broemme

BRÖMME (Familie)

(1) (Wilhelm) Adolf * St. Petersburg 22. Febr. 1826 | † Wiesbaden 8. Sept. 1905; Sänger, Komponist

(2) Otto (Alexander Friedrich Kurt) * Wiesbaden 14. Juni 1883 | † Reichelsheim (Odenwald) 21. Febr. 1948 ; Sohn von (1), Sänger (Bass), Gesangslehrer, Stimmbildner


(1) Nach anfänglichem Studium der Architektur an der Berliner Bauakademie wandte sich Adolf Brömme ab 1849 der Musik zu. Er studierte bei Hans Michael Schletterer in Zweibrücken, anschließend bei August Eduard Grell in Berlin Theorie und in Paris Gesang. Nach seiner Tätigkeit als Sänger und Gesangslehrer in St. Petersburg (1855–1869) wurde er Gesangslehrer am Dresdner Konservatorium (1870–1878). Seit 1870 lebte Brömme in Wiesbaden. Seine Frau Ottilie, geb. Schulz (1844–1922), war die jüngere Schwester von Hedwig und Ferdinand Möhring, somit Brömmes Schwager. So war Brömme auch bei der Enthüllung des Möhring-Denkmals 1894 anwesend (Wiesbadener General-Anzeiger 29. Mai. 1894). Ein Schüler Adolf Brömmes war Jakob Alexander Burkard.

Werke — 5 Frühlingslieder (2 Sst., Kl.), St. Petersburg: Bernard [1862] <> Gesangübungen zugleich Leitfaden für den Unterricht, Dresden: Brauer [1890] – 6. Auflage 1895; D-B – Übernahme Frankfurt: K.d.G. 1919 – Leipzig: Merseburger [1929]; D-B – sowie weitere Auflagen <> Entwicklung der Gesangsstimme aus dem natürlichen Sprechton, Dresden: Brauer 1893 – 4. Auflage 1906 <> Motette „Erhöre mich Herr“ (Alt-Solo, Fch., Kl.), Ms. in D-B RISM ID 452004909

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Wiesbaden <> Adressbücher Wiesbaden <> Frank/Altmann 1926, Riemann 111929, NassB <> MMB <> zahlreiche Erwähnungen im Wiesbadener General-Anzeiger ab 1894

Literatur — Deutsche Biographische Enzyklopädie


(2) Nach dem ersten Unterricht beim Vater folgte das Studium am Darmstädter Konservatorium (1905–1908) sowie Studien in Gesang bei Eduard Bellwidt (1908–1913) und Theorie bei Edmund Parlow (1911–1912) in Frankfurt/M. und schließlich noch 1912 Stimmbildung bei Eduard Engel in Dresden. Daneben trat Otto Brömme auch als Sänger auf, so z. B. 1912 im Wiesbadener Musikhaus Franz Schellenberg. Er arbeitete zunächst von 1913 bis 1914 als Oratoriensänger und ab 1915 als Stimmbildner. Danach war er von 1916 bis 1919 Lehrer an der Gehirnverletztenschule in Frankfurt/M. In den folgenden Jahren hielt er Kurse zur Heilung von Stottern und anderen Sprachstörungen und verfasste logopädische Schriften (s. Werke). Letztere veröffentlichte Brömme mehrheitlich im Verlag der Konzertprogramme der Gegenwart (kurz: K.d.G.), den er 1914 von Hugo Schlemüller übernommen hatte. Brömme war auch Gesangslehrer am Brüder Post-Konservatorium (1916–1918). 1928 heiratete er in Frankfurt/M. die Gesangspädagogin Hildegart Erika Anthes.

WerkeDie Rache („Der Knecht hat erstochen“; Mch.), Frankfurt: Baselt [1914]; D-B <> Schriften: Vollendete Stimmbildung, Leipzig: Merseburger; D-B – 2. Aufl., Frankfurt/M.: K.d.G.-Verlag 1919; D-B, D-MGu <> 99 Columbus-Eier der Sprech- und Gesangskultur, ebd. 1920 – diverse Aufl.; D-B, D-Mth, D-MGu <> Sprech-Lern-Fibel zur Ergänzung des Sprachheil-Unterrichts nach sprachphysiologischen und phonetischen Grundsätzen Sprendlingen: K. d. G. Druckerei, 1920 <> Vollendete Atmung, ebd. 1919; D-B – 3. Aufl. 1921; D-Mth <> Der veranschaulichte Sprech- und Gesangston, 3 Teile, ebd. 1926–1928; D-B, D-Bhm, D-Mbs, D-MGu <> Aphorismen (laut Frank/Altmann) <> Übungsstoff zum elementaren Sprechunterricht s. l. [ca. 1930]; D-MGu <> Warum heiser? Warum versungen? Warum keine Aufklärung? – praktische Richtlinien zur Fehlerbehebung der Sprech- u. Gesangstimme, Leipzig: Merseburger 1931; D-B; D-MGu <> Rede überzeugend! 640 Winke, Leitsätze, Übungen u. Bildtafel zur Leistungssteigerung, Berlin: Kampmann 1937; D-MGu

Quellen und Referenzwerke — Sterberegister Reichelsheim (Odenwald) <> Adressbücher Frankfurt/M. <> MüllerDML (teilweise irreführende Angaben) <> MMB <> Wiesbadener General-Anzeiger 1908–1912 (14. Sept. 1912 (Konzert)); Kleine Presse 28. Okt. 1916 (Anstellung Post-Konservatorium); Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt 23. Feb. 1917, S. 4 (Stimmhygiene und Stimmkultur); Wiesbadener Zeitung, 7. Okt. 1920 (Stottern)

Abbildung: Familiengrabstein Anthes und Brömme, Friedhof Reichelsheim (Odenwald), aufgenommen von Sebastian Rosche im November 2020


Martin Bierwisch

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  • Zuletzt geändert: 2021/02/24 17:43
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