renck


(1) Wilhelm (Rudolf) * Kreuznach 10. Juni 1854 | † Frankfurt/M. 1929; Kaufmann und Musiker

(2) Johanna verh. Haustein * Köln 26. Febr. 1879 | † Stuttgart 15. März 1975; Tochter von (1), Pianistin, Klavierlehrerin und Komponistin


(1) Wilhelm Renck, Sohn des aus Offenbach stammenden Kaufmanns Jakob R., ergriff den väterlichen Beruf und ist in den Jahren 1878 bis 1881 in Köln nachweisbar. Was ihn dazu bewog, sich 1882 als Musiker in Frankfurt niederzulassen und Violoncello am Hoch’schen Konservatorium zu studieren, ist nicht bekannt. Die Frankfurter Adressbücher weisen ihn zunächst als Musiker bzw. Violinlehrer sowie auch „Tonkünstler“ (1887), seit 1888 abwechselnd als (Solo-) Cellist und Musiklehrer aus; gegen 1908 wandte er sich wieder dem Kaufmannsberuf zu. Verheiratet war Renck in erster Ehe mit Anna Renck-Breusing, die unter der Adresse ihres Gatten ein Geschäft für „Damen-Confection“ (seit 1884) betrieb und sich nach der Scheidung (ca. 1898) nach München begab. 1901 schloss Renck die Ehe mit Martha Prescher, die in den 1920er Jahren zusammen mit der gemeinsamen Tochter Minni als Tänzerin auftrat. Rencks älterer Bruder Ernst (Emil) (* Kreuznach 10. Mai 1841 | † Offenbach 26. Aug. 1912) lebte als Kaufmann und Kunstmaler in Offenbach; gelegentlich (so etwa 1893 in Kreuznach und 1901 in Frankfurt) wirkte er als Violinist bei öffentlichen Konzerten mit.


(2) Johanna Renck besuchte bereits 1889 das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt und wurde Schülerin von Florence Bassermann und James Kwast (Klavier) sowie Iwan Knorr (Komposition). In den Jahren 1895 bis 1903 gehörte sie als Klavierlehrerin der Vorschule dem Kollegium des Konservatoriums an und war an den Prüfungskonzerten als Klavierbegleiterin und Komponistin vielfach beteiligt; 1903 erhielt sie den von Bernhard Firnberg für eine Liedkomposition ausgeschriebenen Preis in Höhe von 150 Mark. Ihre Eheschließung im Januar 1904 mit Paul Haustein (1881–1944), der zu dieser Zeit der Darmstädter Künstlerkolonie angehörte, bewirkte ihren Weggang von Frankfurt – wohl zum Abschied hatte ihr Bernhard Sekles noch seine Liebeslieder op. 13 zugeeignet – und schließlich den Umzug nach Stuttgart, wo Haustein 1905 Lehrer (seit 1907 Professor für Metallgestaltung) an der Kunstgewerbeschule wurde. Johanna Haustein führte hier als eine noch im vorgerückten Alter „von hohen kräften strahlende Frau“ ein „offenes musisches haus“ (Nekrolog).

Werke — Lieder Die Wolken gehen herüber, Über die Ähren kräuselnd geht und Warnung, ungedruckt (aufgef. am 19. Nov. 1896) <> Drei Präludien und Fugen (Kl.) sowie die Lieder Mondlicht, Im Lenz und Sehnsucht nach dem Frühling, ungedruckt (aufgef. am 21. Mai 1897) <> Vier dreistimmige Lieder aus Des Knaben Wunderhorn (Der traurige Garten, Jagdglück, Das Röslein, Im Mondenschein; Fch., Kl.), ungedruckt (aufgef. am 11. Mai 1898) <> Lied Nachklänge („Über Deine Augenlider zärtlich“; Preiskomposition, s. oben), Frankfurt: Firnberg [1904]; D-B <> Neun Gesänge […] nach Texten von Stefan George (Sst., Kl.), Berlin-Schöneberg: Eos [1913]; D-B <> „So ich traurig bin“ (Sst., Kl.), in: Neue Musik-Zeitung (Stuttgart) 1913, Beilage 3


Quellen — Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt, Köln und Offenbach <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Kölnische Zeitung 28. Febr. 1879, Gemeinnützige Blätter für Groß-Frankfurt 1. Aug. 1901 <> Signale für die musikalische Welt 20. Mai 1914 (Rezension der Neun Gesänge) <> [Nekrolog Johanna Haustein] in: Castrum Peregrini 121/122, Amsterdam 1976, S. 4

Literatur — Cahn 1979 <> Wolfgang Osthoff, Stefan George und ›Les deux musiques‹. Tönende und vertonte Dichtung in Einklang und Widerstreit, Stuttgart 1989 <> Koch 2009, S. 269


Axel Beer

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