schaefer


(auch Schaefer)

(1) (Johann) Eberhard * Wieseck (heute Stadtteil von Gießen) 6. Sept. 1798 | † nicht vor 1868; Militärmusiker, Komponist

(2) August Emil * Worms 24. Jan. 1827 | † nicht vor 1867; Sohn von (1), Musiker und Komponist


Da Eberhard Schaefer (1) 1860 sein goldenes Dienstjubiläum beging, hat man davon auszugehen, dass er schon im Alter von 12 Jahren als Nachwuchsbläser Mitglied des Musik-Corps des III. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments wurde, das bis 1821 in Gießen, dann in Worms und schließlich ab 1860 in Darmstadt stationiert war. Während er 1827 noch als Hautboist geführt wurde, avancierte er um 1830 zum Musikmeister. Das Musik-Corps veranstaltete spätestens seit den 1840er Jahren Konzerte und zählte mit zunehmender Frequenz zu den Attraktionen von Freiluftveranstaltungen (etwa Gesangsfeste) in Worms, der näheren Umgebung sowie auch in Darmstadt. Vor allem das sich aus dem Orchester rekrutierende, ebenfalls unter der Leitung Schäferts stehende Bläser-Sextett erfreute sich besonderer Beliebtheit – es umrahmte etwa die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Teilstrecke Osthofen-Worms der Hessischen Ludwigs-Bahn (1853) und unterhielt regelmäßig die Gäste in Cafés (etwa demjenigen der Familie Worret) und Gasthöfen. Im Juni 1850 wurde Schäfer das Silberne Kreuz des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen sowie im Okt. 1868 – vermutlich aus Anlass seiner Pensionierung – die Goldene Verdienstmedaille des Ludewigsordens verliehen. Ob jener Grimm, der 1869 erstmals als Leiter der Regimentsmusik (somit als mutmaßlicher Nachfolger Schäfers) genannt ist, der Familie Grimm angehört, muss vorläufig offen bleiben.


August Emil Schäfer (2) war bereits als Sechzehnjähriger Mitglied der von seinem Vater geleiteten Militärkapelle, trat aber nur selten namentlich in Erscheinung; bei seiner Heirat 1852 in Worms wird er – ohne nähere Angaben – als Musikdirektor bezeichnet. 1856 plante er kurzzeitig, nach Frankreich auszuwandern; das vorläufig letzte Lebenszeichen bildet die wohl eigenhändige Datierung einer Musikhandschrift – 29. Juni 1867. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Schäfer wenigstens zu dieser Zeit im Badischen lebte.

Werke — (sämtlich ungedruckt) Louisen-Galop (dat. 29. Juni 1867; Fl., 4 Klar., 2 Hr., 2 Trp., Pos., Tenorhr., Tuba – auch Fassung Kl. 4ms); D-KA (s. RISMonline) <> Introduction et Polonaise (Hr., Kl.); D-KA (innerhalb eines Sammelbands aus dem Besitz von Jacob Worret; digital) <> weitere u. a. in der Presse bisweilen genannte Werke (s. Quellen) sind verschollen


Quellen — KB Wieseck; Zivilstandsregister Worms <> Adressbücher Worms und Darmstadt <> Auswandererkartei; D-WOsa <> Konzertprogramm der Großherzoglich Hessischen Militärmusik, Gernsheim 21. Dez. 1843 (Werke von A. E. Schäfer genannt); D-DSsa Best. E8 Nr. 88/9 <> Wormser Zeitung 16. Juni 1850, 30. Juli 1853, 21. Aug. 1853, 25. März 1855, 14. Juni 1856, 19. Mai 1857, 18. Juni 1857, 2. Juli 1857, 9. Juli 1857, 30. Jan. 1858, 21. Mai 1859 (Werke von A. E. Schäfer genannt, darunter ein Solo de Concert für Euphonion), 31. März 1860 (Abschied E. Schäfers „aus dem so geliebten Worms“) und passim <> Darmstädter Zeitung 17. Aug. 1860 (betr. Dienstjubiläum), 2. Juni 1863, 22. Juli 1869 und passim <> Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 27. Juli 1850, S. 298, 24. Dez. 1868, S. 1311 (Ordensverleihungen) <> freundliche Hinweise von Frau Prof. Dr. Ursula Kramer (Darmstadt)

Abbildung: Konzertanzeige (Wormser Zeitung 14. Juni 1856)


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2022/05/22 11:09
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