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WILHELMJ, MARIA * Mainz 27. Juli 1851 (nicht 1856) | † Wiesbaden 27. Febr. 1930; Sängerin

Maria Wilhelmj wurde als Tochter des Mainzer Chaisen- und Eisenbahnwagenfabrikanten Otto Gastell und seiner Ehefrau Elisabeth Canozzi geboren; im August 1872 heiratete sie den Wiesbadener Juristen und Kaufmann Albert Wilhelmj (1844–1905), einen Bruder August Wilhelmjs. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie zunächst von ihrer Mutter, weiterhin bei Friedrich Lux in Mainz sowie Joachim Raff und August Reißmann in Wiesbaden, vielleicht auch bei Pauline Viardot-García in Baden-Baden und Theodor Leschetitzky in Wien. Seit der Mitte der 1880er Jahre engagierte sie sich u. a. im Wiesbadener Cäcilienverein und beteiligte sich rege als Sängerin wie auch Organisatorin am Musikleben der Stadt. Daneben trat sie vielfach auch außerhalb Wiesbadens als Solistin auf: Eine „an Triumphen reiche Konzertreise“ (Wiesbadener Bade-Blatt 28. Jan. 1891) führte sie etwa in die Niederlande (u. a. Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, ’s-Hertogenbosch), wo sie auch in den Folgejahren mehrfach Engagements annahm; weiterhin gastierte Maria Wilhelmj seit 1888 in Aachen (1893, 1896), Bad Ems (1895), Berlin (1889, 1891), Dresden (1888; gemeinsam mit August Wilhelmj), Düsseldorf (1896), Hamburg (1889), Köln (1895), Leipzig (1893, 1895, 1896), Würzburg (1898) sowie auch in Wien (1895, 1897). Seit dem Beginn des neuen Jahrhunderts zog sie sich mehr und mehr von der Bühne zurück, wirkte aber weiterhin in ihrer Heimatstadt bei unterschiedlichen Veranstaltungen mit, so etwa bei den musikalischen Aktivitäten aus Anlass des Kaiser-Geburtstags im Jahre 1915, die „unter der Regie unserer Meisterin Dr. Maria Wilhelmj“ standen (Wiesbadener Zeitung 29. Jan. 1915) – hierbei sei angemerkt, dass der Name der Künstlerin (dort und des Öfteren) in zeitüblicher Weise mit dem Titel ihres Gatten einherkam. Beider Tochter Elisabeth Anna Karoline (* Wiesbaden 2. Mai 1873) war bis zu ihrer Vermählung (1903 mit dem Fabrikanten Julius Otto Bößneck; das Paar lebte seit 1907 in Glauchau) ebenfalls als Sängerin tätig; sie trat mehrfach nicht nur in Wiesbaden, sondern beispielsweise auch 1902 in Haarlem auf.

Werke — 3 Lieder („Dass du mich liebst, das wusst ich“, Das Röslein und der Schmetterling, „Ich denke dein’“; Sst., Kl.), Wiesbaden: Gebr. Wolff [1891]; D-B <> Andante (Vl., Kl.), Magdeburg: Heinrichshofen [1898]; D-WIl

Literatur — RiemannL 1909, Hessische Biografie, NassB

Quellen — Zivilstandsregister Mainz, Standesamtsregister Wiesbaden <> Signale für die musikalische Welt März 1888 (Nr. 23), 10. Jan. 1896, 2. Juni 1896, 11. Dez. 1896, 12. Apr. 1898, 1. Juni 1898, 1. Apr. 1899; Musikalisches Wochenblatt 21. Febr. 1889 und passim; NZfM 13. Nov. 1889, 15. Nov. 1889, 24. Mai 1893, 20. Dez. 1893; Provinciale Noordbrabantsche en s’Hertogenbossche Courant 14. Jan. 1891, 5. Dez. 1893; Wiesbadener Bade-Blatt 28. Jan. 1891, 29. Jan. 1891, 8. Febr. 1895 und passim; De Maasbode (Rotterdam) 24. Apr. 1892, 28. Apr. 1892; Allgemeen Handelsblad (Amsterdam) 30. Apr. 1893; Rotterdamsch Nieuwsblad 7. Dez. 1893; Opregte Haarlemsche Courant 7. Dez. 1893; Hygiea. Illustrirte Cur- und Bade-Zeitung (Wien, St. Petersburg) 8. Juni 1895; Fremdenblatt (Wien) 10. Juni 1895; Fremden-Zeitung (Salzburg) 20. Nov. 1897; Het nieuws van den dag (Amsterdam) 9. Apr. 1898; Wiesbadener General-Anzeiger 8. Jan. 1901, 14. Jan. 1901, 27. Aug. 1907, 4. Nov. 1911 und passim; Wiesbadener Tagblatt 26. März 1901, 3. Febr. 1902 (Beilage), 24. Jan. 1903, 9. Mai 1912 und passim; Dagblad van Zuidholland 23. Sept. 1902; Wiesbadener Zeitung 29. Jan. 1915 und passim <> Zweiter Band des Musikalien-Cataloges von Heinrichshofen’s Verlag in Magdeburg (1903) <> MMB

Abbildung 1: Maria Wilhelmj, Stich nach einer Photographie von Otto van Bosch [1893] (Digitalisat aus D-F, Porträtsammlung Manskopf)

Abbildung 2: Gedenkstein auf dem Wiesbadener Nordfriedhof (Abt. 8), aufgenommen von Kristina Krämer im Dezember 2018


Axel Beer

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