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ELIASON, EDUARD * Frankenthal 23. Juli 1808 | † Frankfurt/M. 16. Febr. 1886; Violinist und Komponist

Eliason, der einer jüdischen Familie entstammte, erhielt Unterricht bei →Rinck in Darmstadt (Komposition) und Baillot in Paris (Violine). Gegen Ende der 1820er Jahre übersiedelte er nach London und war als Orchestergeiger und Solist tätig; ein Gast-Auftritt als Zwischenakt-Künstler in Frankfurt im Dezember 1830 führte zu einem vorübergehenden Engagement als Mitglied des dortigen Orchesters (noch Ende 1831) und zu vereinzelten Konzerten in der Region (u. a. Darmstadt, noch 1836 Dürkheim). Mitte 1840 pachtete er gemeinsam mit einem Kompagnon das Drury Lane Theatre in London, um sich als Konzertveranstalter zu etablieren. Nach dem Bankrott des Unternehmens zu Beginn des Jahres 1842 ließ er sich endgültig in Frankfurt nieder, wurde Konzertmeister des Theaterorchesters und 1863 – in der Nachfolge des verstorbenen David Hoffmann (s. Art. Schmitt Familie) – dessen Musikdirektor (seit 1875 gemeinsam mit Robert Pfitzner). Vielfach trat er als Solist und in Kammerkonzerten auf und etablierte sich als Lehrer. Zu seinen Schülern zählt Friedrich Gernsheim.

Werkemit Opuszahl: Andante suivi d’un Allegro agitato (Vl., Kl.) op. 10, Mainz: Schott sowie London: Wessel [1835]; DK-Kk (digital), GB-Lbl, D-Mbs, Ausg. Wessel <> Souvenir à ma Patrie (Vl., Kl.) op. 11, London: Wessel [1834/35]; GB-Lbl <> Six Caprices caractéristiques (Vl.) op. 12 mit Widmung an Paganini, von dem eine Caprice d’Adieu beigefügt ist, Mainz: Schott sowie London: Wessel [1834]; D-Bhm, D-F (digital), GB-Lbl <> Le Delizie della Campagna. Rondo pastoral (Vl., Kl.) op. 14, London: Wessel [1837]; D-Mbs (Vl.; digital) <> Impromptu (Vl.) op. 16, ebd. [1839]; D-Mbs (Vl.; digital) <> Air varié avec Introduction et Finale (Vl., Kl.) op. 18, Offenbach: André [1848]; D-OF <> Morceau de Salon. Tarantella (Vl., Kl.) op. 19, ebd. [1850]; A-Wn, D-OF <> Vier Lieder ohne Worte (Vl., Kl.) op. 20, Frankfurt: Henkel [ca. 1855]; D-F <> Fantaisie (Vl., Kl.) op. 22, ebd. [1863] <> Vier Charaktersücke (Vl., Kl.) op. 24, Köln: Schloss [1864/65] <> Werke ohne Opuszahl (Auswahl): Three polonaises (Vl., Kl.), London: Vernon [ca. 1830]; D-Mbs (Vl.) <> Zur Erinnerung an das deutsche Schützenfest in Frankfurt a/M (Vl., Kl., Fl. ad lib.), Frankfurt: Henkel [1862/63] <> Manuskripte: Charakterstücke (Orch.), komp. 1881; D-Cl <> weitere Manuskripte in D-Cl, D-F; s. RISMonline.

Quellen — KB Frankfurt; Standesamtsregister Frankfurt 1886 <> Adressbücher Frankfurt <> Briefe an André (D-OF); ein Brief an Gustav Barth, s. Kalliope <> zahlreiche Erwähnungen in der regionalen und musikalischen Presse, u. a. The Examiner (London) 1838–1842; The Harmonicon (London) 1828–1832; Didaskalia 2. Jan. 1831, 18. Apr. 1831, 15. Okt. 1831, 20. Nov. 1831, 30. Nov. 1831, 8. Jan. 1832 (P., Der musikalische Ehrenmann [=Eliason]) und passim; Allgemeine Theaterzeitung (Wien) 20. Apr. 1842; NZfM 9. Okt. 1863; Allgemeine Zeitung des Judenthums 2. März 1886 (Nekrolog) <> MMB

Literatur — Mendel/Reissmann

Abbildung: Lithographie „Eduard Eliason, Chef de l'Orchestre du Theatre Royal Drury Lane à Londres“ (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)


Axel Beer

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