kunz

KUNZ (Familie)

(1) Johann Jakob * Limbach 21. Apr. 1783 | † Wiesbaden 29. Dez. 1861; Lehrer und Organist

(2) Eduard * Wiesbaden 26. Juni 1817 | † Köln 8. Aug.1864; Sohn von (1), Kapellmeister und Komponist


(1) Jakob Kunz erhielt ab 1800 seine Ausbildung am Lehrerseminar in Idstein. Anschließend war er ab 1802 in Clarenthal, ab 1804 in Wiesbaden und ab 1815 in Mosbach als Lehrer tätig. 1817 erfolgte in Wiesbaden seine Anstellung als Organist der Mauritiuskirche (die jedoch 1850 niederbrannte), Lehrer der ersten Knabenklasse der Elementarschule und Gesanglehrer am Pädagogium (dort ab 1848 als Oberlehrer). 1852 trat er in den Ruhestand.

Quellen — KB Wiesbaden <> Akte Anstellungen der Elementarlehrer zu Wiesbaden, Joh. Jakob Kunz, Kantor und Organist, zuletzt Oberlehrer und der Oberlehrer Dr. Thielmann; D-WIhha, Best. 211 Nr. 7765 <> Akte Nebenlehrer am Pädagogium und Gymnasium in Wiesbaden, Musik- und Gesanglehrer; D-WIhha, Best. 429/1 Nr. 38 Dep. <> Allgemeine Schulzeitung 10. Mai 1845, Sp. 592 <> Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau 8. Apr. 1848, S. 70 <> Verordnungsblatt des Herzogthums Nassau 7. Okt. und 23. Nov. 1852 <> Didaskalia 16. März 1853 <> Das 50jährige Jubelfest des Herrn Oberlehrers, Cantor J. Kunz zu Wiesbaden am 29. September 1852. Festbeschreibung von Thielemann. Autobiographie vom Jubilar, Wiesbaden 1853; D-WIl

Literatur — Wolf-Heino Struck, Wiesbaden als Nassauische Landeshauptstadt, Bd. 1, Wiesbaden 1979, S. 152, 159 und 166; Bd. 2, Wiesbaden 1981, S. 203 <> Hans Uwe Hielscher, Die Oberlinger-Orgel in der Marktkirche Wiesbaden, Bad Kreuznach 1990, S. 78


(2) Nach erster Ausbildung bei seinem Vater studierte Eduard Kunz um 1842 zwei Jahre am Konservatorium in Brüssel. Daran schlossen sich Engagements als Kapellmeister an den Theatern in Koblenz (1842), Ulm (1843–1844), Elberfeld (1844–1845, hier parallel vermutlich kurze Zeit 1844 am ebenfalls von Friedrich Spielberger unterhaltenen Theater in Köln) und Freiburg im Breisgau (1845–1846) an. 1848 zwang ihn die „eingetretene kritische Zeit“ (Brief von Kunz an Louis Spohr, 1. Aug. 1849) in seine Geburtsstadt Wiesbaden zurückzukehren. Als seine Bewerbung als Nachfolger des Hofkapellmeisters Christian Rummel scheiterte, ging er 1849 als Kapellmeister an das Deutsche Theater in Amsterdam. Mindestens 1852–1855 wirkte er als Musikdirektor in Worms, wo er auch als Gesanglehrer am Gymnasium unterrichtete. Seine Todesanzeige für seine Verlobte, die Sopranistin Anna Kropp, könnte darauf hindeuten, dass er sich 1863 in Darmstadt aufhielt.

WerkeVokalmusik: „Name, Bild und Lied“ (Sst., Kl.) op. 2, in: Orpheon, Bd. 6, Stuttgart: Göpel [1852], S. 60–64 <> „Heimkehr“ (Sst., Kl.) op. 3, ebd. [1852], Bd. 7, S. 88–91 <> „Hafenruhe“ (Sst., Kl.) op. 4, ebd. [1852], Bd. 8, S. 90–96 <> 3 Lieder für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung („Unverstandene Wehmuth“, „Lied des Mädchens“, „O wärst du, mein Herz, eine Blume“) op. 7, Mainz: Schott [1857] <> Der Sänger in der Ferne (Bariton, obl. Hr., Kl.; komp. 1842), op. 14, Offenbach: André [1860]; D-Mbs <> Fahnen-Lied der nassauischen Wehrmänner zum erstenmal gesungen bei der Uebergabe der Fahnen durch die Frauen und Jungfrauen an die Wehrmänner in Wiesbaden am 12. Juni 1848 […] (Mch., Militärmusik) op. 6, KlA., Wiesbaden: Kreidel [1848]; D-WIl; vermutlich identisch mit Marsch für Militair-Musik, den deutschen Wehrmännern gewidmet (arr. f. Kl., Wiesbaden: Schellenberg [1848]) <> Instrumentalmusik: 1. Sinfonie F-Dur (ein Aufführungsmaterial befand sich in der Bibliothek des Nationaltheaters Mannheim, s. Walter, S. 194) <> 2. Sinfonie C-Dur, verschollen <> 3. Sinfonie a-moll, Ms. in D-Cl (s. RISMonline) <> Ouvertüre D-Dur (1849), Autogr. in B-Br (s. RISMonline); weitere Ouvertüren sind in zeitgenössischen Aufführungsberichten und in der Korrespondenz mit Spohr belegt <> Concert („en forme de fantaisie“) (Hr., Orch., 1842) <> Gesangsscene (chromatisches Hr., Kl.; 1858 André angeboten) <> Quartett (4 chromatische Hr.) <> Morceau (Vl., Vc., Kl.) op. 16, Offenbach: André [1858]; D-OF

Quellen — Brief Carl Koßmalys an Louis Spohr 5. Okt. 1844 (s. Spohr-Briefe hrsg. von Karl Traugott Goldbach); 3 Briefe von Eduard Kunz an Louis Spohr (s. Spohr-Briefe); 4 Briefe von Eduard Kunz an André in Offenbach (1857, 1858; D-OF) <> Hof- und Staatshandbuch des Großherzogthums Hessen 1854, S. 207; 1855, S. 212 <> Allgemeine Wiener Musik-Zeitung 21. Juli 1842; Frankfurter Konversationsblatt 12. Apr. 1842; NZfM 19. Jan. 1843, 21. Jan. 1853; Bühnenwelt (Nürnberg) Nr. 41, 1843; Allgemeine Theater-Chronik 27. März 1844; Didaskalia 4. Apr. 1844, 26. Febr. 1847, 13. Sept. 1849, 10. Dez. 1852, 30. Juni 1853; Rotterdamsche courant 17. Juni 1851; Caecilia (Utrecht) 15. Jan. 1850; Rheinische Musik-Zeitung 18. Dez. 1852, 11. März 1853; Neue Berliner Musikzeitung 12. Mai 1852, 12. Jan. 1853; Zeitschrift für die Alterthumswissenschaft Nr. 34, 1854, Sp. 271; Urania (Erfurt), Nr. 6, 1856, S. 93; Süddeutsche Musik-Zeitung 23. März 1857; Signale für die Musikalische Welt Nr. 9, Febr. 1857, S. 104; Wiener Theater-Chronik 20. Aug. 1863; Musikalisches Wochenblatt 24. Apr. 1874; Almanach für Freunde der Schauspielkunst (Berlin) 1842–1846; Süddeutsche Musik-Zeitung 22. Aug. 1864 (Nachruf) <> Musikalischer Monatsbericht neu erschienener Werke im Verlag von B. Schott’s Söhnen in Mainz (Juni/Juli 1857); HmL; MMB

Literatur — Friedrich Walter, Archiv und Bibliothek des Grossh. Hof- und Nationaltheaters in Mannheim 1779–1839, Bd. 2, Leipzig 1899 <> Helene de Bary, Museum. Geschichte der Museumsgesellschaft zu Frankfurt a. M., Frankfurt am Main 1937, S. 196


Karl Traugott Goldbach

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