hoenes


Peter Eduard Hoenes (1836–1901; vgl. den Familienartikel Hoenes) eröffnete im Apr. 1859 in Trier eine Musik- und Instrumentenhandlung, der er zu Beginn des Jahres 1863 einen Musikverlag (Herstellung der Ausgaben in der Lithographischen Anstalt von C. G. Röder in Leipzig) und später eine Leihanstalt anschloss. Eine Filiale in Luxemburg-Stadt kam 1876 hinzu, die im Mai 1878 an seinen Schwager Johann Wilhelm (Guillaume) Stomps (1855–1927) überging. Bereits zum 1. Januar 1898 gab Hoenes das Geschäft und den Verlag unter Beibehaltung des Firmennamens P. Ed. Hoenes an seine Söhne Hermann (1862–1926) und Eduard (1868–1938; s. Familienartikel) weiter, wobei auch die Tochter Katharina (1860–1936) mit ihrem Ehemann Eduard Lingener (1854–1934; Heirat Eheschließung 1881) sowie Sohn Friedrich („Fritz“; 1870–1917; s. Familienartikel) beteiligt wurden; zehn Jahre später, im Juni 1908, wurde Eduard jun. alleiniger Eigentümer des Verlags, mit dem er nach Pasing bei München übersiedelte; sein Bruder Hermann eröffnete 1910 eine Musikalienhandlung in München (Böcklinstr.). Der Verlag P. Ed. Hoenes bestand bis 1938 in Pasing und ging anschließend an August Seith in München über; er konzentrierte sich von Beginn an überwiegend auf Musik für Zither in Form von Originalausgaben, Bearbeitungen (diese zumeist in unterschiedlichen Reihen) und Schulwerken sowie, als zweiten Schwerpunkt im Verlagsprogramm, auf Männerchöre; in den Jahren 1879–1895 publizierte er die Zeitschrift Zither-Signale. Während der Verlagstätigkeit in Trier kamen mehr als 1500 Titel heraus; 1890 übernahm Hoenes den Zither-Musik-Verlag von Alfred von Goutta in Wiesbaden, 1902 kam derjenige von Emil Schütz in Breslau (Produktion seit 1898) hinzu und 1904 (zumindest in Teilen) der Verlag von Heinrich vom Ende in Köln. Vermutlich vom Gedanken geleitet, dass es bei Zithervereinstreffen durchaus gemütlich zugehen sollte, erweitere Peter Eduard Hoenes sen. 1895 seine geschäftlichen Aktivitäten um ein Moselwein-Versandhaus. Im April 1885 erhielt Hoenes den Titel eines Herzoglich Bayerischen Hofmusikalienhändlers, nachdem ihm bereits 1879 die Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen worden war. Zu den Verlagsautoren der Region zählen Franz Xaver Burgstaller, Peter Dern, Eduard Hoenes jun., Andreas Kettenhofen (jun.), Friedrich Kroll, Carl Lerich, Jakob Nöroth, Joseph und Ludwig Rixner, Georg Schmitt, Wilhelm Schröder, Bernhard Seifert, Valentin Seiter, Karl Sinzig, Ludwig Strauch und Franz Waldecker.

Datierungshilfe (nach Verlagsnummern):

1–26: 1863
31–38: 1864
79: 1866
100–119: 1867
158–163: 1868
179–182: 1869
201–206: 1870
250, 252: 1872
260: 1873
280–284: 1874
319–365: 1875
393–405: 1876
425: 1877
500–505: 1878
576–593: 1879
598–631: 1880
649–698: 1881
750–773: 1883
784–793: 1884
826, 827: 1885
856: 1886
913, 914: 1887
932–937: 1888
982–1012: 1889
1056: 1890
1147–1178: 1891
1184–1214: 1892
1256–1258: 1893
1276–1286: 1894
1299: 1895
1347: 1897
1380: 1899
1396: 1900
1451–1454: 1902
1561–1563: 1906
1583, 1584: 1911 (Pasing)
1613: 1915
1618–1626: 1919
1631–1634: 1920
1646–1652: 1922
1670: 1924
1676: 1927
1694: 1936

Quellen — KB Wolfstein <> Zivilstands- und Standesamtsregister Trier <> Redaktion, Peter Eduard Hoenes (Nekrolog), in: Echo vom Gebirge. Illustriertes Fachblatt für Zitherspiel 1901, S. 55 <> Allgemeines Adressbuch für den Deutschen Buchhandel 1864, 1914 <> Verzeichniss beliebter Werke hauptsächlich für die Zither aus dem Verlage von P. Ed. Hoenes in Trier, Trier 1886; D-Mbs (digital) – dass., Aufl. 1890; D-Mbs (digital) <> Katalog des Musikalien-Verlages von P. Ed. Hoenes, Trier, Trier [1891]; D-Mbs (digital) <> MMB <> Allgemeiner Anzeiger und Kunst-, Handels- und Gewerbezeitung für den Regierungsbezirk Trier 19. Jan. 1860, 11. Nov. 1860, 25. Juni 1898 und passim; Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 17. März 1882, 15. Apr. 1885, 25. Febr. 1893, 2. Juli 1898, 27. Juni 1908, 19. Okt. 1908; Deutscher Reichs-Anzeiger 9. Mai 1884, 25. Juni 1898, 16. Mai 1895, 23. Juni 1904, 12. Sept. 1904 Münchener Neueste Nachrichten 6. Mai 1910; 5. Aug. 1926 (private Todesanzeige Hermann Hoenes) <> freundliche Mitteilungen von Frau Marlène Duhr, Esch-sur-Alzette (Luxemburg), und Herrn Franz Schenk, Göttingen (s. Zither-Geschichte)

Literatur — Art. Hoenes, Eduard, Hoenes, P. Ed. und Hoenes, Hermann, in: FiedlerL

Abbildung 1: Hoenes-Titel aus dem Jahre 1899 (Eduard Hoenes jun., Inniges Gedenken op. 22); mit freundlicher Genehmigung von Herrn Franz Schenk (Göttingen)

Abbildung 2: Hoenes-Sammeltitel aus dem Jahr 1900; D-Kbeer

Abbildung 3: Vorderfront der Musikhandlung P. Ed. Hoenes in Trier; Verzeichniss beliebter Werke […], Trier 1886 (Einbandillustration); D-Mbs


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2026/05/10 11:58
  • von ab
  • angelegt 2019/09/20 14:22