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LEHR (Familie)

(1) Karl * Heßloch (heute Dittelsheim-Heßloch) 18. Nov. 1870 | † Worms 25. Apr. 1934; Lehrer, Chorleiter, Organist

(2) Gregor * Heßloch 22. Sept. 1906 | † 15. Mai 1986; Neffe von (1), Organist und Komponist


(1) Nach den Besuch des Lehrerseminars in Alzey arbeitete Lehr als Volksschullehrer in Worms. Zusätzlich übernahm er 1893 die Leitung des katholischen Kirchenchors sowie des Gesangvereins in Hochheim (seit 1898 Stadtteil von Worms) und versah seit 1910 (als Nachfolger von Peter Kastell) die Stelle des Domorganisten. Den Lehrerberuf gab er, nachdem er 1916 sein 25jähriges Dienstjubiläum begangen hatte, bereits 1921 auf. Ob man Lehrs Opus 2, auf dessen Erscheinen die Wormser Buchhandlung Bros auffälligerweise in mehreren Annoncen in der Tagespresse hingewiesen hatte, wirklich und „unstreitig“ als den „schönsten Walzer der Gegenwart“ einzuordnen hat, wird sich erst dann zeigen, wenn ein Exemplar aufgetaucht sein wird. Also, liebe Leserin und lieber Leser: Machen Sie sich auf die Suche! Diese Aufforderung gilt durchaus noch immer, nachdem wir inzwischen selbst fündig werden konnten.

Werke (Kompositionen sämtlich im Besitz von Herrn Walter Hofmeister, Wuppertal) — Walzer Der Wanderer im Gebirge. Walzer (Kl.) op. 2, Wiesbaden: Wolff [1893] <> Tanz-Sträußchen (Kl.; „Der fröhlichen Jugend gewidmet“), Mainz: Ebling <> Fis-Walzer (Kl.), Alzey: Medicus <> Wormser Festmarsch (Kl.) op. 3 (1895); Autograph <> Orgelstrauß (12 Stücke für Org.); Autograph <> Die moderne Orgel in wissenschaftlicher Beleuchtung, Leipzig: Voigt 1912 (= Die Werkstatt. Eine Sammlung von Hilfs- und Lehrbüchern für das gesamte deutsche Handwerk und Gewerbe Bd. 14); u. a. A-Sm, CH-Zz, D-B, D-Bim, D-Dl, D-F, D-HEu, D-LEu, D-MZu, D-Sl, F-Sn <> Die Orgel des Wormser Doms, in: Wormser Nachrichten 2. Okt. 1926

Quellen — Personalakte; D-WOsta (Abt. 5 Nr. 01383) <> Standesamtsregister Worms <> Adressbücher Worms <> Wormser Tageblatt 13. Juli 1893 (s. Abb.) u. ö. <> MMB <> Friedrich Hofmeister, Geschichte der Familie Hofmeister, Selbstverlag 2012 <> Für zahlreiche Informationen und umfängliche Hilfsbereitschaft danken wir Herrn Walter Hofmeister (Düsseldorf) und Herrn Hartwig Lehr (Worms) sehr herzlich

Hörbeispiel: Karl Lehr, aus dem Orgelstrauß: Nr. 9 „Langsam (liedmäßig).“ Aufnahme von Birger Petersen für das MMM2, April 2021: Heinrich-Rasche-Orgel (1848, II/P/12) der Dorfkirche zu Bentwisch bei Rostock


(2) Lehrs Vater Jakob, ein Bruder Karl Lehrs, betätigte sich, abgesehen von seiner eigentlichen Profession als Schreiner, auch als Musiker – so spielte er samstags in der örtlichen Synagoge Harmonium – und Steuereinnehmer. Folgerichtig absolvierte Gregor eine Lehre an der Finanzkasse in Osthofen und erhielt daneben von seinem Onkel Musikunterricht; seine Kenntnisse erweiterte er in den Jahren 1927–1931 an der Mainzer Musikhochschule. 1934 wurde er Nachfolger seines Onkels als Domorganist; seine Orgelprüfung absolvierte er 1936 bei Adam Gottron. Nach Militärdienst und Gefangenschaft setzte er 1948 seine Tätigkeit, gepaart mit der des Domkapellmeisters, bis zu seiner Pensionierung 1977 fort.

Werke — geistliche Chor- und Orgelmusik, Kammermusik; Manuskripte in Privatbesitz (s. Lehr/Reifenberg, S. 266–267)

Literatur — Hartwig Lehr und Peter Reifenberg, Gregor Lehr (1906-1986), in: Lebensbilder aus dem Bistum Mainz, Bd. III, hrsg. von Claus Arnold und Martin Belz, Mainz/Würzburg 2020, S. 251–267


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2021/04/08 11:05
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