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SEIBT, SOPHIE (CAROLINE) * Hanau 13. Juni 1812 | † Frankfurt/M. 5. Juni 1889; Gesanglehrerin, Chorleiterin, Komponistin

Seibt, deren aus Mainz gebürtiger Vater Wilhelm Philipp (Inspektor des Wechselstempelbüros, seit 1821 Frankfurter Bürger) ein „alter Freund“ (GollmickB) Carl Gollmicks war, erhielt ihre musikalische Ausbildung bei Johann Nepomuk Schelble und am Institut für Pianoforte-Unterricht von Johann Baptist (II) Baldenecker. Als Pianistin und Schülerin des Instituts trat sie 1829 mehrfach öffentlich auf. 1840 gründete sie den Seibt’schen Gesangverein, der mit etwa 50 Mitgliedern bis 1867 unter ihrer Leitung bestand. Neben vereinzelten eigenen Konzerten wirkte der Verein bei Konzerten anderer Künstler und im Rahmen gemeinnütziger Veranstaltungen mit. Seibt erhob für ihren Verein keinen Mitgliedsbeitrag, sondern kam selbst für die Unkosten auf und widmete sich „mit Liebe und warmem Eifer der Entwicklung junger Talente (besonders weiblicher)“ (Meidinger). Zu ihren Schülerinnen gehören Helena Pfeiff (* Frankfurt/M. 31. Juli 1833 | † ebd. 9. Nov. 1902), die ebenfalls Gesanglehrerin wurde, und Marie Heislitz (* Frankfurt/M. 1. Juli 1832 | † ebd. 28. März 1855). Seibt war nicht verheiratet.

WerkeKompositionen: Romanzen ohne Worte (Kl., Vl./Vc.) op. 1, Köln: Eck & Comp. [1843]; D-HVh (Zuschreibung nicht sicher) <> Sechs vierstimmige Lieder (SATB; Moritz Hauptmann gewidmet) op. 2, Leipzig: Whistling [1852] <> Fünf Gesänge (Sst. m. Kl.; Friedrich Caspari gewidmet) op. 3, Frankfurt und Offenbach: Selbstverlag bzw. André; D-OF (s. Abb.) <> Bearbeitungen (Sst. m. Kl., meist für andere Stimmlagen bearb.): J. S. Bach, Arie „Mein gläubiges Herze frohlocke“ (Sst. m. Kl.), Offenbach: André [1880] <> Beethoven, Scena ed Aria op. 65 „Ah! perfido“, ebd. [1880]; CH-LAcu, D-Sl <> Cherubini, „Ave Maria“ bzw. „Sei gegrüsst“, ebd. [1880]; A-Wn, CH-Bu, CH-Fcu, D-Hs, D-KA, D-KNh, D-OF, DK-Kk, NL-Ac <> Lotti, „Pur dicesti, o bocca, bocca bella“ bzw. „Ach noch einmal gönn’ mir“ bzw. „Parle encore“, ebd. [1880]; D-KNh <> Pergolesi, Nina „Tre giorni son che Nina“ bzw. „Drei Tage schon ruht Nina“, ebd. [1880]; A-Wn, CH-Zz, D-BNba, D-Dl, D-KNh, D-OF, GB-Lam, I-Fn, I-Mc, NL-Ac <> die vorstehenden Bearbeitungen erschienen separat und in Cecilia. Sacred and secular Songs with Piano, with English Version Bd. 1, hrsg. von Adolf Schimon, Ferdinand Gumbert und Sophie Seibt, ebd. [1881] <> Luigi Bordèse, Die Kunst des Gesanges. Gesangs-Uebungen f. die verschiedenen Stimmklassen, nach dem neueren Gechmack u. nach den italienischen, französischen u. deutschen Methoden. Bezeichnet u. m. Guidon'schen u. Graun’schen Silben versehen von S. Seibt op. 28, 5 Hefte, ebd. [1881] <> ungedruckte Werke: laut GollmickH komponierte Seibt außerdem Trios und ein Streichquartett.

Quellen und Referenzwerke — Nachlassakte in D-WIhha (Bestand 469/6 Nr. 7735) <> KB und Personenstandsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> MMB <> GollmickH, GollmickB <> Heinrich Meidinger, Frankfurt’s gemeinnützige Anstalten. Eine historisch-statistische Darstellung der milden Stiftungen, Wittwen und Waisen-, Hülfs- und Sparkassen, Vereine, Schulen etc., Bd. 2 (1845–55), Frankfurt/M. 1856, S. 143 <> Briefe von Moritz Hauptmann an Ludwig Spohr und Andere, hrsg. von Ferdinand Hiller, Leipzig 1876, S. 169–171 <> Nennungen in der musikalischen und regionalen Presse – u. a. Didaskalia (Frankfurt/M.) 22. März 1829, 7. Juni 1829, 18. Juni 1829, 8. Dez. 1853, 10. Apr. 1854, 9. Mai 1856, 14. Juni 1863; Süddeutsche Zeitung (Frankfurt/M.) 15. Okt. 1863; NZfM 22. Jan. 1844, 3. Sept. 1852, 29. Sept. 1852, 1. Juli 1856, 11. Mai 1860; Deutsche Musik-Zeitung (Wien) 5. Mai 1860, 22. Sept. 1862


Kristina Krämer

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  • Zuletzt geändert: 2020/05/15 13:57
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