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HEGAR, (ERNST) FRIEDRICH * Darmstadt 8. Dez. 1816 | † Basel 1. Nov. 1888; Musikalienhändler

Hegars Vater, der Großherzoglich Darmstädtische Hofkammer-Sekretariats-Assessor (später Forst-Assessor) Philipp H., war ein Bruder Marie Julianes, die 1801 Johann Anton André heiratete. Bei diesem seinem Onkel absolvierte Friedrich Hegar eine Lehre als Notenstecher und Musikalienhändler, bevor er sich bereits 1837 in Basel niederließ, wo er nach Erlangung des Bürgerrechts (1839) eine Musikhandlung mit angeschlossenem Verlag eröffnete und sich, nicht nur auf musikalischem Sektor, auch als Lithograph betätigte. Sein Bruder (Johann Carl) August (* Darmstadt 12. Juni 1818 | † Basel 19. Okt. 1879) war ihm etwa 1845 gefolgt, etablierte sich als Sänger und übernahm 1852 das Geschäft Friedrichs, während dieser sich fortan auf den Instrumentenhandel konzentrierte und – wie bereits zuvor – privaten Musikunterricht erteilte. Friedrichs gleichnamiger Sohn (* Basel 11. Okt. 1841 | † Zürich 2. Juni 1927) erlangte, u. a. als Dirigent des Tonhalle-Orchesters in Zürich und als Komponist, überregionale Bekanntheit. Dessen Sohn Johannes Hegar (* Zürich 30. Juni 1874 | † München 25. Apr. 1929) studierte 1893–1896 am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt (Cello bei Hugo Becker, Klavier bei Gustav Trautmann und Kontrapunkt bei Iwan Knorr) und war dort in den Jahren 1899 bis 1912 selbst als Cellolehrer beschäftigt (zu seinen Schülern zählten Hermann Keiper und die Geschwister Alfred und Elsa Michaelis) wie auch als Kammermusiker in der Öffentlichkeit präsent. Seit 1912 wirkte er als Cellolehrer an der Münchner Akademie der Tonkunst. Zu weiteren Familienmitgliedern der jüngeren Generationen vgl. Baumgartner. (Franz Anton) August Hegar (* Darmstadt 8. Dez. 1822 | † Frankfurt 30. Jan. 1894), ein Cousin Friedrichs, war von 1863 bis zu seinem Tod Inhaber der Musikalienhandlung C. A. André in Frankfurt.

WerkeFrühlings-Walzer (Kl.) op. 1, Offenbach: André [1836]; CH-BEl, D-B, D-OF <> Donnerstags-Galopp (Kl.) op. 2 („den sämmlichen Mitgliedern der Donnerstags-Gesellschaft zu Offenbach a/m gewidmet“), ebd. [1836]; CH-BEl, D-OF (s. Abb.) <> Bearbeitung: Les délices de la Suisse, ou Ranz de vaches (Kuhreihen) et autres chants nationaux, chantés par Mme Stockhausen (Kl.), Basel: Huber [1837]; CH-BEl, D-Mbs, D-Rp <> Erheiterungen für Pianofortespieler, mehrere Hefte, Basel: Hegar [ab 1843]; CH-Bm

Quellen — KB Darmstadt (ref.) <> Der Erzähler (St. Gallen) 18. Aug. 1837; Intelligenzblatt für die Stadt Bern 8. Juli 1841, 14. Apr. 1844, 12. Febr. 1847, 30. Aug. 1848 und passim; Der Schweizer-Bote (Aarau) 7. Juni 1842; Neue Zürcher Zeitung 22. Nov. 1843, 31. Jan. 1853 und passim; Le Jura (Porrentruy) 5. Febr. 1852 und passim

Literatur — Art. Johannes Hegar, in: Violocellisten den Gegenwart, Hamburg 1903 (mit Foto) <> Michael Baumgartner, Art. Hegar (Fam.), in: MGG2P <> Dominique Ehrenbaum, Art. Hegar, Friedrich [1841–1927], in: Musik in Zürich. Ein Stadtführer, hrsg. von Bernhard Hangartner und David Reißfelder, Zürich 2021, S. 80–81

Abbildung: Titel zu Friedrich Hegars Donnerstags-Galopp; D-OF


Axel Beer

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  • Zuletzt geändert: 2024/02/22 14:32
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