Alwin Krumbholz
KRUMBHOLZ, ALWIN (HERMANN) * Stößen bei Merseburg 21. März 1851 | † Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße) 9. Apr. 1913; Violinist und Dirigent
Der Sohn des Direktors einer Musikschule studierte möglicherweise am Konservatorium in Leipzig (dort allerdings nicht in den Einschreiblisten). Als Mitglied einer in Köln stationierten Militärkapelle nahm er 1870/71 am deutsch-französischen Krieg teil. Nach Tätigkeit als Geiger im Heidelberger Kurorchester wurde er 1875 Violinlehrer an der von Hermann Friedrich geleiteten Pfälzischen Musikschule in Neustadt. Dort war er auch Leiter der Liedertafel. Nach einem „unliebsamen Vorkommnis gelegentlich des Donnersberg-Ausfluges unserer Liedertafel am Himmelfahrtstage“ zog Krumbholz vor, „anstatt zu satisfaciren zu demissioniren“ (Dürkheimer Beobachter 31. Mai 1895). Ihm folgte probehalber der Gesanglehrer Wilhelm Fahr als Dirigent. 1898 gründete Krumbholz für Instrumentalaufführungen den Musikverein. Daneben war er spätestens ab 1888 auch Instrumentallehrer an der königlichen Studienanstalt (ab 1891 humanistisches Gymnasium) und ab 1894 an der Realschule in Neustadt. Als Hermann Friedrich 1900 erkrankte, übernahm Krumbholz ebenfalls dessen Gesangunterricht an den Schulen. Ab 1898 war er Mitglied des Komitees des Pfälzischen Sängerbunds, dem unter anderem auch Johann Heinrich →Lützel angehörte; beim 1910 durchgeführten nationalen Gesangswettstreit in Neustadt wirkte er neben Matthäus Griessinger, Carl Eugen Gross und Karl August Krauss als Preisrichter mit. Beim letzten Konzert des Musikvereins vor Krumbholz’ Tod übernahm Alexander Löwe aus Landau für den bereits Erkrankten die Direktion, nach seinem Tod wählte der Musikverein Armin Kroder als Nachfolger. Krumbholz war verheiratet mit Anna Maria Margarethe geb. Kullmann. 1905 verletzte der 13-jährige Sohn des Ehepaars Krumbholz beim Spielen mit dem Revolver seines Vaters einen Spielkameraden lebensgefährlich. Eine Verwandtschaft mit dem Merseburger Stadtmusikdirektor Julius Krumbholz (1841–1933) ist genauso wenig ausgeschlossen wie mit dem wie dieser in Thüringen beheimateten Stuttgarter Cellisten Theodor Krumbholz (1839–1878).
Werke Schenk’ ein du Maid aus Pfälzerland (Mch.) op. 52, Neustadt: Braun [1891] <> Schauspielmusik zu Der Sohn der Freiheit von Hugo Richter (belegt in Merseburger Kreisblatt 23. Aug. 1873) <> Lied Es zog ein munterer Bursche (belegt in General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung 30. Dez. 1903)
Quellen — KB Neustadt; KB Stößen <> Jahresberichte Königliche Studienanstalt Neustadt 1888–1889; Jahresbericht Gymnasium Neustadt 1892/93; Jahresberichte Realschule Neustadt 1894–1900; Handbuch für den kgl. bayer. Regierungsbezirk der Pfalz 1893 <> Merseburger Kreisblatt 23. Aug. 1873; NZfM 23. Mai 1879, 17. Apr. 1913; Musikalisches Wochenblatt 9. Jan. 1890; Die Orgel Jan. 1891; Der Chorgesang 1. Juli 1891; Neustadter General-Anzeiger 9. Apr. 1894, 30. Mai 1895; General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgebung 20. Nov. 1894, 30. Dez. 1903, 9. Apr. 1913, 11. Apr. 1913 (Nachruf); Speyerer Zeitung 21. Aug. 1878, 2. Mai 1879, 2. März 1880, 9. Aug. 1882, 19. Nov. 1889, 9. Febr. 1898, 7. Dez. 1905, 13. Mai 1910, 11. Apr. 1913, 5. Aug. 1913; Zweibrücker Zeitung 4. Nov. 1880; Pfälzer Zeitung 28. Apr. 1879; Pfälzischer Kurier 3. Aug. 1878, 17. Aug. 1878; Bliesgau-Zeitung 1. Juni 1895; Dürkheimer Beobachter 31. Mai 1895 <> MMB
Karl Traugott Goldbach