onimus

ONIMUS (Familie)

(1) Johann get. Ettenheimmünster (Baden) 12. Sept. 1689 | † Mainz 22. Okt. 1759; Orgelbauer

(2) Joseph Anton get. Ettenheimmünster (Baden) 10. Nov. 1715 | † Mainz 5. Juni 1781; Neffe von (1), Orgelbauer


(1) Johann Onimus (auch „Onymus“) wurde am 10. Juni 1711 Mainzer Bürger und arbeitete – ungewöhnlicherweise ohne Bestallung durch das Mainzer Domkapitel – als selbständiger Orgelbauer. Von ihm sind sechs Orgelneubauten nachgewiesen; erhalten ist nur das zweimanualige Instrument in der Basilika minor St. Maria, St. Petrus und Paulus des Klosters Ilbenstadt (1733–1735), das bei Umbauten 1930 durch Julius Hembs und 1970 durch Gebrüder Hillebrand Orgelbau stark verändert wurde; außerdem erhalten sind die Prospekte der Orgeln in Bauschheim (einmanualig auf 4’-Basis, 1732) und in der Justinuskirche in Höchst von 1736–1740 (ursprünglich II/P/30). Sein Instrument für die Kirche in Mainz-Laubenheim von 1742 war bereits 1790 reparaturbedürftig und wurde 1794 zerstört, die einmanualige Orgel in Ginsheim (1746, I/P/15) im Jahr 1944. Die Orgel in Hattersheim (1757, I/P/13) wurde 1914 abgetragen. Johann Onimus renovierte und reparierte darüber hinaus die Mainzer Orgeln in St. Rochus (1728), St. Emmeran (1729), St. Quintin (1731) und St. Ignaz (1731–1759) sowie die Orgel der evangelischen Kirche in Mommenheim (1742/1743).

(2) Joseph Anton Onimus übernahm die Werkstatt seines Onkels im Jahr 1760. Bei beiden erhaltenen Orgeln aus seiner Werkstatt in Rheinhessen ist noch ein Großteil der Pfeifen original erhalten; der Spieltisch der Orgel in Friesenheim wurde von Förster & Nicolaus nach dem Vorbild des leeren Gehäuses in St. Urban Gau-Heppenheim, das ebenfalls aus Onimus’ Werkstatt (um 1760) stammt, rekonstruiert. Um diese Zeit baute Onimus auch eine Orgel für die evangelische Kirche in Dalheim, deren Gehäuse erhalten geblieben ist; gleiches gilt für eine Orgel für St. Pankratius Mainz-Hechtsheim (1766). Sein ursprünglich einmanualiges Instrument für St. Laurentius Mainz-Ebersheim (1770) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg um ein Hinterwerk und ein zweites Manual erweitert. Außerdem lieferte er 1772 eine Orgel für Kaub (I/P/10), 1775 für Biebesheim am Rhein und 1777 für Oberhöchstadt (I/P/12) sowie für die Mainzer Hospitalkirche Zum Heiligen Geist (I/6). Sein 1781 begonnenes Instrument für St. Ignaz in Mainz wurde 1836 durch ein Instrument von Bernhard Dreymann ersetzt. Joseph Anton Onimus verunglückte tödlich während des Baus der Orgel für St. Ignaz bei einem Sturz in seinem Haus. Die Werkstatt der Familie Onimus wurde nach dem Tod Joseph Antons durch Johann Adam Flügel, einem Gesellen Philipp Ernst Wegmanns, übernommen.

Werk — 1763 St. Walburga Friesenheim (I/P/11), 1993 von Förster & Nicolaus restauriert; etwa 1763 St. Peter Weinolsheim (I/P/10)

Quellen — KB Ettenheimmünster, Mainz

Literatur — Franz Bösken, Die Onimus-Orgel in der Pfarrkirche [in Friesenheim], in: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des katholischen Kirchenchors Cäcilia Friesenheim, Friesenheim 1957, S. 10–12 <> Balz 1969 <> Bösken 1975 <> Achim Seip, Die Mainzer Orgelbauwerkstatt Onimus, in: Ars Organi 43 (1995), S. 145–154 <> Achim Seip, Alte und neue Orgeln im Bistum Mainz, Mainz 2003 <> Christian Binz, Die Johann-Onimus-Orgel der St. Justinuskirche zu Frankfurt am Main – Höchst, in: Ars Organi 60 (2012), S. 170–172

Abbildung: Orgel von Johann Onimus im Kloster Ilbenstadt; Aufnahme: D-MZmi, Sammlung Gottron


Birger Petersen

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  • Zuletzt geändert: 2019/12/12 15:28
  • von kk