Emil Heinrich Schuncke
SCHUNCKE, (FERDINAND) EMIL HEINRICH * Karlsruhe 15. Jan. 1837 | † Frankfurt/M. 27. Febr. 1891; Musiker, Buchhändler, Lithograph
Schuncke gehörte der bekannten Musikerfamilie an – sein Vater Johann Christoph (1791–1856), Hornist und Hofmusiker in Karlsruhe, war Onkel des Schumann-Freunds und Mitbegründers der Neuen Zeitschrift für Musik Ludwig Schuncke (1810–1834). Wir wissen über die biographischen Stationen Emil Heinrichs, bevor er im März 1874 gemeinsam mit seiner Frau in Frankfurt eine Buchhandlung mit einer angeschlossenen Leihbibliothek und mit einem Journal-Lese-Zirkel eröffnete, nichts. Im Januar 1878 verabschiedete er sich bereits von diesem Metier, arbeitete zwischenzeitlich als Musiker und begründete 1883 eine lithographische Musikdruckerei (Anstalt für Musikaliendruck von E. H. Schuncke, Frankfurt a. M.), die gelegentlich auch als Verlag hervortrat – unter den vermutlich weit mehr als 200 Ausgaben, die Schuncke herstellte, finden sich Werke von Carl Fälten, Casimir Freund, Johann Roth und Markus Leib Weintraub. Nach seinem Tod führte seine Witwe Veronika geb. Müller (* Durbach bei Offenburg 20. Sept. 1849 als Tochter eines Seifensieders | † Frankfurt/M. 23. März 1931) die Druckerei noch einige Jahre weiter. Zuvor hatte sie in Frankfurt eine „Mercerie- und Weisswaaren-Agentur“ betrieben (so das Adressbuch 1886) – warum das Paar fast jedes Jahr eine andere Wohnung bezog, entzieht sich unserer Kenntnis.
Quellen — KB Durbach und Karlsruhe (Stadtgemeinde) <> Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Karlsruher Tagblatt 29. März 1837; Deutscher Reichsanzeiger (Berlin) 14. März 1874; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt 6. Juni 1878 (Beilage), 3. Juli 1887 (2. Morgenblatt); Musikalisches Wochenblatt 30. März 1882; Frankfurter Latern 20. Jan. 1877, 26. Jan. 1878, 2. März 1878, 25. Mai 1878
Abbildung: Schrift- und Notenbild Schunckes (Beginn des Notenteils der Agende für Trauungen von Markus Leib Weintraub, Verlagsnummer 233); D-F
Axel Beer