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REISERT, KARL (THEODOR MARIA) * München 23. Okt. 1874 | † Frankfurt/M. 9. März 1912; Musikpädagoge, Verwalter

Wohl auf Wunsch der Familie verfolgte Reisert zunächst dem Karriereweg seines Vaters, des Bankdirektors Adalbert Joseph R., entschied sich aber schließlich, eine musikalische Laufbahn einzuschlagen. Von 1896 bis 1902 studierte er Violine (nur 1896/97 bei Fritz Bassermann), Klavierspiel (bei Christian Eckel und James Kwast), Kontrapunkt und Komposition (bei Iwan Knorr) sowie Dirigieren (nur 1901/02 bei Bernhard Scholz) am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt/M. Dort übernahm er 1902 als Nachfolger Adolf Dippels die Stelle des Inspektors, der „mit der Wahrnehmung der administrativen Angelegenheiten des Conservatoriums“ (so die Jahresberichte) betraut war, und die er „bis zu seinem letzten Lebenstage mit musterhafter Pflichttreue und ganz außergewöhnlichem Geschick verwaltete“ (Knorr, s. Quellen). Daneben war Reisert auch als Lehrer tätig und unterrichtete Elementar-Theorie und Harmonie (seit 1908/09) sowie an der dortigen Vorschule allgemeine Musiklehre (seit 1901/02) und Chorgesang (seit 1906/07). Nach seinem Tod folgte ihm Adolf Stübing als Inspektor des Konservatoriums und Max Kirchbach als Theorielehrer der Vorschule nach. Reisert ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Liedforscher Dr. Karl Reisert (1857–1939).

Werke — Klavierquintett e-Moll; aufgeführt bei Vortragsabenden des Konservatoriums (28. Febr. 1901, 28. März 1901, 6. Apr. 1906) u. a. durch Hermann →Zilcher und Ludwig Keiper <> Knorr zufolge komponierte Reisert zudem „kleinere Gesangwerke“ – allerdings ist nicht eindeutig zu bestimmen, ob es sich bei den 3 Liedern im Volkston (Vom Scheiden, Verlassen, Mein Schatz der hat zwei Äugelein; aufgef. 14. Nov. 1906) sowie dem Lied Schwermut (aufgef. 23. Jan. 1908), die jeweils im Konservatorium zu Gehör gebracht wurden, um seine Werke oder solche des o. g. Liedforschers handelt, dem auch die in den MMB (1900–1929) genannten Sammlungen zuzuschreiben sind.

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Frankfurt/M. <> Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums; Iwan Knorr, Karl Reisert †, in: Jahresbericht 1911/12

Literatur — Cahn 1979 (hier fälschlich als Anton Reisert bezeichnet)

Abbildung: Karl Reisert (bei Knorr, s. Quellen)


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2023/09/23 21:36
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