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PHILIPP, RUDOLF * Hamburg 13. Nov. 1858 | † ebd. 3. März 1936; Komponist, Musikschriftsteller

Nach dem Studium am Wiener Konservatorium (1878–81) setzte Philipp seine Ausbildung privat in Frankfurt am Main (1882–85) bei Bernhard Scholz, Iwan Knorr und Max Schwarz fort. Neben seiner Arbeit als Musikreferent der Frankfurter Zeitung (1886–92) trat er als Pianist und Interpret eigener Werke auf. Spätestens 1904 ging er nach Hamburg, um für die Hamburger Woche und den Hamburger General-Anzeiger als Musikkritiker zu arbeiten. In der Hansestadt veranstaltete er abermals eigene Konzerte; besondere Bekanntheit erlangte er durch die Sendungen der Nordischen Rundfunk AG (NORAG), bei der er nicht nur die Programmgestaltung übernahm, sondern auch eigene Werke senden konnte. Zum seinem 75. Geburtstag heißt es in den Hamburger Nachrichten: „An seiner feinen Klaviermusik und, vor allem, an reizvollen Lieder schlanker Natürlichkeit und prickelnder Grazie haben sich Tausende erquickt“. Sein jüngerer Bruder John Philipp (1872–1938) war Maler, ist aber in den Hamburger Adressbüchern (1895/96) auch als Pianist geführt. Befreundet war Rudolf Philipp mit Goby Eberhardt, den er 1915 kennenlernte. Philipps Frau Berthie geb. Sophar (1881–1946) schrieb mehrere Romane und gründete nach dem Krieg die Berthie und Rudolph Philipp Stiftung, um bedürftige Musiker zu unterstützen.

Werke (Auswahl) — Mit Opuszahl: Die gebeugte Rose (Sst., Kl.) op. 1, Hamburg: Cranz [1879] <> Der Fischer (Sst., Kl.) op. 3, ebd. [1880] <> Gavotte u. Scherzo (Kl.) op. 4, ebd. [1880] <> Wenn du zu mei’m Schätzel kommst Volkslied (Sst., Kl.) op. 5, Offenbach: André [1887]; D-B, D-OF – Bearbeitungen für Mch. sowie Sst., Git. von Ludwig Heller, ebd. [1889] <> Waldlied (Sst., Kl.) op. 6, ebd. [1889]; D-B, D-OF <> Lied aus Julius Wolffs „Tannhäuser“ (Sst., Kl.) op. 7, ebd. [1891?]; D-B, D-OF <> Du weißt es wohl (Sst., Kl.), op. 8, ebd. [ca. 1889]; D-B, D-OF <> Serenade (Kl.) op. 9, ebd. [1889]; D-B, D-OF <> Albumblatt. Lied ohne Worte (Kl.) op. 10, ebd. [1889]; D-B, D-OF <> La Flatteuse. Gavotte (Kl.) op. 11, ebd. [1890]; D-B, D-OF – Bearbeitung für Kl.4ms von Gustav Blasser, ebd. [1890] <> Gavotte „Mädchen mit dem roten Mündchen“ op. 11bis, ebd. [1911]; D-B <> Arabeske (Kl.) op. 12, ebd. [ca. 1890]; D-B, D-OF <> Chaconne (2 Kl. 4ms) op. 14, ebd.; D-B – Bearbeitung für Kl.4ms von Bernhard Wolff, ebd. [1897]; D-B D-OF <> Gavotte (Kl.) op. 15, ebd. [ca. 1890]; D-B <> Humoreske (Kl.) op. 16, ebd. [ca. 1890]; D-B, D-OF <> Scherzo capriccioso (Kl.) op. 17, ebd. [1893?]; D-B, D-OF <> Noch sind die Tage der Rosen (Sst., Kl.) op. 18, ebd. [1890]; D-B, D-OF <> Valse brillante (Kl.) op. 19, ebd. [ca. 1891]; D-B, D-OF <> Dich liebe ich wie man die Rose liebt (Sst., Kl.) op. 20, Frankfurt: Firnberg [1891]; D-B <> Paraphrase über das Thüringer Volkslied „Ach wie ist’s möglich dann“ (Kl.) op. 22, Offenbach: André [1893]; D-B, D-OF <> Valse brillante (Kl.) op. 24, ebd. [ca. 1892]; D-B, D-OF <> Polka électrique (Kl.) op. 25, Frankfurt: Firnberg [1891]; D-B, D-Dl <> Vale, carissima: Ich bin der Mönch Waltranus (Sst., Kl.) op. 26, Offenbach: André [ca. 1893]; D-B, D-OF <> Waldeinsamkeit (Sst., Kl.) op. 27, ebd. [ca. 1893]; D-B, D-OF <> Mühlrädchen. Charakterstück (Kl.) op. 28, ebd. [1894]; D-B, D-OF <> Skaresbrick-Gavotte (Kl.) op. 29, ebd. [1894]; D-B, D-OF <> Herzallerliebster Schatz, komm doch heut (Sst., Kl.) op. 30, Hamburg: Benjamin [1896]; D-B <> Oh Welt, du bist so wunderschön (Sst., Kl.) op. 31, ebd. [1903]; D-B <> Was ist die Liebe? (Sst., Kl.) op. 32, ebd. [1897]; D-B <> S‘ Gretelein (Sst., Kl.) op. 33, ebd [1898]; D-B <> Traumkinder (Sst., Kl.) op. 36, ebd. [1904]; D-B <> Neig schöne Knospe (Sst., Kl.) op. 37, ebd. [1904]; D-B <> Polnisches Volkslied (Sst., Kl.) op. 38, ebd. [1904]; D-B; D-BUDbierwisch <> Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht (Sst., Kl.) op. 39, ebd. [1904]; D-B; D-BUDbierwisch <> Die Zierliche (Sst., Kl.) op. 40, ebd. [1904]; D-B <> Das mitleidige Mädel (Sst., Kl.) op. 41, ebd. [1905]; D-B <> Fünf Lieder (Sst., Kl.) op. 42, ebd. [1909]; D-B <> Zwanzig Mark (Sst., Kl.) op. 43, ebd. [1909]; D-B <> Ohne Opuszahl: Ständchen (Kl.), Hamburg: Haring [1899]; D-B <> Bruder Liederlich (Sst., Kl.?), Hamburg: Benjamin [1902]; D-B

Quellen und Referenzwerke — Sterberegister Hamburg 1936 <> Briefe s. Kalliope <> Verlagsverträge mit André in Offenbach (12, 1880–1909); D-OF <> Adressbücher Frankfurt 1889–1891 <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums, 1882–85 (kein Eintrag zu Philipp) <> Studierendenliste des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Liste des Sophie Drinker Instituts) <> MMB <> Pazdírek <> Kat. André 1900 <> Goby Eberhardt, Erinnerungen an bedeutende Männer unserer Epoche, Lübeck: Quitzow 1926, S. 169–171 <> NZfM Jan. 1929, S. 46 (70. Geburtstag) <> Hamburger Nachrichten 15. Nov. 1933 („Rudolf Philipp 75 Jahre alt!“)

Literatur — Jansa 1911; RiemannL 111929; LexM <> Walther Schielzeth, Zwei verdiente Hamburger. Berthie und Rudolf Philipp, Hamburg 1964 <> Holger Artus, Über die „Berthie und Rudolph Philipp Stiftung“ online

Abbildung 1: Jansa 1911

Abbildung 2: Titel des Liedes op. 38; D-BUDbierwisch


Martin Bierwisch

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