geist

GEIST, HEINRICH (HERMANN JULIUS DIEDRICH) * Soest/Westf. 30. Apr. 1868 | † Wiesbaden-Erbenheim 12. Aug. 1934; Violoncellist

Heinrich Geist, Sohn eines Postmeisters, studierte 1890/91 am Leipziger Konservatorium Violoncello und Komposition. Anschließend erhielt er eine Anstellung als königlicher Kammermusiker in Wiesbaden; gegen seinen Willen und aus bisher ungeklärten Gründen wurde er 1928 in den Ruhestand versetzt. Im Musikleben der Stadt war Geist als Solist wie auch als Mitglied mehrerer Kammermusikensembles präsent und erteilte sowohl privat als auch im Beethoven-Conservatorium von Georg Gerhard Cellounterricht; 1902 schloss er in Wolfenbüttel die Ehe mit der Fabrikdirektorstochter Hedwig Johanna Jeep (1875–1943). Offensichtlich war Heinrich Geist es, der seinen Duzfreund Max →Reger – dies aufgrund des inständigen Insistierens von dessen Familie – dazu bewegte, dem „wüsten Leben“ in Wiesbaden (Brief Mina Regers an Geist, Weiden 21. Juni 1898) zu entsagen und nach Weiden zurückzukehren.

WerkeElf Lieder (Sst., Kl.), Wiesbaden: Schellenberg [1902] <> Sechse, Sieben oder Acht (Mch.), ebd. [1910]; D-B <> Klein Ernestinchen. Schlummerlied (Vl. bzw. Vc., Kl.), Offenbach: André [1925]; D-B <> Liebeslied (Vl. bzw. Vc., Kl.), ebd. [1925]; D-B <> weitere in Leipzig bzw. Wiesbaden aufgeführte Kompositionen (Lieder, ein Konzertwalzer) blieben ungedruckt.

Literatur — Friedrich Baser, Max Reger bewirbt sich um den Heidelberger Kapellmeisterposten, in: Signale für die musikalische Welt 30. Mai 1931, S. 572–573

Quellen — Standesamtsregister Wiesbaden; Standesamtsregister Wolfenbüttel (freundliche Auskunft von Herrn Petzke, Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Wofenbüttel) <> Personalakte und Akte betr. Pensionierung in D-WIhha (Best. 428 Nr. 2505 und Nr. 4711) <> Adressbücher Wiesbaden <> Fritz Stein, Die Briefe der Eltern Max Regers an Heinrich Geist, in: Mitteilungen des Max-Reger-Instituts 13, 1962, S. 9–19 <> NZfM 5. März 1890, 25. Febr. 1891 <> Signale für die musikalische Welt Febr. 1891 (Nr. 19) <> Wiesbadener General-Anzeiger 4. Jan. 1899, 1. Juli 1902, 5. Jan. 1906, 10. Jan. 1908, 2. Mai 1908, 22. Apr. 1909, 7. Sept. 1909 und passim <> Wiesbadener Tagblatt 8. Okt. 1900 und passim <> Wiesbadener Bade-Blatt 23. Apr. 1909, 24./25. Juni 1917 und passim

Abbildung: Annonce Geists im Wiesbadener General-Anzeiger vom 5. Jan. 1906


Axel Beer

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