greiner

GREINER (Familie)

(1) Johann Theodor, get. Gehlberg bei Suhl 12. Jan. 1740 | † Worms 12. Sept. 1797; Organist und Komponist

(2) Johann Friedrich, * Worms 1784 | † ebd. 27. Jan. 1817; Sohn von (1), Organist und Komponist


(1) Greiner, der einer alten, durchaus musikaffinen Glasmacherfamilie entstammte, erhielt möglicherweise von Johann Peter Kellner (oder dessen Sohn Johann Christoph) in Gräfenroda seine musikalische Ausbildung. Nachdem er sich etwa ein Jahr lang – teils um der Konskription in seiner Heimat zu entgehen, teils auch um in seiner „erlernten Profession etwas weiter zu kommen“ (Bewerbungsschreiben an den Wormser Magistrat; zit. nach Koch 1998, S. 150) – in Mannheim aufgehalten hatte, erhielt er im Mai 1760 als Nachfolger von Johann Valentin →Kolb eine Anstellung als städtischer Organist in Worms, die er bis zu seinem Tod innehatte. Bisweilen war er außerhalb als Orgelgutachter tätig. Seine seit 1764 dokumentierten Bemühungen zur Etablierung von Liebhaberkonzerten in Worms, die auch „der mehreren Bekanntmachung“ der von ihm „componirten Music“ dienen sollten (zit. nach Koch, S. 152), hatten keinen Erfolg.

WerkeSix Sonates (2 Fl.) op. 1, Amsterdam: Schwaebe & Diller; s. RISM G 3821 – Nachdruck Paris: Berault; s. RISM G 3822 <> Six Simphonies op. 2, Amsterdam: Hummel [1770]; s. RISM G 3823 <> Simphonie périodique (Nr. 19), ebd. [1770]; s. RISM G 3824 <> Manuskripte: Bei den in RISMonline genannten handschriftlich überlieferten Sinfonien handelt es um Abschriften von den Ausgaben Hummels. Inwieweit die lediglich mit „Greiner“ (ohne Vornamen) als Manuskripte überlieferten übrigen Werke Joh. Th. Greiner zuzuordnen sind, muss vorläufig offenbleiben; dies gilt auch für ein verschollenes Concert (Cemb., Str.), das 1782/84 im Breitkopf-Katalog aufscheint.

Quellen und Referenzwerke (sofern nicht bei Koch erwähnt) — Cari Johansson, J. J. Hummel. Music-Publishing and Thematic Catalogues, Stockholm 1972 <> Haerlemsche Courant 4. Sept. 1770, 1. Okt. 1770

Literatur — Hans Oskar Koch, Johann Theodor Greiner (1740–1797) und die Wormser Stadtorganisten im 18. Jahrhundert, in: Der Wormsgau 17 (1998), S. 138–156 <> ders., Art. Greiner, in: MGG2P (Supplement) (jeweils mit Quellen- und weiteren Literaturangaben)


(2) Wie sein Vater – aber wohl nicht als dessen direkter Nachfolger – bekleidete Johann Friedrich Greiner das Amt des städtischen Organisten in Worms; sicherlich betätigte er sich auch als Klavierlehrer. Weitere Nachrichten über ihn fehlen vorerst. Greiners Schwester Henriette, verh. Simon, ist 1814 als Klavierlehrerin in Worms nachgewiesen.

WerkeVariations über „Gib mir die Blumen“ (Kl.), Mannheim: Götz [1804] <> Trois Allemandes ou Walzes (Kl.), ebd. [1804] – Titelauflage (Neustich; gewidmet seiner seit 1809 mit dem Musiker Friedrich Ahl verheirateten Schwester Elise) Worms: Kreitner [1810/11]; CH-Gpu, D-Mbs (digital, s. Abb.) – ab 1823 bei Heckel in Mannheim <> Seize petits Préludes faciles (Kl.; „Aux jeunes Amateurs“), Mainz: Schott [1812]; D-Mbs (digital)

Quellen und Referenzwerke — Zivilstandsregister Worms <> HmL <> Schneider 1989

Literatur — Cornelia Constanze Nöckel, Untersuchungen zur Musikgeschichte der Stadt Worms im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, Magisterarbeit Mainz 2008, unveröffentlicht


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/04/23 02:30
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