griessinger


GRIESSINGER (Griesinger, Grießinger), MATTHÄUS * Marktleugast (Landkreis Kulmbach, Oberfranken) 25. Mai 1867 | † Amberg (Oberpfalz) 27. Aug. 1934; Seminarmusiklehrer in Speyer, Komponist

Seine musikalische Ausbildung erhielt Griessinger, Sohn eines Gutsbesitzers, in den Jahren 1886–1889 an der Königlichen Musikschule in München (Violine bei Max Hieber, Kontrapunkt bei Josef Rheinberger, Orgel bei Otto Hieber). Zunächst fand er eine Anstellung als Schulverweser in seinem Heimatort; 1891 erfolgte die Versetzung als Seminarhilfslehrer nach Freising sowie 1896 als Präparandenlehrer nach Oberdorf (Marktoberdorf), wo er jeweils auch Gesangsunterricht erteilte. Wenig später ließ er sich beurlauben, um an den Universitäten Rostock und München seine Studien (in den Fächern Geographie und Geschichte) fortzusetzen; seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte im Jahre 1900 in Rostock. Nicht lange nach der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit in Oberdorf wurde Griessinger 1902 als Präparandenlehrer an die Lehrerbildungsanstalt in Speyer versetzt, wo er 1904 in der Nachfolge Joseph Niedhammers zum Seminar(musik)lehrer aufstieg und 1919 zum Seminaroberlehrer befördert wurde. Insbesondere bei den „musikalisch-deklamatorischen Schlussproduktionen“, die am Ende der Schuljahre standen, trat Griessinger – als Dirigent wie auch als Komponist – auch öffentlich in Erscheinung. Des weiteren fungierte er (wiederum anstelle Niedhammers) als Sachverständiger für Orgelbau (seit 1908) sowie bisweilen (u. a. neben Carl Eugen Gross und Karl August Krauss) als Preisrichter bei Chorwettbewerben. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand verlegte er im November 1923 seinen Wohnsitz nach Amberg. 1904 schloss Matthäus Griessinger in Speyer die Ehe mit Maria Mathilde geb. Hornbach (* Speyer 1877 | † München 1959), der Tochter seines Kollegen Valentin Hornbach.

Werke (Kompositionen; ungedruckt und verschollen, wenn nicht anders angegeben) — An die Heimat (Orch.), in: Blumenlese, Concertmusik für 6–16stimmiges Orchester, Heft 34, Bremen: Fischer [1893] <> Entsagung. Symphonisches Tongemälde – aufgef. Speyer Juli 1903 („ein ergreifend wirkendes Stimmungsbild moderner Art“; Speierer Zeitung 10. Juli 1903) <> Märchen. Symphonisches Tongemälde (V., Str.-Orch., Kl., Harm.) – aufgef. Speyer Juli 1904 <> Ostermorgen. Symphonisches Tongemälde – aufgef. Speyer Juli 1905 <> St. Bernhardus (Mch., Knabench., Str.-Orch., Kl., Harm.) – aufgef. Speyer Juli 1906 <> Symphonie (Heimat) a-moll – aufgef. Speyer Juli 1907 sowie Mai 1920 (Adagio) <> 2. SinfonieAdagio daraus aufgef. Speyer Jan. 1914 <> Schrift: Der Römerzug Kaiser Heinrichs III. im Jahre 1046, Phil. Diss. Rostock 1900

Quellen — Standesamtsregister Amberg und Speyer <> Adressbücher Speyer <> Studierende Musikschule München (Liste des Sophie Drinker Instituts) <> Allgemeine Zeitung (München) 17. Juli 1889; Speierer Zeitung 22. Mai 1902, 10. Juli 1903, 14. Febr. 1904, 1. Juli 1904, 2. Juli 1904, 14. Dez. 1904, 13. Juli 1905, 7. Juli 1906, 13. Juli 1907, 8. Okt. 1907, 19. Aug. 1908, 14. Juli 1909, 13. Mai 1910, 3. Juli 1910, 23. Okt. 1911, 17. Juni 1913, 28. Jan. 1914, 28. Aug. 1914, 22. März 1916, 13. Juli 1917, 20. Mai 1920; Münchner neueste Nachrichten 15.ִ Dez. 1904, 23. Aug. 1919 <> Frau Laura-Marie Graf (Stadtarchiv Amberg) und Herrn Wolfgang Knapp M. A. (Stadtarchiv Speyer) besten Dank für die freundliche Unterstützung!

Literatur — Martin Fogt, Gesang in der Lehrerbildung im Bayern des 19. Jahrhunderts, Augsburg 2009, S. 520

Abbildung: Lehrerkollegium der Lehrerbildungsanstalt Speyer am Ende des Schuljahrs 1909/1910. Vordere Reihe von links nach rechts: Valentin Hornbach (Griessingers Schwiegervater), Peter Städtler, Ludwig Eid, Albert Meckes, Philipp Kraus, Ludwig Demolet. Hintere Reihe von links nach rechts: Otto Ferber, Gustav Walle, Max Schinagl, Otto Gauly, August Schönhuber, Dr. Matthäus Griessinger, Eugen Sommer, Adam Schmülders; Stadtarchiv Speyer (167, Nr. 2)


Axel Beer

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