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BERGER, LUDWIG * ? 1774/1782 (die angebliche Geburt in Wadersloh, Kreis Beckum, ist nicht zu bestätigen) | † Karlsruhe 15.ؘ Nov. 1828; Sänger und Komponist

Trotz der 1963 von Dieter Siebenkäs publizierten Klarstellung, dass zeitgleich mit dem Berliner Komponisten Ludwig Berger (1777–1839) ein weiterer Musiker desselben Namens lebte, dessen Werke ersterem in Lexika, Bibliographien und Werkverzeichnissen fast ausnahmslos zugeschrieben werden, hält sich der (wohl schon 1802 begegnende) Irrtum hartnäckig noch immer. Der 1828 gestorbene Berger war vermutlich Schüler Abbé →Voglers, debütierte 1801 in Coburg, zählte als Tenorist 1804 zum Personal des neugegründeten Würzburger Nationaltheaters und wechselte 1806 nach Frankfurt/M., wo er bis Anfang des Jahres 1807 ebenfalls als Theatersänger engagiert und bis Ende 1808 wohnhaft war. Von 1809 bis 1811 gehörte er jeweils kurzzeitig den Ensembles der Theater in Mannheim und Stuttgart an und trat seit August 1811 im Karlsruher Hoftheater auf. 1813 verließ er die Bühne und betätiget sich als Gesangslehrer sowie (seit etwa 1820) als Leiter eines von ihm errichteten Chor-Lehrinstituts in Karlsruhe. Berger ließ seine Kompositionen fast ausschließlich bei André in Offenbach veröffentlichen; auf den Titeln der Werke des bekannteren Namensvetters, dessen Verleger überwiegend in Berlin bzw. Leipzig ansässig waren, findet sich vielfach die Präzisierung „de (aus) Berlin“ unter dem Namen.

Werke (chronologisch nach Publikationszeit; die Bibliothekskataloge weisen die Werke ausnahmslos dem Berliner Ludwig Berger zu) — Sechs Deutsche Lieder (Sst., Kl./Git.), 1. Slg., Offenbach: André [1805]; D-Bhm <> Sechs Lieder (Sst., Kl./Git.), 2. Slg., ebd. [1805]; D-Bhm, D-OF <> Lied Skizze meines Lebens (Sst., Kl.), ebd. [1806]; D-KA (digital, s. Abb.), D-Mbs, D-OF <> 3 Lieder (Sst., Git., Va.), ebd. [1806]; D-OF <> Ergebung von Salis (Sst., Kl.), ebd. [1807]; D-KA (digital), D-OF <> Romanze Clotar (Sst., Kl.), ebd. [1807]; CH-Bu, D-KA (digital), D-Mbs, D-OF – spätere Aufl. ebd. [1814] <> Sechs deutsche Lieder (Sst., Git.) op. 6 (Widmung an Antonia Gräfin von Ingelheim), ebd. [1807]; D-Mbs, D-OF <> Sechs deutsche Lieder (Sst., Git.) op. 7, ebd. [1807]; D-KA (digital), D-Mbs, D-OF <> Deutsche Lieder (Sst., Git.), Mainz: Zulehner [ca. 1808]; D-BNba, D-Mbs (digital: Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4, Nr. 5), D-DO (digital Nr. 2) – Übernahme Mainz: Schott [vor 1818] <> Lied Die Rose (Sst., Kl. bzw. Git./Kl.), Offenbach: André [1809]; D-BNu, D-Mbs – spätere Aufl. ebd. [1810]; D-OF (Fassung m. Kl.) – Nachdruck Mainz: Schott [1820] (Auswahl von Arien Nr. 178); D-Mbs (digital) <> Sonate (Git., Fl., Va.) op. 8, Offenbach: André [1808]; D-KA (teils Abschrift: digital), D-OF <> Lied Die neue Schoepfung (Sst., Git.), ebd. [1808]; D-KA (digital), D-Mbs, D-OF – spätere Aufl. [1810] ebd. – Nachdruck Mainz: Schott [1820] (Auswahl von Arien Nr. 181) <> Sechs Gedichte von Goethe und Schiller (Sst., Kl./Git.) op. 9, Offenbach: André [1808]; D-DÜk, D-Eu, D-OF, DK-Kk – Teilnachdruck (Nr. 2–5) als Vier Gedichte von Goethe und Schiller op. 9, Würzburg: Bauer [1809]; D-DÜk, D-LEu, D-Mbs, GB-Lam <> Jemmy Dawson. Eine Ballade aus dem Englischen (Sst., Git./Kl.) op. 10, Offenbach: André [1808]; D-F, D-Mbs, D-OF <> Sechs Deutsche Lieder (Sst., Git./Kl.) op. 11, ebd. [1808]; D-OF – Teilnachdruck (Nr. 2–5) als Drey Deutsche Lieder op. 11, Würzburg: Bauer [1809] <> Sechs Italienische Lieder (Sst., Kl./Git.) op. 12, Offenbach: André [1809]; D-OF <> Sechs Deutsche Lieder (Sst., Kl./Git.) op. 13, ebd. [1809]; D-OF <> Colma. Scène ossianique (Sst., Kl.), ebd. [1809/10]; D-OF <> Sechs Deutsche Lieder (Sst., Git.) op. 14, ebd. [1812], D-KA (digital), D-OF <> Sechs Deutsche Lieder (Sst., Git.) op. 15, ebd. [1812], D-KA (digital), D-OF <> Deutsche Lieder (Sst., Git./Kl.; „Erlkönig“, „Die Philosophie des Lebens”, „Die neue Schöpfung“, „Die Rose“), Mainz: Schott [ca. 1820] (Nachdrucke der André-Ausgaben, auch separat in Auswahl von Arien (s. o.))

Quellen und Referenzwerke — KB Wadersloh <> Briefe von André an Berger (1805–1813) in D-OF (Briefkopierbücher); Briefe Bergers an André (6) in D-B (lt. Siebenkäs) <> Zeitung für die elegante Welt (Leipzig) 6. Apr. 1802 (Berger aus Berlin, damals in Dresden, dementiert Nachricht vom 11. März 1802, dass er Schüler Voglers gewesen sei); AmZ (s. Reg.) <> HmL <> Kat. Schott 1900 <> Constapel (mit richtiger Zuweisung) <> Wollner 2009

Literatur — Dieter Siebenkäs, Ludwig Berger. Sein Leben und seine Werke unter besonderer Berücksichtigung seines Liedschaffens, Berlin 1963, S. 246–249 (dort weitere Quellen) <> Ders., Zweimal Ludwig Berger, in: Mf 18 (1965), S. 185–187


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2020/05/14 02:18
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