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RÖSEL, (HEINRICH) RICHARD * Weida 24. Juli 1829 | † Wiesbaden 8. Apr. 1906; Hornist und Zitherist

Richard Rösel gehörte einer im östlichen Thüringen weit verzweigten Musikerfamilie an – Vater Christian Heinrich (1801–1869), im Hauptberuf Zeugmacher, war kurz nach der Geburt Richards (als Taufpate fungierte der „verordnete Cantor“ Carl Traugott Rösel in Berga an der Elster) von Weida nach Triptis gezogen, um das Amt des Stadtmusikers zu übernehmen; er stammte aus dem benachbarten Münchenbernsdorf, wo 1859 sein Großneffe, der spätere Weimarer Konzertmeister Rudolph Arthur Rösel († 1934) geboren wurde – Taufpate war Richard Rösel aus dem fernen Wiesbaden, der sich 1853 dort als Musiker niedergelassen hatte und zwecks geplanter Eheschließung auf Antrag das Bürgerrecht erhielt. In den Jahren 1860–1887 ist er als Mitglied des Theaterorchesters (Hornist) nachgewiesen, und nebenbei bot er seine privaten Dienste als Zitherlehrer an – bereits seit 1860 hatte Rösel bei André in Offenbach Werke für das seit Mitte der 1850er Jahre in Wiesbaden zunehmend beliebte Instrument erscheinen lassen, und 1894 hielt er bei einer Veranstaltung des Wiesbadener Rhein- und Taunusklubs einen Vortrag, dessen Titel Wanderungen in Tyrol des Rätsels Lösung offeriert: Er hatte bei „vielfache[n] Reisen eine gründliche Kenntniß der Alpenwelt“ erlangt (Wiesbadener Tagblatt 4. Nov. 1894), und dass dies insbesondere die Musik einschloss, braucht nicht zu überraschen. Verheiratet war Rösel mit der Wiesbadener Werkmeisterstochter Katharina („Kathinka“) Margarethe geb. Seibert; beider Tochter Maria (Sophia Anna; 1861–1940) war die Mutter von Hans Petsch, Richard Rösel mithin dessen Großvater.

Werke6 Volkslieder (Sst., Zith./2 Zith.), Offenbach: André [1860] <> Melodienkranz. Potpourri (Zith.), ebd. [1860]; D-OF <> Melodienbuch für Zither. Sammlung von ausgewählten Volks-, Opern- und Tanz-Melodien, 2 Hefte, ebd. [1861]; D-OF (Heft 1) <> Erinnerung an Tyrol (Zith.), Heidelberg: Hässner [1869]; D-B

Quellen — KB Münchenbernsdorf, Triptis und Weida; Zivilstands- und Standesamtsregister Wiesbaden <> Personalakte; D-WIhha (Best. 428, Nr. 3325) <> Wiesbadener Tagblatt 30. Apr. 1853, 29. Aug. 1859, 8. Apr. 1861, 4. Nov. 1894; Wiesbadener Bade-Blatt 13. Juni 1868; Wiesbadener General-Anzeiger 10. Apr. 1906

Abbildung: Inserat im Wiesbadener Bade-Blatt 13. Juni 1868


Axel Beer

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