), Sänger und Gesangspädagoge


(1) Über die Jugend und musikalische Ausbildung Gustav Tömlichs, Sohn des Arztes Dr. August Tömlich in Meuselwitz, ist vorerst nichts bekannt. Spätestens seit Beginn der 1860er lebte er in Homburg vor der Höhe, wo er 1863 Emilie geb. Westerfeld (* Homburg um 1845 | † ebd. 10. Mai 1920), die Tochter des landgräflichen Bauinspektors Jakob W. ehelichte. Seit 1867 führten sie die Maison Tömlich (ab 1884 Haus Tömlich) und beherbergten dort zahlreiche Kurgäste (darunter 1884 für einige Tage Hugo →Heermann samt Familie und Dienerschaft sowie 1889 Wilhelm Hill und dessen Gattin). Darüber hinaus war Tömlich Konzertmeister des Homburger Kurorchesters und beteiligte sich solistisch wie auch im Trio oder Quartett bei etlichen Konzerten. Nach dem Tod Gustav Adolf Härtels im Jahr 1876 (oder womöglich bereits 1874) übernahm er von diesem die Leitung der städtischen Theater- und Kurkapelle, die er bis 1894 innehatte und anschließend an Iwan →Schulz übergab. Während der Kursaison spielte die Kapelle dreimal täglich und gab wöchentliche Symphoniekonzerte, in deren Rahmen u. a. Werke von Max Bruch, Anton Eberhardt, Max Löwengard und Georg Vierling erklangen. Einem Korrespondenzbericht zufolge (Muscal Times, s. Quellen) schätzte Tömlich das Repertoire des Kurorchesters auf etwa 4.000 Werke. Eigene Kompositionen befanden sich darunter wohl nur spärlich; hingegen weisen Vermerke auf den Autographen von Heinrich Henkels opp. 34 und 40 (s. RISMonline) auf deren Verwendung in Homburg hin; Notenabschriften aus dem Gebrauch der Kapelle sind in D-BDHsta erhalten. 1882 erhielt Tömlich das silberne, 1890 das goldene Verdienstkreuz des Hausordens der Wendischen Krone.

WerkePrince of Wales-Marsch mit Benutzung eines engl. Liedes (Kl.), Frankfurt: Henkel [1884] <> Milly-Polka (Kl.), Offenbach: André (in Kommission); D-Dl

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Homburg v. d. Höhe <> Akten zur Kurmusik in D-BDHsta <> Ferdinandstraße 22, Hauptgebäude [i. e. Maison Tömlich], in: Digitales Gebäudebuch Bad Homburg (online) <> MMB <> William Mathews, Men, Places and Things, Chicago 1887, S. 218–230 <> Süddeutsche Musik-Zeitung 2. Aug. 1869; Neue Berliner Musikzeitung 30. Sept. 1875; Didaskalia 3. Dez. 1876, 9. Dez. 1876; Wiener Signale 9. Nov. 1878; NZfM 7. März 1879, 5. Dez. 1879, 20. Aug. 1880, 6. Okt. 1882, 2. Jan. 1883, 16. März 1883, 5. Sept. 1884, 23. Jan. 1885, 26. Nov. 1886, 20. Juni 1888; Musikalisches Wochenblatt 26. Okt. 1877, 9. Mai 1879, 5. Okt. 1882, 9. Dez. 1886, 24. Febr. 1887, 25. Sept. 1890; Signale für die Musikalische Welt Nr. 48 (Sept.) 1882, Nr. 3 (Jan.) 1888; The Muscial Times 1. Juni 1889; Kreis-Zeitung für den Obertaunus-Kreis 1. Apr. 1915, 9. Apr. 1918, 10. Sept. 1918

Abbildung 1: Kapellmeister Tömlich, Karikatur gez. C. Flessler[?]; Stadtarchiv Bad-Homburg (mit freundlicher Genehmigung)


(2) Mathilde Tömlich studierte, nachdem sie in Homburg bereits ersten Klavier- und Theorieunterricht durch den Lehrer und Dirigenten Wilhelm Schmitt-Hartlieb (ca. 1839–1921) erhalten hatte, von 1883 bis 1885 in Frankfurt/M. am Raff-Konservatorium bei Max Fleisch Gesang sowie Schauspiel bei Paul Zademak und Klavier bei Georg Adler. Anschließend führte sie ihre Gesangsausbildung bei Marie Schröder-Hanfstängl in Frankfurt und Francesco Lamperti in Mailand fort. 1889 heiratete Tömlich den Karlsruher Arzt August Schuberg (einer der Trauzeugen war der Darmstädter Musikdirektor Philipp Karl Schmitt), die Wege beider trennten sich jedoch spätestens um 1905 wieder – sie war fortan in Frankfurt als Gesangspädagogin tätig – und die Scheidung erfolgte 1911. Die gemeinsame Tochter Erna (Mathilde Helene) (* Karlsruhe 17. Sept. 1890 | † nach 1929) besuchte das Karlsruher Konservatorium und unterrichtete bis 1924 an der Gesangsschule ihrer Mutter, bevor sie eigene Schulen in Hamburg und Lübeck gründete. Sie war in erster Ehe mit dem Pastor Ernst Adolf Hermann Runze (Heirat Frankfurt/M. 7. Aug. 1917) und in zweiter Ehe mit dem Hamburger Kapellmeister Friedrich Gille verheiratet.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Homburg v. d. Höhe, Frankfurt/M. <> Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Raff-Konservatoriums <> Frankfurter Musik- und Theaterzeitung 24. Nov. 1907; Frankfurter Sänger-Zeitung 1. Okt. 1909, 1. Nov. 1909 <> Art. Gille-Schuberg, Erna, in: MüllerDML

Abbildung 2: Frau Dr. Schuberg (Frankfurter Sänger-Zeitung 1. Nov. 1909)


(3) Richard Tömlich erhielt wohl zunächst eine kaufmännische Ausbildung und war 1898 in Frankfurt/M. in diesem Metier tätig, muss aber bereits eine sängerische Grundbildung besessen haben, als er in diesem Jahr seine Gesangsstudien am Hoch’schen Konservatorium bei Eduard →Bellwidt aufnahm (bis 1899/1900), die Sängerin Elise (gen. „Lucie“) geb. Behn (* Wien 11. Nov. 1871 | † nach 1931; 1891/92 Schülerin des Kons., aus Homburg kommend) heiratete und gemeinsam mit dieser bei einem Konzert in Bern mitwirkte. Gegen 1902 verlegte das Ehepaar seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin, wo Tömlich sich als Konzert- und Opernsänger wie auch als Lehrer an der Chorschule der Königlichen Oper nun ausschließlich der Musik widmete. Nach der Scheidung im Jahr 1910 war er längere Zeit in München und Köln tätig und heiratete 1914 in (Hamburg-) Wandsbek die Konzertsängerin Anna Elise Caroline (gen. „Anny“) geb. Groth (* Hamburg 28. Mai 1879 | † Berlin-Wittenau 17. Okt. 1948). Beide lebten seit etwa 1925 bis mind. 1942 als Gesangspädagogen in Berlin.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Frankfurt, Wandsbek, Berlin-Wittenau <> Briefe s. Kalliope <> Adressbücher Frankfurt, Berlin <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Intelligenzblatt und Berner Stadtblatt 22. Juli 1898; Signale für die Musikalische Welt 9. Dez. 1899, 17. Okt. 1900; Allgemeine Zeitung (München) 21. Mai 1906; Musikalisches Wochenblatt 14. Nov. 1907, 23. Jan. 1908, 1. Dez. 1910 <> Oskar Loerke: Tagebücher 1903–1939 hrsg. von Hermann Kasack, Heidelberg 1955 <> Richard Strauss im Briefwechsel mit zeitgenössischen Komponisten und Dirigenten, Bd. 2 Ihr aufrichtig Ergebener, Berlin 1998


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2024/01/08 21:59
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