Alexander Löwe
LÖWE, ALEXANDER (CARL) * Wetzlar 10. Nov. 1847 | † Landau 13. Jan. 1928; Militärmusikdirektor
Alexander Löwe war Sohn des Schauspielers Christian Löwe. Seiner Schulzeit in Bernburg (Saale) folgte in den Jahren 1862–1866 der Besuch der Musikschule im benachbarten Könnern. Er gehörte 1867 als Hoboist dem Königsgrenadier-Regiment in Liegnitz an, 1869 dem Husarenregiment in Schleswig und, nach seiner Teilnahme am deutsch-französischen Krieg 1870/71, dem 110. Infanterieregiment in Mannheim. Nachdem er 1876–1878 seine Ausbildung (als Hornist) an der Königlichen Hochschule in Berlin fortgesetzt hatte, kehrte er, noch immer als Angehöriger des Regiments, nach Mannheim zurück und ging von dort 1881 als Kapellmeister des 2. Bayerischen Jäger-Bataillons nach Aschaffenburg sowie 1884 als Musikdirektor zum 18. Infanterieregiment Prinz Ludwig Ferdinand nach Landau. Die Regimentsmusik versorgte die Stadt nicht nur mit Sinfoniekonzerten, sondern spielte auch bei Schützen-, Turn-, Wald- und anderen Festen vor Ort und im Umland auf. Daneben war Löwe als Musiklehrer und Chorleiter tätig. 1898 trat er als Militärmusiker in den Ruhestand. Nach einem Intermezzo als Direktor des Varietétheaters in Brünings Saalbau in Braunschweig ab 1907 kehrte Löwe 1910 als Musiklehrer nach Landau zurück. 1913 vertrat er bei einem Konzert im benachbarten Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße) den schwer erkrankten Alwin Krumbholz. 1888 bestellte ihn die Reichs-Oberfechtschule zum Generalfechtmeister. 1900 unternahm seine Frau Elisabeth geb. Weisbrod (Eheschließung Mannheim 1887) „in einem Anfall von Geistesstörung“ (Allgemeine Zeitung) einen Selbstmordversuch, indem sie sich die Pulsschlagadern aufschnitt.
Werke (nach Jansa; sämtlich ungedruckt und verschollen) — Fest-Ouvertüre <> Marsch heroic <> 18er Marsch (s. Speierer Zeitung 2. Juli 1906) <> Oberst-Wolf-Marsch <> Oberst-Lindhammer-Marsch <> Quadrille im spanischen Stil <> Konzert über Schlaraffenlieder <> Abschiedsmarsch <> Brünings-Saalbau-Varieté-Marsch <> Der Opernfreund. Großes Potpourri <> Schützenmarsch mit Gesang <> Bayernland, mein Heimatland
Quellen — Familienbögen Mannheim <> Studierendenliste der Königlichen Hochschule in Berlin <> Militair-Musiker-Almanach 1889, 1892 <> Dienstalters-Liste der Stabshoboisten, Stabstrompeter, Stabshornisten des Deutschen Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, Berlin 1891, S. 14 <> Speierer Zeitung 2. Jan. 1875, 6. Sept. 1898, 15. Dez. 1900, 2. Juli 1906 ; Pfälzer Zeitung 23. Juni 1885, 27. Juni 1889; Pfälzischer Kurier 21. Mai 1886; Deutsche Reichsfechtschule 19. Febr. 1888; Landauer Zeitung 8. Juni 1894, 14. Jan. 1895, 26. Febr. 1895, 22. März 1895, 15. Juni 1895, 18. Juni 1895, 20. Juni 1895; Dürkheimer Beobachter 27. Juli 1895; Neue Militär-Musik-Zeitung 9. Dez. 1898; Allgemeine Zeitung (München) 18. Dez. 1900; Grünstadter Zeitung 3. Juli 1906; Karlsruher Zeitung 16. Jan. 1928 (Todesmeldung)
Literatur — Jansa 1911
Abbildung: Alexander Löwe nach einer Photographie; Jansa 1911
Karl Traugott Goldbach