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SCHÄFER, (LUDOLF JACOB) THEODOR (gen. Theo) * Frankfurt/M. 27. Jan. 1872 | † Wiesbaden 18. Jan. 1935; Zeitungsredakteur, Musikschriftsteller und Komponist

Der Predigersohn Theo Schäfer studierte in den Jahren 1893–1895 Klavier am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt (Ernst Engesser und Carl Friedberg; lt MüllerDML auch Theorie bei Iwan Knorr) und Engelbert →Humperdinck) und betätigte sich anschließend zunächst als Buch- und Musikalienhändler. 1897–1899 lebte er in Bern als Musikreferent der Berner Zeitung und versuchte – offenbar ohne den erhofften Erfolg zu erzielen –, sich auch als Klavierspieler, Komponist und Bühnendichter sowie mit Vorträgen über musikhistorische Themen einen Namen zu machen. Nach Frankfurt zurückgekehrt, konzentrierte sich Schäfer weitgehend auf seine Aufgabe als Redakteur des General-Anzeigers, ohne seine persönlichen literarischen und musikalischen Ambitionen (dies weiterhin als Berichterstatter, mit Referaten bei unterschiedlichen Gelegenheiten sowie auch als Musiklehrer (u. a. für Theorie und Musikgeschichte in Carl Spechts Akademie für Kunstgesang und Musik) und Preisrichter bei Chorwettbewerben) zu vernachlässigen. Im September 1912 übernahm er die Kulturredaktion der Dortmunder Zeitung und steuerte nicht nur regelmäßig Kritiken, sondern vielfach Gedichte und Erzählungen für das Feuilleton bei; auch setzte er seine Vortragstätigkeit fort. Aufgrund eines „langjährigen hartnäckigen Leidens“ (Nekrolog) gab er Ende des Jahres 1932 seine Dortmunder Stellung auf und ließ sich in Wiesbaden nieder. Manches lässt darauf schließen, dass Schäfers ambitionierte und vielfältige Aktivitäten nicht nach Jedermanns Geschmack waren; ein Frankfurter Kritiker (er nannte sich „Jean qui rit“) beispielsweise jagte der Anthologie Frankfurter Dichterbuch bitterböse Verse hinterher, die in dem Vierzeiler enden:

„Eins söhnt mich aus mit diesem Dichterbuch,
Und ich verleihe diesem gern auch Worte,
Man hats gedruckt zu der Poeten Fluch
Auf ein Papier just für verschwiegne Orte.“ (Die Fackel 25. Nov. 1905)

WerkeKompositionen: Zwei Lieder (Zum Berg hinüber, Frühling; Sst., Kl.), Frankfurt: C. A. André [1907]; D-B – 1912 von André in Offenbach übernommen; D-OF (mit autogr. Stichvorlagen) <> Drei Lieder (Volkslied „Ich will vor dir nicht gelten“, Der Zeisig, Fröhliche Zuversicht), Offenbach: André [1912]; D-B, D-OF (s. Abb.) <> weitere, in der Presse genannte Kompositionen (darunter Vorspiel zur versunkenen Glocke (Gerhart Hauptmann); s. Der Bund (Bern) 15. Aug. 1899) blieben ungedruckt und sind verschollen. <> Schriften: Schauspiel Leidenschaften (aufgef. Bern Aug. 1898); verschollen <> Jean Louis Nicodé. Ein Versuch kritischer Würdigung und Erläuterung seines Schaffens, Berlin: Harmonie 1907; A-Wn, D-BHu, D-DÜl, D-F, D-Mbs <> Also sprach Richard Strauss zu mir. Aus dem Tagebuch eines Musikers und Musikschriftstellers, Dortmund: Rehfus 1924; A-Wn, D-B, D-Bim, D-DM, D-DÜl, D-F, D-Mbs, D-MÜu <> Berichte, Rezensionen, Gedichte, Erzählungen insbesondere im Frankfurter General-Anzeiger und in der Dortmunder Zeitung <> Herausgabe: Frankfurter Dichterbuch, Frankfurt: Schulz 1905; D-Au, D-B, D-BNu, D-DÜl, D-ERu, D-F, D-GI, D-Mbs, D-MZs, D-MZu, D-WIl, D-WO, GB-Lbl

Quellen und Referenzwerke — Standesamtsregister Frankfurt <> Briefe; s. Kalliope <> Nekrolog Theo Schäfer †, in: Dortmunder Zeitung 20. Jan. 1935 (2. Blatt) <> Adressbücher Frankfurt <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums <> Intelligenzblatt für die Stadt Bern 14. Juli 1897, 23. März 1898, 29. Aug. 1898, 7. Apr. 1899, 8. Juli 1899 und passim; Der Bund (Bern) 15. März 1898, 15. Apr. 1898, 16. Aug. 1898, 15. Aug. 1899, 19. Aug. 1899 und passim; Die Fackel (Frankfurt) 21. Okt. 1905, 25. Nov. 1905 und passim; Frankfurter Leben 9. Sept. 1906, 12. Apr. 1908 und passim; Frankfurter Musik- und Theater-Zeitung 21. Juni 1907, 5. Juni 1907, 11. Okt. 1908 und passim; Wiesbadener Tagblatt 3. Juni 1910; Dortmunder Zeitung 3. Sept. 1912 (erstmals), 27. Jan. 1921. 14. Nov. 1932 und passim <> MMB <> MüllerDML

Abbildung 1: Theo Schäfer, Fotographie (Dortmunder Zeitung 20. Jan. 1935 (2. Blatt))

Abbildung 2: Titelseite der Drei Lieder [1912]; D-OF


Axel Beer

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