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SENFF, RICHARD (WALTER) * Morl bei Halle/S. 8. Mai 1858 | † Düsseldorf 22. Febr. 1932; Violinist, Chorleiter, Komponist

Als Violinist erhielt der Kaufmannssohn Richard Senff Unterricht von Joseph Joachim an der Hochschule für Musik in Berlin; anschließend machte er sich als Dirigent mehrerer Chorvereinigungen einen Namen. Im September 1888 übernahm er von Willem de Haan die Leitung des Darmstädter Mozartvereins und wenig später die des Instrumentalvereins; außerdem war er Mitglied des 1899 gegründeten Darmstädter Streichquartetts und fungierte etliche Male als Preisrichter bei regionalen Gesangswettbewerben. 1905 verlegte er seinen Wohnsitz nach Düsseldorf, wo er als Sänger, Chorleiter (als solcher auch in Barmen, Krefeld und Solingen) und Gesangspädagoge tätig war. Senffs Ehefrau Anna (* 1866; Heirat 1892) war Tochter des Großherzoglichen Hofsängers Johann Heinrich Adam Bögel (1835–1911) in Darmstadt; seine Tochter und Schülerin Emilie Rosa Wilhelmine („Emmi“, verh. Thieß; * Darmstadt 9. Apr. 1893 | † Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) 16. Nov. 1986) debütierte als Sängerin 1917 in Düsseldorf und gehörte seit 1928 dem Stadttheater in Chemnitz an.

WerkeZwei Fantasie-Stücke (Vl., Kl.) op. 1, Berlin: Paez [1883]; D-B, GB-Lbl <> Lieder und Männerchöre op. 2–6, ebd. [1883–1885]; D-B, GB-Lbl <> Lieder (Sst., Kl.) op. 7 u. 8, Berlin: Wehde [1888, 1891] <> Wanderlieder (Mch.) op. 9, Berlin: Paez [1885]; D-B, GB-Lbl <> Spielmannslied (Mch.) op. 10, ebd. [1887]; D-B, GB-Lbl <> Nachtreise (Mch.) op. 11, Frankfurt: Steyl & Thomas [1888]; D-COl, D-Mbs – nach 1905 an Germann in Regensburg <> Festgesang (Mch.) op. 12, Darmstadt: Thies [1891]; ehem. D-B, ehem. D-DS <> Zwei Lieder im Volkston (Mch.) op. 13, Berlin: Wehde [1890] – 1905 an Rühle & Wendling in Leipzig; D-B <> Drei heitere Männerchöre op. 15, Potsdam: Cranz [1888]; D-B <> Nie allein (Mch.) op. 17, Magdeburg: Heinrichshofen [1899]; D-B <> Morgenlied im Walde (Mch.) op. 18, ebd. [1902]; ehem. D-B – 1903 auch bei Ebling in Mainz; D-B <> Das Gewitter (Mch.) op. 19, Mainz: Ebling [nicht vor 1903] <> Schön Rohtraut (gem. Ch.) o. op., ebd. [1906]; D-B <> Psalm 43 (gem. Ch.) o. op., ebd. [1910]; D-B <> Morgenfeier (Mch.) o. op., ebd. [1916] <> Weitere Werke (darunter Gesang der Geister über den Wassern (gem. Chor), aufgef. Darmstadt 1891) blieben ungedruckt und sind verschollen.

Quellen — Standesamtsregister Darmstadt und Düsseldorf <> Adressbücher Darmstadt <> Berliner Musikzeitung 22. März 1883; Die Lyra (Wien) 1. Nov. 1885, 1. Dez. 1896; Musikalisches Wochenblatt 6. Dez. 1888, 18. Juli 1907; Darmstädter Zeitung 6. Nov. 1888, 3. Juli 1894 und passim; NZfM 3. Sept. 1890, 30. Dez. 1891, 10. Febr. 1892; Wiesbadener General-Anzeiger 14. Juni 1903, 17. Juni 1903, 4. Juni 1904; Signale für die musikalische Welt 30. Juni 1915 <> MMB, Pazdírek

Literatur — Philipp Schweitzer, Kammermusik in Darmstadt, in: MittAGm 41, 1980, S. 5–16, hier: S. 12 <> Ursula Kramer, Ausgebrannt und abgerissen. Auf den Spuren einer verlorenen musikalischen Festkultur der Darmstädter Bürgerschaft im 19. Jahrhundert (Casino-Bau, Saalbau, Festhalle), in: MittAGm 91, 2021, S. 4–59 <> MüllerDML; Kutsch/Riemens


Axel Beer

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