suess


(auch Süß)

(1) Carl * Partenheim (Rheinhessen) 3. Apr. 1854 | † Frankfurt/M. 4. Juli 1927; Musiklehrer

(2) Wilhelm * Partenheim 18. März 1861 | † Nieder-Ramstadt bei Darmstadt 13. Nov. 1942; Bruder von (1), Musiklehrer und Komponist

(3) Georg * Partenheim 3. März 1868 | † Frankfurt/M. 8. Juni 1910; Lehrer, Chorleiter

Vater der drei Brüder war Philipp Joseph Süss, seit Ende 1843 erster evangelischer Lehrer in Partenheim (zuvor Hilfslehrer am Lehrerseminar in Friedberg).


(1) Carl Süss war von 1880 bis 1883 Lehrer an Souchayschule in Frankfurt, dort war Wilhelm Schmidt sein Kollege. Ab 1883 war Süss Musiklehrer an der Elisabethenschule. Daneben studierte er mindestens von 1888 bis 1890 am Hoch’schen Konservatorium bei Iwan Knorr (Kontrapunkt) und Ernst Engesser (Klavier). Seit wann er sich mit musikbibliographischen Arbeiten befasste, ließ sich bislang nicht ermitteln; im als „Süss-Epstein“ bekanntgewordenen Katalog heißt es im Vorwort: „Die Manuskripte protestantischer Kirchenmusik in Frankfurt am Main sind in vieljähriger Arbeit […] in mehr als 1500 Mappen geordnet und zugänglich gemacht worden.“ Die Drucklegung verzögerte sich allerdings so lange, dass Süss mit 70 Jahren die Arbeit an Peter Epstein (1901–1932) übergab, der den Katalog fertig stellte und 1926 veröffentlichte. Aus der Arbeit mit den Musikhandschriften ging offenbar auch die Herausgabe einer Arie Johann Balthasar Königs (s. u.) bei C. A. André in einer Auflage von 100 Stück hervor. Süss wohnte in der Finkelhofstraße 15. Er war mit Elisabeth (Betty) Josepha Creizenach (* 1860) verheiratet, aus der Ehe ging die Tochter Caroline Charlotte Elisabeth (* 1889) hevor. Süss’ Witwe, seine Tochter und der Schwiegersohn Karl Ernst Leonhardt Weigert (* 1884) begingen am 10. Sept. 1942 Suizid. Die Standesamtseinträge weisen auf eine antisemitische Verfolgung aufgrund der jüdischen Herkunft der Familie Creizenach hin.

Werkea) Kompositionen: [8] Gesänge (4st. Fch.), Frankfurt: Henkel [1910] <> b) Herausgabe: [Friedrich] Reiffs Singbuch für Schule und Haus, in drei Abteilungen, 5. Auflage, Frankfurt: Moritz Diesterweg [angezeigt 1896] 1899; D-F <> Johann Balthasar König, Arie „Ich schreie Gott zu dir“, Frankfurt: C. A. André (in Kommission) [„29.12.04“/1905]; D-F, D-OF (Herstellungsakte) <> c) Schriften: Georg Philipp Telemanns Nachlass in Frankfurt am Main, in: Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung, 1906, Heft 1, S. 2–4; Heft 3, S. 3–5; Heft 4, S. 2–3; Heft 7, S. 2–3 <> Anton Urspruch † 11. Januar 1907, in: Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung 18. Jan. 1907, S. [1]–2 <> Die Manuskripte protestantischer Kirchenmusik zu Frankfurt am Main, in: Festschrift zum 90. Geburtstage Sr. Exzellenz des Wirklichen Geheimen Rates Rochus Freiherrn von Liliencron […] überreicht von Vertretern deutscher Musikwissenschaft, Leipzig 1910, S. 350–357 <> Kirchliche Musikhandschriften des XVII. und XVIII. Jahrhunderts. Katalog, Im Auftrag der Gesellschaft der Freunde der Stadtbibliothek bearb. u. hrsg. von Peter Epstein, Stadtbibliothek Frankfurt am Main, Berlin und Frankfurt/M. 1926

Quellen und Referenzwerke — KB Partenheim (ev.) <> Sterberegister Frankfurt/M. <> Personalakte Elisabethschule (Best. 152 Acc. 1938/10 Nr. 1551); D-MGs <> Adressbücher Frankfurt/M. <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums 1888/89–1889/90 <> Brief an André, Frankfurt 27. Dez. 1904; D-OF <> MMB 1905 <> ZfMw 1927, S. 655 (Todesanzeige) <> KoesslerL

Abbildung 1: Titel des Korrekturabzugs der von Süss herausgegeben Arie „Ich schreie Gott zu dir“ von Johann Balthasar König; D-OF


(2) Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Friedberg arbeitete Wilhelm Süss zunächst für kurze Zeit als Gymnasiallehrer in Mainz und studierte anschließend an den Konservatorien in Wiesbaden (bei Wilhelm Freudenberg) sowie in den Jahren 1886–1890 in Leipzig u. a. bei Carl Reinecke (Klavier) und Salomon Jadassohn (Tonsatz und Komposition). Im Oktober 1890 übernahm er von Martin Wallenstein die Leitung des Darmstädter Conservatoriums, das 1922 in städtische Hände überführt wurde und in der Academie für Tonkunst aufging; hier war Süss noch bis ca. 1930 als Lehrer tätig. Im Oktober 1903 wurde Süss von Großherzog Ernst Ludwig das Ritterkreuz 1. Klasse verliehen. Seit 1892 war er mit Anna Elisabeth Wambold verheiratet; beider Sohn Wilhelm, der als Nachfolger seines Vaters vorgesehen war, fiel 1915 im Ersten Weltkrieg.

WerkeZwölf vierhändige Stückchen (Kl.) op. 2, Darmstadt: Kühn [1904]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Melodische Klavierstücke op. 3, ebd. [1904]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Musikalische Verzierungen (Kl.) op. 4, ebd. [1904]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Dur und Moll. 24 Erholungen für junge Pianisten op. 5, ebd. [1904]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Elfentanz. Konzert-Etüde (Kl.) op. 8, ebd. [1905]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Nachtzauber (Mch.) op. 9, Darmstadt: Thies [1896]; D-B, ehem. D-DS <> Leichte und einfache Vorspiele (Org.) op. 10, Zürich: Hug [1890]; CH-Lbhlm <> 3 Männerchöre op. 11, Darmstadt: Thies [1896]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Valse-Caprice (Kl.) op. 12, Darmstadt: Kühn [1905]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Allgemeine Musiklehre und Chorschule. Ein ABC für ernste und strebsame Musikschüler op. 14, ebd. 1905; D-Dl <> Abschied (Mch.) op. 17, Darmstadt: Thies [1896]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Schule des modernen Klavierspiels, 3 Bde., op. 20, Darmstadt: Thies Nachf. [1909–1911]; D-Fh, D-SPlb – Offenbach: André 1930; D-B <> Akademische Studien zur Ausbildung der Klaviertechnik, 3 Hefte, o. op., Braunschweig: Litolff [1895]; D-B <> einzelne Klavierstudien (Ms., 1920/22); s. RISMonline <> weitere Werke (Violinsonaten, Klaviertrio, Lieder) blieben ungedruckt und sind verschollen

Quellen und Referenzwerke — KB Partenheim; Standesamtsregister Darmstadt und Nieder-Ramstadt <> Akten in D-DSsa <> Adressbücher Darmstadt <> Wilhelm Süss, in: CARLA (abgerufen am 6. Apr. 2026) <> MMB <> Jansa 1911; Frank/Altmann 1927; MüllerDML

Literatur — Schweitzer 1975 <> Peter Engels, Von der „Schule für Klavierspiel“ zur „Akademie der Tonkunst“ – ein Beitrag zur Geschichte der Musik und des Musikunterrichts in Darmstadt, in: 150 Jahre Akademie der Tonkunst in Darmstadt, Darmstadt 2001

Abbildung 2: Anzeige des Süss-Konservatoriums; Darmstädter Tagblatt 26. März 1900


(3) Auch Georg Süss schlug eine Lehrerlaufbahn ein und lässt sich seit 1890 an der „Frankensteiner und Willemerschule“ (später nur Frankensteinerschule) in Frankfurt/M. nachweisen. Näheres zu seiner Ausbildung ist, auch in musikalischer Hinsicht, nicht bekannt. Von 1900 bis zu seinem Tod leitete er (als Nachfolger von Wilhelm Hainer (1845–1913)) den Offenbacher Gesangverein Hilaria. Süss war seit 1894 verheiratet mit Anna Maria geb. Hofmann (1871–1940).

Werke (Zuschreibung nicht gesichert) — Theodor Körner. Ein Schulfestspiel (Dekl., Chor), Berlin: Vieweg [1906]; D-B, D-Mh, F-Sn

Quellen und Referenzwerke — KB Partenheim (ev.) <> Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt und Offenbach <> Akte in D-Fsa (Grundriss seines Neubaus in der Gutzkowstr. 78 betreffend) <> Westfälisches Tageblatt 6. Juni 1903; Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung 18. Juli 1908, 5. Dez. 1908 <> MMB


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