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VIO, ANGELO * Venedig ca. 1716 | † Frankfurt/M. 22. Nov. 1789; Geiger, Dirigent, Gesangslehrer, Konzertveranstalter

Über die musikalische Ausbildung Vios ist bislang nichts bekannt. Erwähnt wird er erstmals im Zusammenhang mit den Pariser Concerts Spirituels 1752. Ab 1757 war er als Violinist am Stuttgarter Hof angestellt. 1769 bat er um Heiratserlaubnis mit der Schuhmacherstocher Eva Rosina Stahl. Aus der Verbindung ging der Sohn Wilhelm Georg Friedrich (* Ludwigsburg 1767) hervor. 1774 ersuchte Vio in Frankfurt/M. um Aufenthaltserlaubnis für sich und seine Ehefrau. Dort scheint er sich zuerst als privater Gesangslehrer versucht zu haben (s. Ratssupplikation 1774). Seit 1776/77 war er Leiter mehrerer Konzertreihen (s. Israel), darunter auch eine 1788 mit dem eigentlichen Konkurrenten Philipp Christoph Kayser gemeinsam organisierte Veranstaltung, bei der der Mainzer Hofsänger Francesco Ceccarelli auftrat.

Werke — Die dem Mercure de France zufolge im Concert spirituel am 8. Sept. 1752 (Mariä Geburt) aufgeführte „symphonie à Cors de Chasse“ ist verschollen.

Quellen und Referenzwerke — KB Ludwigsburg 1767, KB Frankfurt/M. (Sterbeeintrag) <> Ratssupplikationen (1774–1789) in D-Fsa <> GerberATL <> Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten <> Mercure de France, Okt. 1752, S. 181

Literatur — Israel 1876 <> Eberhard Schauer, Das Personal des Württembergischen Hoftheaters 1750–1800 – Ein Lexikon, in: Musik und Musiker am Stuttgarter Hoftheater (1750–1918). Quellen und Studien, hrsg. von Rainer Nägele, Stuttgart 2000 <> Peter Cahn, Neue Quellen zur Familie des Organisten und Konzertunternehmers Johann Matthäus Kayser in Frankfurt, in: Philipp Christoph Kayser (1755–1823). Komponist, Schriftsteller, Pädagoge, Jugendfreund Goethes, hrsg. v. Gabriele Busch-Salmen, Hildesheim 2007, S. 37ff. <> Rainer Nägele, Die württembergische Hofmusik – eine Bestandsaufnahme, in: Süddeutsche Hofkapellen im 18. Jahrhundert, hrsg. von Silke Leopold und Bärbel Pelker, Heidelberg 2018, S. 510 <> Martin Bierwisch, Musik zwischen öffentlicher Darbietung und privatem Genuss – Musikleben in Frankfurt am Main im 18. Jahrhundert, Diss. in Vorb.


Martin Bierwisch

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  • Zuletzt geändert: 2020/08/07 12:08
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