erk


(auch Erck)

(1) Adam Wilhelm * Herpf bei Meiningen 10. März 1779 | † Darmstadt 31. Jan. 1820; Organist, Kantor, Lehrer und Komponist

(2) Ludwig (Christian) * Wetzlar 6. Jan. 1807 | † Berlin 25. Nov. 1883; Sohn von (1), Volksliedsammler, Pädagoge und Chorleiter

(3) (Johann) Friedrich (Albrecht) * Wetzlar 8. Juni 1809 | † Düsseldorf 7. Nov. 1878; Sohn von (1), Lehrer


(1) Seine erste Anstellung als Kantor, Organist und Lehrer fand Erk, Sohn eines Schreinermeisters, 1802 in Wetzlar, bevor er sich im Juni 1813 nach vorübergehenden Tätigkeiten in Worms (1811) und Frankfurt/M. (1812) in gleicher Funktion Dreieichenhain niederließ; hier fungierte er seit spätestens 1815 auch als Stadtschreiber. Wilhelm Weimar aus Götzenhain wurde sein Nachfolger als Organist. Verheiratet war Adam Wilhelm Erk seit 1805 mit der Wetzlarer Bürgermeisterstochter Barbara geb. Göth.

WerkHuit Preludes faciles (Org., Johann Christian Heinrich →Rinck gewidmet), Worms: Kreitner [1811/12]; verschollen, Abschrift in D-B (RISM ID 452015116)

Abbildung: Christian Heinrich Rinck, XII Kurze und leichte Choral Vorspiele (Org.) op. 53 („seinem Freunde dem Herrn Stadtschreiber und Organisten Erk im Hain liebevoll geweiht“), Mainz: Schott [1819]; D-Mbs (digital)


(2) Ludwig Erk war Schüler seines Vaters, den er bereits als Zehnjähiger an der Orgel vertrat, sowie von Wilhelm Weimar. Nach dem Tod des Vaters kam er in die Obhut seines Paten Johann Balthasar Spieß, der in Offenbach eine Erziehungsanstalt leitete, und erhielt Violinunterricht von Leonhard Reinwald; prägend war auch der persönliche Umgang mit Johann Anton André in Offenbach sowie mit den Pianisten Aloys und Jakob →Schmitt in Frankfurt. Seit 1826 bzw. 1835 war Erk als Seminarlehrer und Chorleiter in Mörs bzw. in Berlin tätig; bei seinen fast jährlichen Besuchen in Darmstadt traf er sich mit Freunden und Bekannten, darunter Wilhelm Mangold, Wilhelm Niederhof und Johannes Fölsing. An die weitreichende Tätigkeit Erks als Volksliedsammler braucht an dieser Stelle nur erinnert zu werden; seine Ausgaben (darunter etwa Die deutschen Volkslieder in ihren Singweisen und Deutscher Liederhort; vgl. das Verzeichnis in MGG2P) erlangten große Bekanntheit. Seinen Namen tragen Schulen in Dreieichenhain, Langen und Wetzlar.


(3) Friedrich Erk wuchs wie sein Bruder Ludwig in Dreieichenhain auf und besuchte seit 1829 das Lehrerseminar in Neuwied, wo sicherlich Friedrich Braun und Ernst Adolph Wendt seine Lehrer waren. Nachdem er seine Ausbildung in Moers fortgesetzt hatte, legte er 1832 dort das Lehrerexamen ab. Anschließend unterrichtete er an einer Privatschule in Mülheim an der Ruhr wechselte 1838 an der Düsseldorfer Realschule, wo er insbesondere den Schreib- und Gesangsunterricht übernahm.

Werke (Auswahl; teils gemeinsam mit Ludwig Erk und Wilhelm Greef herausgegeben) — Sängerhain, Sammlung heiterer und ernster Gesänge für Gymnasien, Real- und Bürgerschulen, 4 Hefte, Essen: Baedeker 1849–1851 <> Siona, Choräle und andere religiöse Gesänge in alter und neuer Form für höhere Schulen und Singvereine, 2 Hefte, ebd. 1855/57 <> Frische Lieder und Gesänge für gemischten Chor, zum Gebrauch an Gymnasien und anderen höheren Lehranstalten, 3 Hefte, ebd. 1859–1861


Quellen — Nachlass Ludwig Erks in D-B; weitere Nachlassteile (darunter Briefe sowie sämtliche Tagebücher) in der Ludwig-Erk-Schule in Dreieichenhain <> Briefe s. Kalliope <> Briefe von Johann Anton André an Adam Wilhelm Erk (1815/16); D-OF (Briefkopierbücher) <> W. L., Ludwig Erk und das deutsche Volkslied, in: Berliner Musikzeitung 6. und 13. Dez. 1883, S. 386–387 und 394–395 <> Karl Schultze, Ludwig Erk. Eine biographische Skizze, Berlin 1876

Literatur — Willi Gundlach (Walter Salmen), Art. Erk, Ludwig Christian, in: MGG2P (dort weitere Literatur sowie Werkverzeichnis zu (2)) <> GoltzL (mit Quellenangaben zu (1)) <> Gernot Schmidt, Personen von Rang und Namen in Dreieichenhain, in: Dreieichenhain im Wandel. 750 Jahre Stadt im Zentrum Europas, Dreieichenhain 2005, S. 218–220 <> KösslerL (zu (3))


Axel Beer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • erk.txt
  • Zuletzt geändert: 2026/01/13 13:46
  • von ab
  • angelegt 2019/08/05 15:07