bechstein

BECHSTEIN (Familie)

(1) Friedrich * Hofgeismar 26. Mai 1801 | † Rotenburg/Fulda 11. Jan. 1855; Orgelbauer

(2) Heinrich Wilhelm * Rotenburg/Fulda 30. Mai 1841 | † Groß-Umstadt 27. Nov. 1912, Sohn von (1); Orgelbauer

(3) Johannes Hermann Heinrich * Groß-Umstadt 15. Okt. 1875 | † ebd. 14. März 1943, Sohn von (2); Orgelbauer


(1) Friedrich Bechsteins Lehrwerkstatt ist unbekannt. Er war Orgelbaugehilfe bei Johannes Vogt (1774–1833) in Rotenburg, ehelichte 1830 dessen Tochter Anna Maria, wurde Werkmeister und 1833 schließlich Werkstattnachfolger. Bis 1852 entstanden 21 neue Orgeln (u. a. 1834 Beiseförth, 1837 Mecklar, 1841 Dagobertshausen, 1840 Landefeld, 1843 Erkshausen, 1845 Nausis, 1849 Niedersellenbach).

(2) Da Heinrich Wilhelm 1855 beim Tode seines Vaters noch nicht 14 Jahre alt war, übernahm Valentin Möller (1811–1887) die Werkstatt in Rotenburg. Heinrich lernte in der heimischen Werkstatt, arbeitete dann von 1867 bis 1872 bei Förster in Lich und machte sich anschließend in Groß-Umstadt selbständig. In seinem florierenden Betrieb entstanden zahlreiche ein- bis zweimanualige Orgeln (Kegelladen, bis 1906 mechanisch, dann pneumatisch gesteuert) im Bereich Odenwald-Rheinhessen-Taunus. Etwa 50 sind bekannt, darunter Umbauten älterer Orgeln mit rigorosen Eingriffen. Werke u. a. 1880 Langstadt II/17, 1884 Groß-Umstadt II/21, 1887 Reichelsheim II/17, 1892 Nieder-Eschbach II/15, 1900 Darmstadt-Arheilgen II/17, 1903 Nieder-Saulheim (Umbau), 1906 Rüsselsheim II/16, 1912 Frankfurt-Griesheim II/18.

(3) Johannes Hermann Heinrich übernahm 1912 den Betrieb. Neubauten entstanden danach nicht mehr, der Weltkrieg und seine Folgen zwangen den Betrieb zur Reduktion auf den Aus- und Einbau von Prospektpfeifen, Reparaturen und Stimmungen. Um 1920 zog er nach Lich, vertrat gelegentlich andere Firmen (z. B. Link in Giengen) und ließ sein Geschäft langsam auslaufen.


LiteraturOdenwald-Bote Nr. 85, 23. Okt. 1909 <> Balz 1969 <> Eckhard Trinkaus, Orgeln und Orgelbauer im früheren Kreis Ziegenhain (Hessen), Marburg 1981 <> Fischer/Wohnhaas 1994


Hermann Fischer

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  • Zuletzt geändert: 2019/12/12 15:28
  • von kk