schetky

SCHETKY (Familie)

(1) Johann Christoph * Halle/S. 30. Okt. 1686 | begr. Darmstadt 4. Juni 1760; Handelsmann und Hofangestellter

(2) Ernst Gottlieb * Darmstadt 1. Jan. 1716 | † ebd. 1. Juni 1767; Sohn von (1), Kammermusikus und Hofsekretär

(3) (Johann Georg Friedrich) Christoph * Darmstadt 17. (nicht 19.) Aug. 1737 | † Edinburgh 30. Nov. 1824; Sohn von (2), Violoncellist und Komponist

(4) (Charlotte) Louise (Dorothea) get. Darmstadt 12. Apr. 1739 | begr. ebd. 9. Apr. 1765; Tochter von (2), Sängerin

(5) Ludomilla (Maria Friderica) * Darmstadt 6. Juli 1741 | † Zwingenberg 29. Jan. 1771; Tochter von (2), Sängerin

(6) (Georg) Carl (Jacob) * Darmstadt 1. Apr. 1747 | † nicht vor 1769; Sohn von (2), Flötist


(1)


Johann Christoph Schetky, Sohn eines in Halle/S. ansässigen Handelsmanns, war zunächst im selben Metier in Darmstadt tätig und erhielt um 1722 die Position eines Hofbedienten (Gewandschreiber, später Hofkassierer bzw. -controlleur). 1715 heiratete er in Darmstadt die aus Hamburg stammende Sängerin Ludomilla Maria geb. Vogel (* Hamburg 23. Mai 1694 | begr. Darmstadt 9. Nov. 1750; Tochter des Musikers Johann Henrich Vogel), die um 1718 als „Hof-Cantatrice“ engagiert wurde und als solche noch bis in die 1740er Jahre hinein, seit etwa 1735 neben ihrer Schwiegertochter Maria Elisabeth (s. (2)), tätig war. Ludomillas ältere Schwester Susanna, verheiratet mit dem Darmstädter Kammermusikus Jakob Kayser (* ca. 1662 | begr. Darmstadt 10. Febr. 1717), hatte bereits 1709 eine Anstellung als Hofsängerin erhalten.


(2)


Ernst Gottlieb Schetky, seit 1725 Schüler des Darmstädter Pädagogs, ist erstmals im August 1737 als Hofmusiker (Violinist) nachweisbar, seit Juli 1741 als Hof- und Kammermusikus und seit Februar 1743 zudem als fürstlicher Secretarius. Verheiratet war er seit 1735 mit Maria Elisabeth geb. Eberhard (get. Karlsruhe 26. Febr. 1714 | † Darmstadt 12. Jan. 1769; Tochter des Durlacher Musikers Johann Georg Eberhard), die alsbald zur „Cammer Cantatrice“ (Beerdigungseintrag) ernannt wurde; als solche trat sie gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter auf. 1761 unternahm Schetky mit dreien seiner Kinder ((3)–(5)) eine offenbar erfolgreiche Konzertreise nach Hamburg; nicht lange nach seiner Rückkunft führten schon länger schwelende Rangstreitigkeiten innerhalb der Hofkapelle 1763 zu seinem Entlassungsgesuch, das jedoch nicht zur Wirkung kam.


(3)


Christoph Schetky, Kompositionsschüler von Johann Samuel Endler, wurde im Januar 1755 als Akzessist und 1762 als Kammermusikus (Cellist) der Darmstädter Hofkapelle angestellt. Im Anschluss an eine mit seinem Bruder Carl (6) unternommene Konzertreise (1768/69) ging er 1770 nach London und von dort aus 1772 nach Edinburgh, wo er als Cellist der Musical Society und als Musiklehrer tätig war. Sein Sohn John George (* Edinburgh 1. Juni (nicht Jan.) 1776 | † Philadelphia 11. Dez. 1831) wanderte mit Alexander Reinagle, dem Bruder seiner Mutter, 1787 nach Philadelphia aus; später arbeitete er dort als Cellist, Komponist und Verleger. Das in den Lexika (MGG, Grove) erwähnte Jurastudium Christoph Schetkys geht auf eine Verwechslung zurück, auf die bereits Elisabeth Noack hinwies (S. 239/40), wobei ihr allerdings weitere Irrtümer unterliefen: Dem Taufeintrag zufolge lauteten die Vornamen des (hier diskutierten) Cellisten tatsächlich vollständig Johann Georg Friedrich Christoph; der Onkel, dem Noack diese Vornamen und das Geburtsdatum 13. Apr. 1734 (an diesem Tag wurde der am 11. Apr. geborene Onkel Johann Georg Schetky getauft) zuweist, war aber nicht der Jenaer Jurastudent, sondern der am 13. März 1732 (gleichfalls als Sohn Johann Christophs (1)) geborene Christoph Friedrich Schetky, der sich im Sommersemester 1749 immatrikulierte.

Werke — Drucke (seit 1773 in London bzw. Edinburgh erschienen) und Manuskripte s. RISM

Abbildung: Christoph Schetky, Six Trios op. 1, London: Bremner [1773]; D-BABHkrämer, s. RISM S 1488


(4)


Louise Schetky sang bereits 1751 als Zwölfjährige bei Hof und erhielt zwei Jahre später eine feste Anstellung als Sopranistin. 1759 heiratete sie den Kammerdiener Martin Gottlieb Kemke, blieb aber bis kurz vor ihrem Tod als Sängerin aktiv.

(5)


Ludomilla Schetky wurde 1759 als Altistin Mitglied der Darmstädter Hofkapelle. Nach ihrer Eheschließung mit Ludwig von Buri (1768) trat sie nicht mehr öffentlich auf; sie starb im Kindbett.


(6)


Carl Schetky, seit März 1767 als Akzessist (Flötist) der Darmstädter Hofkapelle besoldet, unternahm 1768/69 mit seinem Bruder Christoph (3) eine Konzertreise mit Stationen in Hamburg, Lübeck und Ludwigslust. Weitere Nachrichten fehlen.

Werke — (lt. Noack, S. 264) Trio (Fl., Vl., Bass), 1765; D-DS (Manuskript)


Quellen — KB Darmstadt, Karlsruhe und Zwingenberg <> [aufgrund von Mitteilungen von Buris] X.Y., Christoph Schetky der Violoncellist, in: AmZ 16. Okt. 1799, Sp. [33]–37; 30. Okt. 1799, Sp. [81]–87 <> Die Matrikel der Universität Jena, Bd. 3, hrsg. von Otto Köhler, München etc. 1992, S. 546

Literatur — Noack 1967 <> Joanna Cobb Biermann, Die Darmstädter Hofkapelle unter Christoph Graupner 1709–1760, in: Christoph Graupner. Hofkapellmeister in Darmstadt 1709–1760, hrsg. von Oswald Bill, Mainz 1987 (BzmM 28), S. 27–72 <> Art. Schetky, Ludmilla, in: Kutsch/Riemens 2003 (mit fehlerhaften Angaben zur Familie) <> Michael Kassler, Music Entries at Stationers’ Hall 1710–1818, Aldershot 2004 <> Schriftleitung, Art. Schetky, in: MGG2P (dort weitere Literaturangaben) <> Oswald Bill, Schetky, Familie, in: Stadtlexikon Darmstadt (online)


Axel Beer und Gudula Schütz

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
  • schetky.txt
  • Zuletzt geändert: 2021/02/26 22:35
  • von ab