(1) Damian (Christian Ludwig) * Trier 15. März 1809 | † Aug. 1856; Militärmusiker, Musiklehrer, Dirigent, Komponist

(2) Johann Baptist * Trier 17. Juni 1812 | † Karlsruhe 2. Febr. 1872; Musiklehrer; Bruder von (1)


(1) Damian Hamm, Sohn eines Försters, erhielt seine Ausbildung an der Dommusikschule in Trier und begegnet seit 1831 als Hautboist im dort stationierten 30. Infanterie-Regiment. Nachdem er 1838 den Dienst quittiert hatte, war er (wie auch schon zuvor nebenbei) als Musiklehrer tätig und darüber hinaus als Leiter bzw. Organisator zahlreicher Konzerte unterschiedlicher Art, sei es im Wirtshaus oder aber mit dem Theaterorchester, als dessen Dirigent er zumindest zeitweise (etwa 1841/42) fungierte. Zwischen 1845 und 1848 lebte Hamm in Köln (u. a. leitete er hier den Liederkreis), war in der Saison 1848/49 Musikdirektor des Trierer Stadttheaters und begann nicht lange danach ein ruheloses Kapellmeisterleben: 1852 war er Musikdirektor am Stadttheater in Konstanz, 1853 in gleicher Funktion in Ulm, 1854/55 in Basel und Bern, im Juni 1855 hatte Hamm ein kurzes Engagement als Orchesterleiter des Mainzer Sommertheaters, von wo er sich noch im gleichen Jahr der in Worms gastierenden Schauspielertruppe Eduard Geysers als Musikdirektor anschloss; im Bockenheim, wo Geyser das Sommertheater gepachtet hatte, starb Hamm während der Saison des Jahgres 1856. Damian Hamm war zweimal verheiratet: Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Catharina geb. Arens (1837) schloss er 1839 die Ehe mit der Bäckerstochter Agnes geb. Schlöder; dass nach deren Tod in Würzburg die Traueranzeige in der Presse die Verstorbene ausdrücklich als „Wittwe des Kapellmeisters Damian Hamm“ (Würzburger Stadt- und Landbote 10. Febr. 1862) bezeichnet, ist nachzuvollziehen: Man wollte eine Verwechslung ihrer Familie mit der des Würzburger Musikdirektors (und Kissinger Kurkapellmeisters) Johann Valentin Hamm (1811–1874) vermeiden, der übrigens – und hier greift wieder die Perspektive der mittelrheinischen Musikgeschichtsschreibung – etliche seiner Werke bei Schott in Mainz und André in Offenbach verlegen ließ. Damian Hamms Sohn Peter Anton Hamm (1833–1911) war als Musiker in Trier tätig; er leitete ab 1904 in der Nachfolge von Andreas Kettenhofen (jun.) die Trierische Liedertafel. Die Söhne Wolfgang Hamm (1839–1914) und Adolf Hamm (1840–1924) ergriffen den Schauspielerberuf.

Werke — Von den in der Trierer Presse genannten Vokal- und Instrumentalkompositionen (s. die Auflistung bei Bereths 1978, S. 102–103) sind die meisten nicht erhalten; auch von den wenigen gedruckten Werken (IX vierstimmige Gesänge (2 T, 2 B), Trier: Selbstverlag [ca. 1830]; Männer-Quartette 1. Heft (Ständchen, Frühlingsruf, Tonkünstlerlied, Jagdruf, Wünsche, Ländler), Trier: Braun [1852]) fanden sich bisher keine Exemplare. Überliefert sind: Oper Die Bergknappen (Theodor Körner), UA Trier 23. Dez. 1840 (Wiederaufnahme 1893 (Libr. Elberfeld 1893; D-B)); D-B (Partitur-Ms. sowie Chor und Gebet der Bergknappen, Trier: Kessler [1909] <> An die Poesie (Sst., Kl.- u. Vc.-Begl.); D-KA (Ms.)


(2) Damians jüngerer Bruder Johann Baptist besuchte gleichfalls die Trierer Dommusikschule, betätigte sich zunächst als Buchbinder (belegt 1834), erteilte seit spätestens 1840 in seiner Heimatstadt privaten Musikunterricht (Klavier, Gitarre, Violine, Blasinstrumente) und war 1848 bis 1866 Musiklehrer an der Bürgerschule bzw. am Realgymnasium. Gemeinsam mit Johann Baptist beteiligte er sich am Konzertleben Triers. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er als Musik- und Gesangslehrer in Karlsruhe. Aus seiner Ehe mit Margarethe geb. Müller ging Carl (Anton) Hamm (* Trier 1836 | † Karlsruhe 1894) hervor, um die Mitte der 1860er Jahre Tabak- und Zigarrenfabrikant in Trier, dann gleichfalls in Karlsruhe lebend, wo er eine Anstellung als Standesbeamter fand und nebenbei Chorsänger war.

WerkePraktischer Singlehrer für Schulen, Trier: Ney [ca. 1850]; D-TRs – 3. Aufl. Trier: Gall [1855]; D-B <> 24 vierstimmige Gesänge für höhere Schulanstalten und für die gesellschaftliche Unterhaltung, Trier: Gall [1856]; ehem. D-B


Quellen — KB und Zivilstandsregister Karlsruhe, Koblenz, Köln, Trier (St. Antonius; Militär) und Würzburg (Dom) <> Adressbücher Karlsruhe und Trier <> Kölnische Zeitung 29. Dez. 1840, 24. Juli 1846, 4. Febr. 1847, 18. Juni 1848, 25. Febr. 1893 u. ö.; Volksblatt (Trier) 27. März 1849, 15. Apr. 1849 u. ö. (weitere Hinweise auf die Trierer Presse bei Bereths); Intelligenzblatt für die Stadt Bern 5. Febr. 1855; Mainzer Anzeiger 28. Juni 1855; Würzburger Stadt- und Landbote 10. Febr. 1862 <> Almanach für Freunde der Schauspielkunst (Berlin) 1853; Deutscher Bühnen-Almanach (Berlin) 1854–1857 <> HmL

Literatur — Bereths 1978, Bereths 1983 <> TBL <> StiegerO

Abbildung: Mitglieder- und Logierliste der Geyser’schen Schauspieler-Gesellschaft, die 1855/56 in Worms engagiert war; D-WOsa (Abt. 13 Nr. 361) – Musikdirektor Damian Hamm (linke Spalte, 7. von unten) ist ebenso verzeichnet wie (in der rechten Spalte) das Gasthaus Worret („Woreth“), in dem einige Mitglieder logierten. Frau Margit Rinker-Olbrisch (Worms) herzlichen Dank für die Entdeckung.


Axel Beer

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • hamm.txt
  • Zuletzt geändert: 2026/04/09 16:05
  • von ab
  • angelegt 2018/03/23 15:11