sartorius

SARTORIUS, GEORG (CASPAR) * Mannheim (?) ca. 1754 | † Auerbach an der Bergstraße 1. März 1809; Violinist und Kapellmeister

Mit seinem Vater Henrich (Hautboist, † 1790) kam Georg Sartorius um 1776 an den Darmstädter Hof und erteilte Erbprinz Ludwig (seit 1790 als Ludewig X. Landgraf) Musikunterricht. Bei der offiziellen Einrichtung der Hofkapelle (1780) wird er als Musikdirektor geführt. Später begründete Sartorius eine Militärmusikschule und bekam, wohl beim Amtsantritt Ludewigs, auch die Leitung der Militärmusik zugeteilt. Aufgrund der mangelnden Disziplin der Militärmusiker supplizierte er Anfang Januar 1800 um den Titel eines Generalmusikdirektors, der ihm umgehend zugewiesen wurde; gleichwohl bat er bereits eine Woche später um Entbindung von diesem Amt, führte den Titel als Leiter der Hofmusik jedoch weiter. Die Berufung Abbé →Voglers als Geheimen Geistlichen Rat im August 1807 ließ diesen massiven Einfluss auf die Hofkapelle nehmen; im Gefühl der Untergrabung seiner Autorität setzte Sartorius seinem Leben selbst ein Ende. Sein Nachfolger (in der Position eines Hofkapellmeisters) wurde Karl Jakob Wagner.

Werke1. Kompositionen: Die verpflanzte Rose („Ich sah im Garten hold“; Sst., Kl.), o. O., o. V.; s. RISM S 1078 <> 2. Bearbeitungen (sämtlich Manuskripte mit jeweils wechselnden gestochenen Titelbordüren; s. RISMonline; weitere Bearbeitungen betreffend, die offenbar nicht überliefert sind, s. Schweitzer 1975, S. 23–24) a) für Harmoniemusik: (Partituren, zumeist mit Widmung an Landgraf Ludewig X.): Danzi, Chöre aus dem Freudenfest [nicht vor 1806]; D-DS (digital) <> Gossec, Choere aus dem Te Deum [nicht vor 1800]; D-DS <> Himmel, Fanchon [nicht vor 1804]; D-DS (digital) <> Hoffmeister, Der Koenigs-Sohn aus Ittaka [1795/1800]; D-DS (digital) <> Kauer, Das Donau-Weibchen [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> Koželuch, La ritrovata Figlia D’Ottone 2do [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> Martin y Soler, L’arbore di Diana; D-DS <> ders., Die gebesserte Eigensinnige [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> ders., Una Cosa Rara [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> Mozart, Cosi Fan Tutti [1790/1800]; D-DS (digital) <> ders., Favorit-Gesänge aus Il D. Giovanni [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> ders., Le Nozze di Figaro [1790/1800]; D-DS (digital) <> ders., Titus der Gütige [1790/1800]; D-DS (digital) <> ders., Die Zauberflöte [1790/1800]; D-DS (digital; digital) <> Wenzel Müller, Der Fagottist [1791/1800]; D-DS (digital) <> Paisiello, La Frascatana [1790/1800]; D-DS <> Piccinni, Didon [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> Süßmayr, Der Spiegel von Arkadien [1794/1800]; D-DS (digital) <> Winter, Elise Gräfin von Hillburg [nicht vor 1800]; D-DS (digital) <> ders., Helena und Paris [nicht vor 1800]; D-DS (digital, s. Abb.) <> ders., Das unterbrochene Opfer-Fest [nicht vor 1800]; D-DS (digital; digital) <> b) Klavierauszüge: Dalayrac, Renaud d’Ast, [nicht vor 1800]; D-Mbs <> Gluck, Iphigenie en Tauride [wohl vor 1800]; D-MEIr <> Kunzen, Das Halleluja der Schöpfung [nicht vor 1800]; D-Lr <> Martin y Soler, Una Cosa Rara, [wohl vor 1800] <> Schuster, Der Alchimist, [vor 1800]; D-Mbs <> Vogler, Der Kaufmann von Smyrna [vor 1800]; D-DS

Quellen — 2 Eingaben (Anf. Jan. 1800) sowie Kabinettsordre 18. Jan. 1800; D-DSsa (D 12 Nr. 25/30 digital)

Literatur — Thomas 1859, Schweitzer 1975 <> Oswald Bill, Sartorius, Georg Kaspar, in: Stadtlexikon Darmstadt (online)


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/05/14 02:20
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