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WILL, JOHANN ANTON IGNAZ * Würzburg 8. Nov. 1674 | † Mainz 29. Nov. 1726; Orgelbauer und Organist

Der Sohn des Würzburger Orgelbauers Nikolaus Will (1646–1689) wurde von seinem Vater ausgebildet und erstellte seine erste eigene Orgel während der Zeit seiner Wanderschaft in Böhmen. Um 1700 etablierte er sich unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn in Mainz, nannte sich ab 1704 „Joannis Antonius Ignatius Will Thumcapitlischer Orgel undt Instrumentmacher in Maintz“ (zit. nach Bösken 1967) und wurde neben Johann Jakob Dahm 1709 Domkapitelsorgelmacher, außerdem Organist an St. Emmeram. Während Dahm in erster Linie in Mainz und Umgebung sowie im Rheingau tätig war, baute Will vor allem südlich von Mainz und in Speyer und ist bei einer Reihe von Reparaturen im Kurfürstentum nachweisbar; außerdem war er unentgeltlich für die Stimmung der Posaunenregister der Orgel im Mainzer Dom zuständig. Einen Eklat ergab ein Vertrag Wills für einen Neubau für die ev. Kirche in Mosbach, heute Wiesbaden-Biebrich, der auf Druck der Gemeinde 1715 aufgekündigt wurde.

Werke (nachweisbar) — 1710 Alzey, Kapuzinerkirche (II/P/20); 1742 durch ein Instrument von Johann Michael [I.] Stumm ersetzt <> 1710 Nieder-Saulheim, Simultankirche; 1745 durch ein Instrument von Johann Michael [I.] Stumm ersetzt <> 1713 Mainz, St. Peter (I/P/10), mit der Niederlegung der Stiftskirche abgebrochen <> 1714 Speyer, St. Magdalena; abgebrochen <> 1715–1716 Speyer, Dreifaltigkeitskirche (ev.) (I/P/17); 1791 [nicht 1812] Um- bzw. Neubau unter Hinzufügung eines Rückpositivs durch Johann Georg Geib (Frankenthal), 1929 Neubau eines Instruments von Steinmeyer im historischen Prospekt <> 1718 Oppenheim, St. Bartholomäus (I/P/12); 1868 von Schäfer (Heilbronn) abgebrochen und umgebaut <> 1720 Kriftel (I/P/12); 1845 von Schlaad repariert, 1932 durch ein neues Werk von Walcker ersetzt <> 1725 Mainz, St. Rochushospital (I/P/14); 1756 Umbau durch Johannes Kohlhaas, 1857 schwere Beschädigung durch die große Pulverexplosion, 1878 beim Kirchenbrand vernichtet.

Literatur — Bösken 1967 <> Bösken 1975 <> Matthias Thömmes, Orgeln in Rheinland-Pfalz und im Saarland, Trier 1981 <> Bernhard H. Bonkhoff, Historische Orgeln in der Pfalz, München und Zürich 1984 <> Gero Kaleschke, Der Orgelbau in der Pfalz, in: Beiträge zur Orgelgeschichte im ehemals kurrheinischen Reichskreis und in seinen Nachfolgestaaten, hrsg. von Friedrich W. Riedel, Mainz 1992 (= Die Orgel als sakrales Kunstwerk 1), S. 88–114 <> Fischer/Wohnhaas 1994 <> Hermann Fischer, Personalprospekte des 18. Jahrhunderts am Mittelrhein, in: Die Orgel als sakrales Kunstwerk, hrsg. von Friedrich W. Riedel, Mainz 1995, Bd. 3, S. 75–99 <> Hermann Fischer, Art. Will, Johann Anton Ignaz, in MGG2P <> Michael G. Kaufmann, Der Dom zu Speyer und die Geschichte seiner Orgeln, in: Himmlische Klänge – grandioses Raumerlebnis. Die Orgeln im Kaiserdom zu Speyer, hrsg. von Karl Markus Ritter, Öhringen 2015, S. 75–111


Birger Petersen

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  • Zuletzt geändert: 2021/11/16 13:41
  • von kk