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GEROLD, (FLORENTINE) MARIE * Frankfurt/M. 28. Juni 1856 | † ebd. 6. März 1938; Komponistin

Marie Gerold, eine Tochter des Handelsmanns Johann Friedrich Christian Gerold (1795–1867) und über ihre Mutter Pauline Sophie geb. Petsch (1820–1894, Tochter des Bankiers Heinrich Gottlieb Petsch) mit den Bankiersfamilie Goll bzw. Goll-Platzmann verwandt, dürfte in guten finanziellen Verhältnissen und im Kontakt mit höheren gesellschaftlichen Kreisen aufgewachsen sein. So ist anzunehmen, dass ihre musikalische Ausbildung durch privaten Unterricht erfolgte, worauf möglicherweise ihr Onkel (Johann) Philipp Petsch (1818–1900) Einfluss nahm. Dieser hatte neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Kaufmann dem Vorstand des Cäcilienvereins angehört (ca. 1852–1853) sowie von etwa 1860 bis 1864 dem Philharmonischen Verein vorgestanden, 1858 mit Louis Spohr korrespondiert und dem Hoch’sche Konservatorium Musikalien und Instrumente zukommen lassen. Auftritte oder eine öffentliche Präsenz Gerolds als Musikerin bzw. Komponistin ließen sich bislang nicht dokumentieren und auch die Frankfurter Adressbücher führen sie stets nur als Privatiere. Lediglich ihr Nachlass gibt Kenntnis über ihre diesbezügliche Tätigkeit. Einige ihrer Werke gab sie – in Kommission und auf eigene Kosten produziert – im Druck heraus, wobei die mitunter sehr hohe Zahl der im Nachlass überlieferten Exemplare eine gewisse Fehlkalkulation hinsichtlich der zu erwartenden Nachfrage nahelegt. Gerold verbrachte ihre letzten Lebensjahre im Lydiahaus des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbands und starb unverheiratet. Ihr Bruder Anselm (Adolph Gerhard Gustav) Gerold (1850–1945) heiratete als Kaufmann 1885 Sara Sophie Burnitz (1862–1941), der Marie ihre Maienglöckchen widmete (oder dies zumindest beabsichtigte; s. Werke) und deren Vater Rudolph Heinrich Burnitz (1827–1880) als Architekt u. a. 1855 für den Umbau des Frankfurter Stadttheaters und 1861 für die Errichtung des Saalbaus und des darin befindlichen Konzertsaals verantwortlich war. Es besteht keine Verwandtschaft mit Theodor Gerold (1866–1956), der von 1895 bis 1915 als Gesangslehrer in Frankfurt lebte, oder mit Philipp Petsch.

Werkegedruckt: Maienglöckchen (T: Georg Lang; Sst., Kl.), Frankfurt: Selbstverlag (Th. Henkel (A. Stamm) in Komm.) [1887]; D-Fafm (dort auch 2 Autographe, davon eines mit Widmung an „Fräulein Sara Burnitz“ [vor 1886] und eine transponierte Fsg.) – private Tonaufnahme (Metallophon-Platte (s. d.), Sopran: „Frl. E. Unger“, Kl.: „Herr Wachholz“) <> Bagatelle (Kl.), Offenbach: André (in Komm.) [1891]; D-Fafm <> Zwei Lieder (1. Das traurige Blümchen (T: Georg Lang), 2. Rose und Knabe (T: Marie Gerold); Sst., Kl.), [Frankfurt]: Selbstverlag [Th. Henkel (in Komm.)] [vermutl. vor 1902]; D-Fafm – private Tonaufnahme (auf derselben Platte wie Maienglöckchen, s. o.) <> Zigeunerweise (Kl.), [Frankfurt]: Selbstverlag (Firnberg in Komm.); D-Fafm (auch 3 autogr. Ms.) – dass. instrumentiert von Wilh. Gerth (Orch.-Part. und St. in Autographie), angeblich aufgef. 1913, [Frankfurt]: [verm. Selbstverlag] [vor 1909]; D-Fafm <> Frühlingslied (T: Marie Gerold; Sst., Kl.), [Frankfurt]: Selbstverlag (Firnberg in Komm.) [vor 1922]; D-Fafm <> Zwei Lieder (1. Auf eines Berges Gipfel (T: Ludwig Uhland), 2. Mai (T: Erich Jansen); Sst., Kl.), [Frankfurt]: Selbstverlag; D-Fafm (dort auch 2 Autographe von Nr. 1) – private Tonaufnahme (Alu-Pliaphon-Schallplatte (14. Apr. 1936), Tenor: Hans Eisenrieth, Kl.: Max Eisenrieth); D-Fafm <> ungedruckt (Autographe in D-Fafm, wenn nicht anders angegeben): An die Entfernten (T: Nikolaus Lenau; Sst., Kl.); verschollen <> La Cerise (T: J. Bierbaum; Sst., Kl.) <> Erica du Heideblume (T: Marie Gerold; Sst., Kl.) <> Das Mädchen und der Schmetterling (T: Rhingulf Eduard Wegener; Sst., Kl.); Ms.-Fragment <> Märchen „Einst stand im tiefen dunklen Walde“ (Sst., Kl.); verschollen <> Neig’, schöne Knospe dich zu mir (T: Friedrich von Bodenstedt; Sst., Kl.); 7 Ms. (darunter 2 in transponierter Fsg.) <> Les Saisons d’Amour. Chansonette (T: Charles-Albert Demoustier; Sst., Kl.); 4 Ms. <> Sonnenwende (Sst., Kl.) <> Des Spielmann’s Lied (Sst., Kl.) <> Wandervögel (T: Georg Lang; Sst., Kl.) <> Reconnaissance (Kl., Hrf.); verschollen <> Violinsolo; verschollen

Quellen und Referenzwerke — KB und Standesamtsregister Frankfurt <> Adressbücher Frankfurt <> Nachlass (Musikalien, Werk- bzw. Inventarliste, Tonträger) in D-Fafm <> Jahresberichte des Hoch’schen Konservatoriums (betr. Schenkungen von Philipp Petsch) 1879/80, 1887/88, 1891/92, 1899/1900 (S. 6: „Von den Erben des Herrn Commerzienrath Philipp Petsch diverse Musikalien und Instrumente“) <> Sabine Hock, Art. Burnitz, Heinrich, in: Frankfurter Personenlexikon (online) <> Korrespondenz zwischen Philipp Petsch und Louis Spohr (s. Spohr-Briefe) <> MMB


Kristina Krämer

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  • angelegt 2024/01/14 14:01