sebald

SEBALD (Familie)

(1) Eduard * Plattling 12. Okt. 1905 | † Trier 20. Jan. 1952; Orgelbauer

(2) Rolf * 1927 | † Trier 1972; Sohn von (1), Orgelbauer


Eduard Sebald (1) erlernte sein Handwerk bei Ignaz Weise in Plattling und Paul Faust in Schwelm und gründete nach seiner Meisterprüfung am 1. Okt. 1936 in Trier gemeinsam mit dem Klavierbauer Max Brandt unter dem Namen Sebald & Brandt ein Unternehmen für Orgel- und Klavierbau. 1945 übernahm Sebald die Werkstatt Eduard Sebald Trier, Orgelbau-Anstalt als alleiniger Inhaber. Nach seinem frühen Tod führte sein unehelicher Sohn Rolf (2) gemeinsam mit der Witwe Maria Sebald geb. Hütter (1908–1992) den Betrieb weiter, der 1972 von Rolf Sebalds Mitarbeiter und Schwiegersohn Rudolf →Oehms übernommen wurde und zuletzt unter dem Namen Orgelbau Trier firmierte.
Die Instrumente der Firma Sebald & Brandt weisen noch pneumatische Kegelladen auf, allerdings auch schon die für die Orgelbewegung charakteristischen Zungen- und Aliquotregister. Nach dem Zweiten Weltkrieg disponierte die Firma vor allem zweimanualige Instrumente mit elektropneumatisch gesteuerten Kegelladen; auffällig ist zudem die Vielzahl der verbauten Transmissionen und Extensionen. Die insgesamt 172 Neubauten entstanden vor allem für die Regionen Saar, Eifel und Hunsrück, drei Orgeln wurden in Argentinien aufgebaut; für Renovierungen und Reparaturen wurde die Firma vor allem in der Diözese Trier herangezogen.

Erhaltene Werke (Auswahl) — 1936 Büdlich, St. Agatha (II/P/12); 2013 durch Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar restauriert <> 1936 Neunkirchen (Nahe), St. Martin (II/P/27); 2012 Erneuerung des Spieltischs und der Elektronik durch Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar <> 1937 Neidenbach, St. Petrus (II/P/19); 2002 renoviert von Orgelbau Thomas Erz <> 1938 Müden (Mosel), St. Stephanus (II/P/18) <> 1938 Grimburg, St. Medardus (II/P/7) <> 1939 Neidenbach, St. Petrus (II/P/19); 2002 renoviert von Orgelbau Thomas Erz <> 1940 Reil, Mariä Heimsuchung (III/P/27) in und vor allem hinter einem anonymen barocken Gehäuse <> 1940 Mehring (Mosel), St. Medardus (II/P/20) <> 1940 Kelberg, St. Vinzenz und Nikolaus ((II/P/16), 1961 ersetzt durch einen eigenen Neubau (II/P/20), 1972 von Oehms umgebaut und zu II/P/23 erweitert <> 1941 Dockweiler, St. Laurentius (II/P/15) <> 1948 Binsfeld (Eifel), St. Georg (II/P/17) unter Verwendung einer Orgel von Klais (Köln) aus dem Saarland <> 1948 Wintrich, St. Stephanus (II/P/21) <> 1949 Wawern (Saar), St. Sebastian (II/P/7); die Orgel wurde als Teilausbau errichtet und ist nach wie vor unvollendet: Sie ist eigentlich disponiert als II/P/13. Das Oberwerk wurde nie ausgeführt. <> 1949 Nittel, St. Martin (II/P/18) <> 1950 Wincheringen, St. Petrus (II/P/23) <> 1950 Trier-Kürenz, St. Bonifatius (II/P/18) unter Verwendung von acht Registern einer Interims-Orgel von Klais <> 1951 Gusenburg, Erscheinung des Herrn (II/P/15) mit nur teilweise besetzten Pfeifenstöcken <> 1951 Geislautern, Mariä Himmelfahrt (II/P/28) unter Verwendung der Vorgängerorgel (Register sowie die Windlade des Hauptwerks) von Heinrich Wilhelm Breidenfeld, die 1874 ursprünglich für das Kloster Fraulautern errichtet wurde und seit 1926 in Geislautern stand. Sebald errichtete seine Orgel als Teilausbau; sie ist nach wie vor unvollendet und eigentlich disponiert als III/P/35. <> 1953 Bremm, St. Laurentius (II/P/12); 1996 von Hubert Fasen generalüberholt <> 1953 Niederburg, St. Stephanus (II/P/12) <> 1954 Trier, Pädagogische Hochschule (II/P/5), 1969 erweitert auf II/P/12; 1977 transloziert in die Justizvollzugsanstalt Trier <> 1954 Trier, Bischöfliches Konvikt (II/P/11), 2001 transloziert nach St. Leonhard in Weinsfeld bei Prüm <> 1954 Großlittgen, St. Martin (II/P/16) <> 1954 Ayl, St. Bartholomäus (II/P/14) <> 1954 Trier, Mutterhaus der Borromäerinnen (II/P/23), 1968 in ein neues Gehäuse nach Trier-Olewig, St. Anna transloziert; 2011 erweitert durch Orgelbau Fasen <> 1955 Trier-Biewer, St. Jakobus (II/P/25); 2004 überholt und um einen Zimbelstern ergänzt von Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar <> 1955 Buch (Hunsrück), St. Nikolaus (III/P/25) <> 1956 Irsch (bei Saarburg), St. Gervasius und Protasius (II/P/15) <> 1956 Trier, Jesuitenkirche zur Hl. Dreifaltigkeit (ehem. Minoritenkirche) (II/P/24), 1992 von Oehms transloziert nach Rittersdorf (Eifel), St. Martin, und erweitert zu II/P/25 <> 1957 Trier, Herz Jesu (III/P/35); 1993 restauriert von Vleugels (Hardheim), 2010 Umbau durch Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar <> 1957 Prüm, Haus der Kultur (ehem. Bischöfliches Konvikt) (II/P/13); 2000 Renovierung und Umbau durch Hubert Fasen, Oberbettingen <> 1957 Alflen, St. Johannes der Täufer (II/P/15) im barocken Gehäuse von 1745, vermutlich von Theodor Claus <> 1957 Badem, St. Eligius (II/P/15) <> 1957 Trier, St. Ambrosius (III/P/30), 1971 Umbau und Umstellung auf Schleifladen <> 1957 Gransdorf, St. Marien (II/P/16) <> 1958 Kesten, St. Georg (II/P/12) <> 1958 Messerich, St. Martin (II/P/14) <> 1959 (Saarwellingen-) Schwarzenholz, St. Bartholomäus (III/P/29); in den 1960er Jahren Umbau mit Versetzung des Rückpositivs <> 1959 Oberemmel, St. Pius (II/P/11); 1970 Umsetzung nach Wittlich-Bombogen, Mariä Himmelfahrt in ein neues Gehäuse <> 1959 Riol, St. Martin (II/P/13); 1988 Umbau und Neuerrichtung eines barockisierenden Prospekts durch Orgelbau Mayer, Heusweiler, 2010 Nachintonation durch Hubert Fasen <> 1960 Mendig-Obermendig, St. Genovefa [sic] (II/P/22); 1979 Umbau und Umgestaltung des Prospekts von Sebald/Oehms <> 1960 Pelm, St. Willibrord (II/P/12) <> 1960 Pluwig, St. Johannes der Täufer (II/P/16), 1975 transloziert nach Alsdorf (Eifel), St. Peter, und 2010 auf II/P/22 erweitert <> 1960 Rockeskyll, St. Bartholomäus (I/P/11) <> 1960 Schöndorf (an der Ruwer), St. Andreas (II/P/19); 2015 renoviert von Orgelbau Thomas Erz <> 1961 Göttelborn, St. Josef (II/P/22) <> Briedel, St. Martin (II/P/20) im Gehäuse von Stumm <> 1961 Kasel (bei Trier), St. Nikolaus (II/P/17) <> 1961 Waxweiler, St. Johannes der Täufer (II/P/16) <> Erden, St. Anna (II/P/15) <> 1962 Sulzbach (Saar)/Neuweiler, St. Hildegard (II/P/24) <> 1962 Großkampenberg, St. Hubertus (II/P/21) <> 1962 Hausen (Mayen), St. Silvester (II/P/12) <> 1963 Trier, St. Irminen (II/P/20); 2000 Ergänzung zu II/P/21 durch Hugo Mayer (Heusweiler) <> 1964 Bitburg, St. Peter (III/P/31); 1997 von Hubert Fasen generalüberholt <> 1964 Oberthal/Gronig, St. Donatus (II/P/22); 2005 Umbau durch Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar <> 1964 Bescheid (Hunsrück), Heilige Dreifaltigkeit (II/P/8) <> 1964 Heimbach (Nahe), Schutzengelkirche (II/P/16) <> 1965 Palzem-Helfant, St. Bartholomäus (II/P/14) <> 1967 Hönningen/Ahr, St. Kunibert ((II/P/13) <> 1967 Taben-Roth, St. Quiriacus (ehem. Benediktiner-Propsteikirche) (II/P/12), 2016 renoviert von Hugo Mayer (Heusweiler) <> 1967 Trier-Feyen, St. Valerius (II/P/24); 2001 renoviert von Orgelbau Thomas Erz <> 1969 Kirchberg (Hunsrück), St. Michael (II/P/16) im historischen Gehäuse von Roman Benedikt Nollet (1754); 2016 Umbau und Erweiterung auf III/P/20 durch Thomas Gaida, Wemmetsweiler/Saar <> 1971 Ulmen (Eifel), St. Matthias (II/P/19) <> 1972 Losheim-Rimlingen, Heilig Kreuz (II/P/13)

Literatur — Matthias Thömmes, Die Kunst der Orgelbauer, in: Heimatjahrbuch Vulkaneifel 1988 (1989), S. 251–254 <> Hermann Fischer, 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister, Lauffen 1991 <> Fischer/Wohnhaas 1994 <> Uwe Pape, Orgelbauwerkstätten und Orgelbauer in Deutschland von 1945 bis 1995, Berlin 1995; Bösken/Fischer/Thömmes 2005

Abbildung: Sebald-Orgel in St. Bartholomäus (Ayl); Fotografie von Peter Brosius mit freundlicher Erlaubnis der Kath. Kirchengemeinde St. Bartholomäus Ayl


Birger Petersen

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  • Zuletzt geändert: 2021/03/24 14:27
  • von kk