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SCHMITT, ANTON * Heppenheim (Bergstraße) 16. Jan. 1801 [nicht 1802] | † Mainz 1. Nov. 1876; Philologe, Autor, Lehrer, Verleger

Anton Schmitt, Sohn eines Ökonomen, studierte seit 1821 zunächst Theologie in Würzburg, wechselte nach Heidelberg und Erlangen, bevor er 1825 in Würzburg zum Dr. phil. promovierte. 1829 bestand er das Examen zum Gymnasiallehrer in Gießen. Danach war er als Lehrer und Privatsekretär in Mainz tätig; 1833 schloss er dort seine erste, 1844 seine zweite Ehe. In den folgenden Jahren erschienen seine ersten philologischen Schriften. Bereits 1839 gründete er in seiner Heimatstadt Heppenheim eine Privatschule, ebenso 1847 in Osthofen. Offenbar bestand ein ähnlicher Plan für Mainz: Das Adressbuch 1853 nennt ihn „Concessionär zur Errichtung einer Vorbereitungsschule für Gymnasien u. Gewerbeschule für Gymnasien u. Gewerbeschulen“. 1865 wurde er Mitglied des erst wenige Jahre zuvor gegründeten Freien Deutschen Hochstifts in Frankfurt/M. Der Lebensmittelpunkt blieb allerdings Mainz – noch in den 1870ern ist er als „Gehülfe in der Stadtbibliothek“ (Adressbuch 1876) nachweisbar. Der zweifach verwitwete Schmitt widmete sich zeitlebens außerdem der Dichtung von Fabeln, gelegentlich dem (Selbst-)Verlag seiner von lokalen Komponisten vertonten Gedichte und der Erfindung eines Rohrpostsystems (1832).

Werke — ausführliches Verzeichnis der Schriften bei Kehrein, im Folgenden nur die vertonten Texte (für Männerquartett), die, wenn nicht anders benannt, im Selbstverlag zwischen 1859 und 1867 in Mainz erschienen. Die Herstellung der meist in Doppelausgaben erschienenen Werke übernahm Hickethier (überliefert sämtlich in D-MZs, s. Abb. aus D-BUDbierwisch): Ode ad inaugurationem monumenti Ludoviciani Darmstadiensis, Mainz: Wirth 1844 – 2. Aufl. Hickethier 1856 <> Deutsche Einigkeit von Ferdinand Hiller und Deutscher Kriegesgesang von Carl Kamberger <> Deutsche Volkshymne von Ludwig Jeschko und Hessische Volkshymne von Carl Kamberger – letztere auch als Einzelausgabe für Sst., Kl. und 4 Mst. <> Vaterlandslied (Sst., Kl.) von Friedrich Lux und Der Patriot von Carl Kamberger <> Schlacht-Lied (Sst., Kl.) <> Deutsches Kriegslied (Sst., Kl.) von Nicolaus Soltans op. 10 [!] <> Weitere Werke und Schriften: Trauergesang auf den Tod Ihrer K. H. der […] Frau Louise Karoline Henriette, Großherzogin von Hessen und bei Rhein etc. […] In Musik gesetzt und fürs Piano-Forte arrangirt von J[oh.] H[einr.] Seipp (zitiert nach Scriba), Darmstadt: Heyer 1829, ehem. D-DS <> Über die Beförderung von Briefen und Ballen oder Packeten durch Benutzung des Luftdruckes in Röhren, sowie über das auf diese Beförderungs-Methode gegründete, jetzt in mehreren Weltstädten eingeführte pneumatische Transport-System […], Mainz: Herzog 1876; D-MZs

Quellen und Referenzwerke — Heirats- und Sterberegister Mainz <> Adressbücher Mainz <> Matrikel der Universität Würzburg, hrsg. von Sebastian Merkle, 1. Teil, München/Leipzig 1922, S. 944, 974 <> Briefe, s. Kalliope <> Art. Schmitt, in: Biographisch-literärisches Lexikon der Schriftsteller des Großherzogthums Hessen im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Heinrich Eduard Scriba, Bd. 1 und Nachträge, Darmstadt 1831/1843 <> Art. Dr. Anton Schmitt, in: Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert, hrsg. von Joseph Kehrein, Bd. 2, Zürich 1871 <> Art. Schmitt, Anton in: Lexikon der katholischen deutschen Dichter vom Ausgange des Mittelalters bis zur Gegenwart, hrsg. von Friedrich Wienstein, Hamm 1899

Literatur — Reinhard Müller, Art. Schmitt, Anton, in: Deutsches Literatur-Lexikon Online, Berlin u. a. 2017


Martin Bierwisch

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