neumann


(1) Heinrich get. Hundeshagen (Landkreis Eichsfeld) 25. März 1792 | † Heiligenstadt 24. Apr. 1861; Klarinettist und Komponist

(2) Edmund * Köln 12. Juli 1819 | † Nauheim 1. Aug. 1873; Sohn von (1), Kapellmeister, Komponist


(1) Heinrich Neumann, Sohn eines aus Böhmen eingewanderten Musikanten, hielt sich zunächst in Frankfurt und Köln (1815–1819) auf, wurde Mitglied der Dommusik in Paderborn (bis 1823) und arbeitete anschließend als Militärmusiker in Detmold (bis 1829), Antwerpen (bis 1833), Köln (bis 1839), Sondershausen (bis 1841), Mühlhausen (bis 1847) und schließlich Heiligenstadt.

Werke — vgl. das Verzeichnis bei van Kalker, S. 171–192; von 1822 bis etwa 1830 ließ Neumann seine Werke fast ausschließlich (mit Ausnahme von op. 1 und 2, die bei Schott in Mainz herauskamen), bei André in Offenbach erscheinen.

Quellen — Brief Neumanns an André, Paderborn 18. Dez. 1821 (D-Kbeer); Briefe Andrés an Neumann (D-OF)

Literatur — Johan van Kalker, Carl Andreas Göpfert, Heinrich Backofen und Heinrich Neumann. Drei Klarinettisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Göttingen 2012, S. 131–197 (mit Werkverzeichnis und weiteren Literaturangaben)


(2) Edmund Neumann, Schüler seines Vaters und zeitweilig auch Moritz Hauptmanns in Leipzig, war in der Spielzeit 1848/49 Musikdirektor am Theater in Trier. Nach einer kurzzeitigen Tätigkeit als Kapellmeister eines englischen Militärorchesters in Bombay kehrte er noch 1849 nach Trier zurück und arbeitete bis Ende 1850 als städtischer Kapellmeister. 1853 stellte er im Auftrag der Kurfürstlich Hessischen Regierung erstmals eine Kurkapelle in Nauheim zusammen, deren Direktion er bis zu seinem Tod innehatte; 1858 zählte er zu den Bewerbern um die Nachfolge Louis Spohrs in Kassel. Seine Kompositionen vermöchten nicht nur die Kurgäste „in helles Entzücken“ zu versetzen (Schmidt 1932, S. 6); auch in den Vereinigten Staaten waren sie beliebt, wie Neumanns Ernennung zum Ehrenmitglied der in Philadelpha ansässigen Musicians Protective Association of the United States (1872) belegt. Nach Neumanns Tod lag die Leitung der Nauheimer Kurkapelle zunächst kurzzeitig in den Händen von Friedrich Christian Rosenkranz sowie Carl Dahl (1874/75 bzw. 1876/77), bevor Carl Machts sie übernahm.

Werke — zahlreiche Tanzkompositionen für Klavier erschienen 1845 bis 1869 zu einem großen Teil bei André in Offenbach (überwiegend in D-OF vorhanden) und Schott in Mainz (Opuszahlen bis 128 und weitere Werke ohne Zählung), darunter ein Nauheimer Sprudel-Galopp (Kl.), Mainz: Schott [1856]; D-B, F-Pn

Quellen — Mitglieder-Verzeichnis der Kurkapelle 1872; Stadtarchiv Bad Nauheim (Best. AI, XIVa Nr. 058) <> MMB, Pazdírek <> Bernsdorf <> zeitgenössische Presse (u. a. Allgemeine Zeitung (Augsburg), Frankfurter Journal); NZfM 13. Sept. 1872; Oberhessischer Anzeiger 5. Aug. 1873 (Todesmeldung); Didaskalia 6. Aug. 1873 (kurzer Nekrolog)

LiteraturKarl Schmidt, Bad-Nauheimer Musikleben unter Edmund Neumann (1853–1873), in: Bad-Nauheimer Zeitung 10. Aug. 1929 <> ders., Die Dirigenten des Bad-Nauheimer Kurorchesters von 1853–1932, Friedberg 1932 <> ders., Art. Neumann, in: Hessische Biographien, Bd. 3, Darmstadt 1934, S. 332–333 <> Brigitte Faatz, Erinnerung an ersten Kurorchester-Dirigenten, in: Wetterauer Zeitung 21. Okt. 2008 <> Bereths 1987 <> van Kalker (wie oben), S. 131–132

Abbildung 1: Edmund Neumann (Schmidt 1932)

Abbildung 2: Titel zu einem von Edmund Neumann bearbeiteten Favoritstück aus dem Repertoire von Henriette Sontag, die 1851/52 in der Rhein-Main-Region (u. a. in Frankfurt, Mainz und Koblenz) gastierte (Offenbach: André [1852]; D-Kbeer)



Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2023/06/05 17:56
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