(1) (FRANZ) CARL PHILIPP Reichsgraf von, gen. Echter von und zu Mespelbrunn * Mainz 12. Mai 1740 | † Geisenheim 30. Okt. 1803; Vater von (2), (u. a.) kurfürstlicher Hofmusikintendant in Mainz

(2) FRIEDRICH (CARL JOSEPH) Reichsgraf von, gen. Echter von und zu Mespelbrunn * Mainz 9. Apr. 1777 | † ebd. 17. Okt. 1847; Sohn von (1), (u. a.) Erzkämmerer des Herzogtums Nassau, Geheimer Rat in österreichischen und bayerischen Diensten


(1) Zu einer ganzen Reihe hoher Positionen, die Carl Philipp von Ingelheim im Mainzer Hofstaat und innerhalb der Regierung bekleidete – u. a. war er Geheimer Hof- und Regierungsrat, Vizedom im Rheingau, Oberamtmann zu Königstein, Oberhofmarschall –, kam mit Dekret vom 13. Jan. 1776 die des Intendanten der Hofmusik unter Kurfürst Erthal hinzu; er trat somit die Nachfolge des bereits 1775 verstorbenen Friedrich Anton Christoph Freiherr von Dalberg an. Bereits im Nov. 1787 erfolgte die Entlassung aus dieser Funktion mit der Begründung, dass der Kurfürst nunmehr „die Hofmusik zur Chefsache“ erklärt habe (Pelgen, S. 45); in Wahrheit war es Franz Ludwig Graf von Hatzfeldt, dem (gleichsam in Vertretung seines Dienstherrn) die Aufgabe in der Folgezeit zufiel. Carl Philipp von Ingelheim, 1783 Widmungsträger des Opus primum von Ernst Schick, war seit 1771 in 3. Ehe mit Franziska Sophia Freiin von Breidbach zu Bürresheim (1751–1818) verheiratet, der Johann Franz Xaver Sterkel 1784 sein Klavierkonzert op. 20 zueignete; 1797 widmete →Carl Zulehner ihr seinen bei Schott in Mainz erschienenen Klavierauszug der Oper Palmira von Antonio Salieri.


(2) Als Sohn des kurmainzischen Hofmusikintendanten und dessen musikliebender wie -ausübender (3.) Gattin wird Friedrich von Ingelheim mit aller Selbstverständlichkeit eine profunde musikalische Ausbildung erhalten haben, wobei Johann Franz Xaver Sterkel als Lehrer anzunehmen naheliegt. Dass er sich auch weiterhin gerne in musikalischen Kreisen aufhielt, belegt die Dedikation seiner einzigen überlieferten Komposition an den Mainzer Verleger und Konzertveranstalter Carl Zulehner, der seinerseits der Ehefrau des Reichsgrafen, Antoinette geb. Gräfin Westphalen zu Fürstenberg (1783–1867, Heirat 1800), bereits 1803 seine Klaviersonate op. 1 gewidmet hatte; 1807 eignete ihr Ludwig Berger seine Lieder op. 6 zu. Weiterhin ist die 1809 bei Zulehner erschienene Bearbeitung der 1. Beethoven-Sinfonie für Klavier zu vier Händen dem Reichsgrafen dediziert.

WerkFantasie (Kl. 4ms; „Seinem Freunde Carl Zulehner zugeeignet“), Mainz: Schott [1817]; s. RISM II 60, I,1; D-Mbs (digital, s. Abb.)


Quellen — KB Geisenheim und Mainz <> freundliche Mitteilungen von Dr. Franz Stephan Pelgen (Nierstein)

Literatur — Gottron 1959 <> Wollner 2009 <> Franz Stephan Pelgen, Neufund der Handakten zweier Mainzer Hofmusikintendanten (Carl Philipp Graf von Ingelheim und Franz Ludwig Graf von Hatzfeldt), in: Musik und Musikleben am Hof des Mainzer Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal, hrsg. von Axel Beer, Ursula Kramer und Klaus Pietschmann, Mainz 2021 (BzmM 48), S. 37–76, bes. S. 42–47 (dort weitere Quellen- und Literaturangaben)


Axel Beer

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