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SCHRÖDER, FRIEDRICH (auch „FRITZ“) (HIERONYMUS) * Sachsenhausen (heute Stadtteil von Frankfurt/M.) 21. Dez. 1822 | † nicht vor Mai 1848; Pianist und Komponist

Schröders Vater Carl, Registrator des Frankfurter Stadtgerichts und Aktuar des reformierten Konsistoriums, gehörte ebenso der gehobenen Bürgerschicht an wie seine Mutter Anna Margarethe geb. Lindheimer, deren Vater (aus einer alten Brauerfamilie stammend) – beiläufig erwähnt – ein entfernter Vetter Goethes war. Seit Ende der 1830er Jahre trat Friedrich Schröder, neben Carl Reiß und Eduard Rosenhain Schüler Melchior Anton Homs, öffentlich in seiner Vaterstadt (wie auch gelegentlich in Offenbach) auf und reiste, nachdem insbesondere seine technischen Fertigkeiten bei etlichen Gelegenheiten Aufsehen erregt hatten, im April 1841 nach Wien, „um dort seine musikalische Ausbildung weiter zu führen“ (Didaskalia 31. März 1841). Ob und bei wem er weiteren Unterricht erhielt, weiß man nicht – bemerkenswert ist jedoch, dass Schröder sich selbst hier als Pianist (er spielte vor allem Werke von Liszt und Thalberg und bewies insgesamt „seltene Geläufigkeit und Reinheit des Spieles“; Allgemeine Wiener Musik-Zeitung 12. März 1842) behaupten konnte wie auch mit seinen Werken Anerkennung fand – ein Rezensent stellte ihn „in die Reihe der ersten Componisten“ und erwartete bald „die herrlichsten Früchte seines in voller Blüthe stehenden Talentes“ (Allgemeine Theaterzeitung 23. Juli 1842). Nachdem Schröder letztmals im Oktober 1842 in Wien gespielt hatte, folgte im November ein Auftritt im westungarischen Güns (Kőszeg); Ende des Jahres 1844 ließ er sich, wohl auf der Durchreise, in Berlin hören – anschließend fehlen Nachrichten über ihn vorerst gänzlich, bis er 1848 „nach siebenjähriger Kunstwanderung nun als vollendeter Künstler seine Vaterstadt“ wieder betrat (Didaskalia 6. Mai 1848). In der AmZ (17. Mai 1848) wusste Carl Guhr zu berichten, dass Schröder „zu seiner Ausbildung Oesterreich, Polen und Russland bereiste und überall grosses Interesse hervorrief“. Für die Folgezeit schweigen die Quellen, was auch immer man daraus schließen und wie sehr man es bedauern mag.

WerkeSonate (Kl.) (Carl Guhr gew.), Offenbach: André (in Komm.) [1840]; D-OF (s. Abb.) <> Fantasie über ein Motif aus Mozart’s Figaro und Prume’s Melancolie (Kl.) op. 2, Wien: Haslinger [1842] <> 3 Morceaux de Salon (Kl.) op. 3, ebd. [1842] <> Fantasie über Motive aus der Oper Il Templario von Otto Nicolai (Kl.) op. 4, ebd. [1842]; D-B <> Fantasie über Motive aus Donizettis Lucrezia Borgia (Kl.) op. 5, ebd. [1843]; D-B <> Ungedruckt blieben eine „Etude eigener Composition“ (Allgemeine Wiener Musik-Zeitung 26. Okt. 1841) sowie „Capricen aus eigener Feder mit bizarrer Laune komponiert“ (AmZ 17. Mai 1848). Mit Vorbehalt sind Friedrich Schröder zuzuweisen: Quatre Mazurkas (Kl.) op. 8, Mainz: Schott [1849]; D-B. Mutmaßlich nicht von Friedrich Schröder stammen weitere, in Wien seit 1844 erschienene und in HmL nachgewiesene Werke eines Fr. [? = Franz?] Schröder.

Quellen — KB Frankfurt <> Didaskalia 7. Jan. 1840, 18. Febr. 1840, 9. März 1840, 7. Nov. 1840, 14. Nov. 1840, 20. Nov. 1840, 21. Jan. 1841, 2. Febr. 1841 (Bericht aus Offenbach), 31. März 1841, 13. Aug. 1842, 6. Mai 1848; NZfM 6. März 1840; Allgemeine Wiener Musik-Zeitung 26. Okt. 1841, 6. Nov. 1841, 20. Nov. 1841, 12. März 1842, 6. Okt. 1842, 3. Dez. 1844; Allgemeine Theaterzeitung (Wien) 23. Juli 1842 (Rezension zu op. 2), 27. Juli 1842 (Rezension zu op. 3), 12. Juni 1843; Wiener Zeitung 22. Mai 1842, 7. Dez. 1842; Der Humorist (Wien) 20. Okt. 1842; Sonntagsblätter (Wien) 30. Okt. 1842; Wiener Zeitschrift 18. Nov. 1842; Pannonia (Preßburg) 13. Dez. 1842; Signale für die musikalische Welt Nr. 46 (Nov.) 1844; AmZ 17. Mai 1848 (C[arl] G[uhr], Bericht aus Frankfurt)

Abbildung: Titelseite der Sonate; D-OF


Axel Beer

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