bockmuehl

BOCKMÜHL, ROBERT EMIL * Elberfeld 10. Jan. 1812 [nicht 1820 bzw. 1822] | † Frankfurt/M. 2. Nov. 1881; Kaufmann, Violoncellist, Komponist

Bockmühl entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und arbeitete nach einer entsprechenden Ausbildung zunächst im Familienbetrieb. Daneben erhielt er seit seiner frühen Jugend Unterricht auf dem Violoncello. 1842 zog sich Bockmühl aus dem Kaufmannsberuf zurück und widmete sich ausschließlich der Musik. Als Violoncellist galt Bockmühl in Frankfurt als „einer unserer ersten Dilettanten auf diesem Instrument“ (AmZ 1842, Sp. 118). Bis zu seinem Tod lebte er in Frankfurt, unterbrochen u. a. von einem Aufenthalt in Düsseldorf in den Jahren 1852 bis 1854. Der zu dieser Zeit bestehende Kontakt zu Clara und Robert Schumann führte dazu, dass Bockmühl die Violoncellostimme der Erstausgabe des Violoncellokonzerts op. 129 von Schumann in dessen Auftrag mit Fingersätzen und Bogenstrichen versah. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Friedrich Grützmacher und Bernhard Cossmann. Seine Etuden op. 47 wurden von den Konservatorien in Brüssel und Wien als Unterrichtsmaterial verwendet.

Werke (Auswahl; vgl. Schertel) — 69 Werke mit Opuszahl, zumeist Fantasien und Divertissements für Violoncello mit Klavierbegleitung über bekannte Opernthemen und Volkslieder sowie Charakterstücke unterschiedlicher Art, erschienen seit 1838 bei verschiedenen Verlagen (u. a. André in Offenbach, Hedler in Frankfurt und Schott in Mainz), außerdem: 30 Études pour le developpement du mécanisme du violoncelle op. 47, Offenbach: André [1846]; D-KNh, D-OF <> Grand Concerto (Vc., Orch./Kl.) op. 66, Berlin: Bote & Bock [1862]; D-DS, D-F, D-SPlb – Bearbeitungen und Ausgaben: Paganinis 24 Capricen op. 1 (Vc.) sowie Beethovens und Mendelssohns Violinkonzerte (Vc., Kl.)

Quellen und Referenzwerke — Briefe (an versch. Verleger sowie u. a. an Heinrich Henkel, Wilhelm Hill und Joseph Joachim), s. Kalliope (überwiegend in D-B); weitere Briefe in A-Wn, D-KWbeer (an André; 1, 1838; s. Abb.), D-LEsta (an Peters), D-MZl (Akten der Mainzer Liedertafel 1847), D-OF (an André; 45, 1844–59; von André an Bockmühl; 11), D-Zsch, PL-Kj <> Anzeigen und Notizen in AmZ 1842–1848, NZfM 1841ff. <> Akten im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt a. M. <> Alexander Bockmühl, Biographische Notizen über R. E. Bockmühl, Blasewitz 1916, Typoskript (D-Zsch) <> HmL, MMB, Pazdírek <> Mendel/Reissmann, RiemannL 1922 <> Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien 24, 1913, S. 26

Literatur — Joachim Draheim, Das Cellokonzert a-Moll op. 129 von Robert Schumann: neue Quellen und Materialien, in: Schumann in Düsseldorf. Werke-Texte-Interpretation. Bericht über das 3. Internationale Schumann-Symposion am 15. und 16. Juni 1988 im Rahmen des 3. Schumann-Festes, Düsseldorf, hrsg. v. Bernhard R. Appel, Mainz u. a. 1993 (Schumann-Forschungen 3), S. 249–264 <> Heinz von Loesch, Eine verkannte Quelle der frühen Schumann-Rezeption – Die Briefe Robert Emil Bockmühls im Spiegel von Rezeption und Werkanalyse des Cellokonzerts, in: Jahrbuch des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz, Stuttgart-Weimar 1996, S. 114–133 <> Peter Cahn, Frankfurter Schumaniana, in: MusikTheorie – Zeitschrift für Musikwissenschaft 21 (2006), S. 269–282 <> Sebastian Schertel, Robert Emil Bockmühl – Leben und Werk, Mainz 2007 (unveröff. Staatsexamensarbeit, darin ausführliches Werkverzeichnis)


Axel Beer | Alfred Richter | Sebastian Schertel

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