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KLIMSCH, KARL (Carl) (FERDINAND) * Frankfurt/M. 26. Mai 1841 | † ebd. 6. Dez. 1926; Lithograph und Unternehmer

Seit Ende der 1860er Jahre baute Karl Ferdinand Klimsch, nachdem sein älterer Bruder Eugen (1839–1896) sich für eine Künstlerkarriere entschieden hatte, den lithographischen Kleinbetrieb des Vaters Ferdinand Carl (1812–1890) zu einem im Laufe der Zeit überregional bekannten Kunstverlag aus (Klimsch & Co.; gemeinsam mit Dr. jur. Alfred Buck), in dem neben dem Adressbuch der Buch- und Steindruckereien (seit 1874 unter wechselnden Titeln; bekannt als „Klimschs Adressbuch“) auch Klimschs Jahrbuch des graphischen Gewerbes (seit 1900) erschien und dem seit 1906 eine Lehr- und Versuchsanstalt für photomechanische Verfahren angegliedert war; die Klimsch’sche Druckerei ging unter Beibehaltung ihres Namens 1877 an Peter Joseph Maudach über. Während der Verlag nur ausnahmsweise musikalische Werke herausbrachte (etwa die Bde. 3–5 von Johann Christian Hauffs Die Theorie der Tonsetzkunst (1870–1874)), sind die diesbezüglichen Interessen und Begabungen Klimschs und seiner Familie nicht zu übersehen: Bezeichnend sind die 1888 erschienenen Variationen über ein Thema von K. Klimsch (Vc., Kl.) op. 4 aus der Feder von Iwan Knorr für die enge Verbindung des Industriellen zum Hoch’schen Konservatorium, das er mit Zuwendungen unterstützte und dessen Kuratorium er seit 1903 angehörte. Seine um zwei Jahrzehnte jüngere Schwester (Emilie) Molly (* Frankfurt 20. Mai 1861 | † ebd. 8. Nov. 1937), seit 1883 Schülerin von Iwan Knorr (Klavier; er widmete ihr seine Sechs kleinen Stücke op. 2) und Bernhard Scholz (Komposition) sowie anschließend selbst Lehrerin des Instituts, wurde 1889 Ehefrau von Ernst Engesser; seine Töchter Helene Eugenie (* Frankfurt 22. März 1866 | † ebd. 5. März 1950 | verh. 1890 mit dem Buchhändler August Heinrich Hofer; gesch. 1901) und Pauline (* Frankfurt 17. Dez. 1874 | † ebd. 13. Jan. 1964 | verh. 1899 mit dem Chemiker Peter Schumacher; gesch. 1948) erhielten dort ebenfalls Klavierunterricht – erstere bei Knorr, letztere u. a. bei ihrer Tante Molly. Dass Karl Ferdinand Klimsch „einiges komponiert“ hat (Cahn 1979, S. 145), ist vorläufig nicht zu verifizieren, aber angesichts des erwähnten Themas durchaus anzunehmen. Ob eine verwandtschaftliche Beziehung zu dem seit den 1870er Jahren in St. Pölten und Wien nachweisbaren Komponisten Jean (Johann, Hans) Klimsch († Wien 1906/07) bestand, weiß man bislang ebenfalls nicht.

Quellen — Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> W. F., Die Künstlerfamilie Klimsch, in: Frankfurter Zeitung. Stadtblatt 29. Nov. 1936 <> Börsenblatt für den deutschen Buchhandel 7. Jan. 1869, 8. Mai 1877; Buchdrucker-Zeitung (Wien) 28. Juli 1874, 30. Aug. 1908 u. ö.; Fremdenblatt (Wien) 2. Aug. 1876; St. Pöltner Bote 18. Apr. 1907 <> MMB

Literatur — Cahn 1979

Abbildung: Anzeige im Frankfurter Adressbuch 1870


Axel Beer

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