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GÖTZ, JOHANN MICHAEL get. Mannheim 7. Febr. 1740 | † Worms 15. Febr. (nicht 10. Okt.) 1810; Musikverleger

Götz entstammte einer Musikerfamilie und gehörte – vermutlich als Bratschist und Kopist – der Mannheimer Hofkapelle an. Unmittelbar nachdem er (dies wusste man bisher nicht) als „Music-Stecher von Mannheim“ bereits im September 1769, also zur Messezeit, im Frankfurter „Creutzgang“ ein „Magazin“ eröffnet hatte, in dem „Musicalien von denen berühmtesten Meistern“ sowie Zubehör zu haben waren (dieses ist erneut während der Ostermesse im April 1770 nachgewiesen, später aber nicht mehr), suchte er beim Mannheimer Magistrat um Erlaubnis zur Niederlassung als Notenstecher und Musikalienhändler an; die „Einwilligung in Errichtung eines offenen Ladens mit Musicstecherei“ (zit. nach Schneider, S. 39) erhielt er im Januar 1770. Erst 1773 begann Götz, der sich zuvor in Paris offenbar mit dem dortigen Verlagswesen vertraut gemacht und seine Erfahrungen als Stecher vertieft hatte, mit der Produktion eigener Ausgaben, und zwar zu Beginn auch gemeinsam mit Johann André aus Offenbach; es existieren Ausgaben mit doppelter Firmierung aus den Jahren 1773 und 1774. Götz, der als Verlagsort auch Mannheim und München (1784–1787) bzw. Mannheim, München und Düsseldorf (1787–1792) angab, verlegte 1799 seinen Firmensitz nach Worms, nachdem er das dortige Bürgerrecht erhalten hatte. Nach seinem Tod ging die Firma an Georg Kreitner über. Unter den Komponisten der Regionen, die Werke bei Götz erscheinen ließen, sind Johann Friedrich Hugo von Dalberg, Johann Nikolaus Denninger, Friedrich Heinrich Ehrenfried, Sebastian Johann Endres, Joseph Gitter, Johann Friedrich Greiner, Hugo Franz von Kerpen, Johann Sebastian Hollbusch und Johann Ludwig Maier

QuellenFranckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten 16. Sept. 1769 (Anhang) und 24. Apr. 1770 <> freundliche Auskunft von Herrn Dr. Roman Fischer (Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt)

Literatur — Hans Schneider, Der Musikverleger Johann Michael Götz (1740-1810) und seine kurfürstlich privilegirte Notenfabrique, 2 Bde., Tutzing 1989 <> Axel Beer und Hans Schneider, Art. Götz in MGG2P

Abbildung: Von ca. 1787 bis ca. 1807 verwendeter Sammeltitel mit einer Vignette des Frankfurter Stechers Johann Michael Zell (hier: PN 821, Mannheim und München [recte Worms, 1807]); D-KWbeer


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/01/21 13:45
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