Hoenes (Familie)
(1) Peter Eduard * Wolfstein (Pfalz) 17. Apr. 1836 (nicht Kreuznach 20. März 1834) | † Trier 9. März 1901; Zitherist, Musikalienhändler und Musikverleger
(2) (Peter) Eduard * Trier 1. Jan. 1868 | † München-Pasing 3. März 1938; Sohn von (1), Zitherist, Musikalienhändler und Musikverleger
(3) Friedrich Wilhelm Carl (gen. Fritz) * Trier 18. Nov. 1870 | gefallen 17. Jan. 1917; Sohn von (1), Kaufmann
(1) Wie sein Vater ergriff Hoenes den Kaufmannsberuf; zu Beginn der 1850er Jahre hörte er in München, wo er vermutlich zumindest einen Teil seiner Lehrzeit verbrachte, „zum ersten Male die Zither spielen“, und dies mit dem Ergebnis, dass er seinen Entschluss, „unverzüglich […] das Spielen derselben zu erlernen“ (Christ, S. 61), wohl unmittelbar umsetzen konnte und (noch vor Ort) Unterricht bei Franz Xaver Burgstaller und Joseph Benedikt Treu erhielt. Im April 1859 eröffnete er in Trier eine Musik- und Instrumentenhandlung mit einem breiten Angebotsspektrum, unterhielt „ein reichhaltiges Lager der vorzüglichsten Clavier-, Zither-, Streich- und Blasinstrumente“ und offerierte der Liebhaberschaft „die gediegensten und geschmackvollsten Musikalien in Opern-, Salon-, und Etüden-Musik“ (Allgemeiner Anzeiger und Kunst-, Handels- und Gewerbezeitung für den Regierungsbezirk Trier 11. Nov. 1860). Seine privaten musikalischen Neigungen mündeten zunächst in die 1859 erfolgte Veröffentlichung einer eigenen Komposition bei Karl Ferdinand Heckel in Mannheim, bevor Hoenes zu Beginn des Jahres 1863 in Trier seine Musikalienhandlung durch einen Verlag (P. Ed. Hoenes) erweiterte, der sich vor allem auf Musik für Zither spezialisierte. Peter Eduard Hoenes schloss im Januar 1860 in Trier die Ehe mit der Metzgerstochter Katharina Ost aus Kreuznach (1838–1909); deren Schwester Susanna wurde 1878 (wobei Hoenes als Trauzeuge fungierte) ebenfalls in Trier Ehefrau des Musikalienhändlers Johann Wilhelm Stomps.
Werke — Das Versprechen hinterm Herd. Potpourri (Zith.), Mannheim: Heckel [1859]
Quellen — KB Wolfstein <> Zivilstands- und Standesamtsregister Trier <> Redaktion, Peter Eduard Hoenes (Nekrolog), in: Echo vom Gebirge. Illustriertes Fachblatt für Zitherspiel 1901, S. 55 <> J. Christ [i. e. Paul Rudigier], Darstellung der Zither in ihrem Wesen und ihrer Geschichte, Trier: Hoenes [ca. 1890], S. 61 <> s. a. den Art. P. Ed. Hoenes (Musikverlag)
(2) Wie seine Geschwister wuchs Eduard Hoenes jun. in die Welt der Zithermusik und in das damit verbundene Geschäftsleben hinein; nach anfänglichem Klavierunterricht unterwies ihn sein Vater im Spiel des „Familieninstruments“, bevor er bei Joseph Haustein in Wien seine Kenntnisse vertiefen konnte. Sein beruflicher Weg mündete indes ohne Umweg im väterlichen Verlag, dessen Leitung er zum 1. Januar 1898 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Hermann (* Trier 11. Sept. 1862 | † München 2. Aug. 1926) sowie unter Beteiligung von Schwester Katharina (* Trier 14. Nov. 1860 | † ebd. 2. Juli 1936) mit ihrem Ehemann Eduard Lingener (* Saarbrücken 7. Juli 1854 | † Trier 22. Mai 1934; Eheschließung Trier 9. Mai 1881) und dem jüngeren Bruder Fritz (3) übernahm, bevor er seit 1908 als alleiniger Eigentümer agierte und den Firmensitz nach Pasing bei München verlegte (s. Verlagsartikel). Auch als Komponist, Herausgeber und Arrangeur gestaltete er das Verlagsprogramm mit. Verheiratet war Eduard seit dem 24. Mai 1899 mit Bertha geb. Vogel, die noch als Braut die Widmung des op. 22 ihres künftigen Ehemanns erhielt.
Werke (Wenn nicht anders angegeben, für Zither – unterschiedliche Fassungen sowie Titelauflagen sind nicht in jedem Fall dokumentiert; eine Reihe von Werken erschien auch innerhalb der Anhänge von Zither-Fachblättern, was gleichfalls nicht immer vermerkt ist. Bis auf wenige Ausnahmen kamen die Werke bei Hoenes in Trier bzw. ab op. 30 in Pasing heraus) — Gedanken an F. Burgstaller op. 11 [1891] <> Zwei charakteristische Tonstücke (Abendläuten, Herzload) op. 12 [1892] – spätere Aufl. (Pasing); D-Mbs <> Schweben durch’s Leben. Salon-Walzer op. 13 [1892] – TA Pasing; D-Mbs (2 Zith.) <> Erinnerung an Nürnberg op. 14 [1892] <> Serenata op. 15 [1892] <> ’s Fensterln. Alpen-Idylle op. 16 [1894] <> Erinnerung an den ersten Ball. Walzer op. 17 [1894] – TA Pasing; D-Mbs <> Zeitlang nach’m Diandl. Alpen-Idylle op. 18 [1894] – TA Pasing; D-Mbs <> Mondnacht-Empfindung. Fantasie op. 20 [1895] – TA Pasing; D-Mbs <> Inniges Gedenken. Meditation („Meiner lieben Braut gewidmet“) op. 22 [nicht nach Mai 1899]; D-Mbs, Privatsammlung (s. Abb. im Art. P. Ed. Hoenes) – auch in: Echo vom Gebirge 1899, Beilage 5 <> Raus aus dem Haus. Marsch op. 23 [1900] – TA Pasing; D-Mbs <> Frühlingszauber. Lied ohne Worte (Peter Dern gewidmet) op. 24 [1901] – auch in: Echo vom Gebirge 1901, Beilage 4 – Bearb. für Bandoneon, ebd. [1924]; D-B, D-Mbs <> Neckereien. Walzer op. 25 [1902]; D-Mbs (Fassung f. Zither-Ens.) <> Ein Traum im Walde. Fantasie op. 26 [1902] – TA Pasing [1910]; D-Mbs <> Sängers Abschied (Mch.; „Nun muss ich von dir scheiden“) op. 27, Leipzig: Hug [ca. 1905]; D-B <> Unter der Dorflinde. Walzer op. 28 [1906] – TA Pasing; D-Mbs (Ausg. f. 2 Zith.) <> Leid und Trost op. 29 [1908]; D-B – TA Pasing [1910]; D-Mbs – Ausg. Gotha: Verlag des Verbandes Deutscher Zithervereine [1932]; D-Mbs <> Ein Sommertag. Fünf kleine Zitherstücke (Des Hirtenknaben Morgenlied, Am Waldbache, Blick in die Ferne, Abendrot, Fröhliche Heimkehr) op. 30 – Ausg. Gotha: Verlag des Verbandes Deutscher Zithervereine [1931]; D-Mbs <> Begrüßung der Gäste. Konzertstück (Zith.-Ens.) op. 31 [1915]; D-Mbs <> Ein Tag am Tegernsee (Zith.-Ens.) op. 32 [1915]; D-Mbs <> Die schwarze Maruschka. Polka op. 33 [1919]; D-Mbs <> Ein Traum im Walde. Potpourri-Fantasie (2 Git.) op. 34 [1919]; D-Mbs <> Zur Annamirl ihrer Hochzeit. Walzer op. 36 [1920]; D-Mbs <> Wienerwald-Klänge. Walzer op. 37 [1920]; D-Mbs <> Die Zigeunerin. Ungarisches Tonstück op. 37 [1920]; D-Mbs <> Nimm den Strauß. Lied ohne Worte op. 38 [1920]; D-Mbs <> Bei uns dahoam. Ländler op. 40 [1922]; D-Mbs (Zith.-Orch.) <> Chiemsee-Bilder op. 41 [1922]; D-Mbs (Zith.-Orch.) <> Bleamerln von der Martinswand op. 42 [1922]; D-Mbs (Zith.-Orch.) <> Friede auf Erden. Weihnachtsfantasie op. 43 [1922]; D-Mbs (Zith.-Orch.) – auch in: Die Zither 60 (1937) Nr. 12 (Beilage) <> Spielleut’, spielt’s auf! Walzer unter Benutzung von Original-Gebirgsmelodien (mehrere Fassungen) op. 44 [1922]; D-Mbs (Zith.-Orch.) <> Sonate op. 45, Leipzig: Domkowsky & Co. [1926]; D-B <> Mein Saitenspiel. Reihe kleinerer Stücke op. 46–48 [1935] – TA München: Seith [1950]; D-LEdnb (op. 47 u. 48), D-Mbs (op. 47 u. 48) <> Herbst. Elegie op. 49 [1935] – Ausg. München: Seith [1950]; D-Mbs <> Zwei Stimmungsbilder (Am Morgen, Am Abend) op. 50 [1935]; D-Mbs – Ausg. München: Seith [1950]; D-LEdnb, D-Mbs <> Trüber Tag op. 51 [1935] – TA München: Seith [1951]; D-LEdnb, D-Mbs <> Nymphenburg. Tonfolge in 5 Bildern op. 52 [1935] <> Würmtal-Bilder op. 54 [1935] – Ausg. Honnef: Grünwald; D-Mbs – 2. Aufl. [1978]; D-Mbs <> Zwiegesang. Ein Zitherduett op. 55 [1935] – auch in: Die Zither 59 (1935) Nr. 1 (Beilage) <> Droben in den Bergen. Ländler-Idylle op. 56 [1936]; D-B (Zith.-Ens., 2 Va., Vc., 2 Git.), D-Mbs – auch in: Die Zither 60 (1936) Nr. 4 (Beilage) – TA München: Seith [1954]; D-Mbs <> Wo’s Berglüfterl weht. Walzer nach Gebirgsmelodien op. 57, in: Die Zither 60 (1937) Nr. 1 (Beilage) <> Der ferne Klang. Eine Tonweise mit Veränderungen op. 58, in: Die Zither 60 (1937) Nr. 9 (Beilage) <> Der stille Garten. Eine Folge leicht spielbarer Zitherstücke op. 59, in: Die Zither 61 (1938) Nr. 3 (Beilage) <> Herausgaben und Bearbeitungen (Auswahl): Lieder-Album für die Zither. Eine Sammlung der beliebtesten Volks-, Vaterlands-, Soldaten-, Jäger-, Studentenlieder und Opernmelodien (Sst., Zith.), 4 Bde., Trier: Hoenes [1893/94]; D-Mbs – TA Pasing: Hoenes; D-Mbs <> Liedergarten. 40 der schönsten Lieder und Gesänge für Zither und Gesang ad libitum, 2 Bde., Pasing: Hoenes [1911]; D-Mbs (2. Aufl.; digital)
Quellen — Art. Hoenes, Eduard, in: FiedlerL <> Eduard Hoenes, Rückblick und Ausblick eines Siebzigjährigen, in: Die Zither 1938, S. 3–5 <> s. a. Art. P. Ed. Hoenes (Musikverlag)
(3) Fritz Hoenes wird wie seine Geschwister sich frühzeitig mit Zitherklängen umgeben wie im väterlichen Geschäft mitgearbeitet haben, wobei zu vermuten ist, dass er (später) vor allem für das 1895 angeschlossene Moselwein-Versandhaus zuständig war: Zum einen erfuhr die Öffentlichkeit 1913, dass er – als im Trierer Stadtteil Ehrang tätiger Kaufmann – diese Aufgabe abgeben würde, und zum anderen spricht auch die einzige Komposition, von deren Titel wir Kenntnis haben, sehr eindeutig für diese Annahme; das Lied erschien übrigens in einem vom Vater kurz zuvor übernommenen Verlag.
Werke — Das volle Fass (Sst., Kl.; „Tief in des Kellers Grunde“) op. 15, Trier: vom Ende [1904]
Quellen ((1)–(3)) — Zivilstands- und Standesamtsregister Trier <> MMB <> Herrn Franz Schenk (Göttingen) besten Dank für seine Unterstützung (s. Zither-Geschichte)
Abbildung 1: Peter Eduard Hoenes, in: FiedlerL
Abbildung 2: Eduard Hoenes jun. nach einer Photographie, in: Die Zither 1938, S. 4
Abbildung 3: Sammeltitel zu den frühen im familieneigenen Verlag erschienenen Werken von Eduard Hoenes jun.; mit freundlicher Genehmigung von Herrn Franz Schenk
Axel Beer