Heinrich Pauli
PAULI, HEINRICH (CASPAR ALOYSIUS ANNA MARIA) * Münster/Westf. 23. Dez. 1865 | † nicht vor 1909; Organist und Komponist
Heinrich Pauli, Sohn eines Schuhmachers, erhielt seine Ausbildung als Kirchenmusiker an der Kirchenmusikschule in Regensburg und fand seine erste Anstellung als Organist an der Stadtkirche St. Dionysius in Rheine. 1892 trat er in der Nachfolge des zurückgetretenen Johann Baptist Barthel das Amt des Domorganisten in Trier an; zu seinen Aufgaben zählte auch der Gesangsunterricht der Domsingknaben, unter denen Franz →Altmeier war. Zudem war er Vorsitzender des Trierer Diözesancäcilienvereins. Im Dezember 1903 wurde ihm vom Domkapitel, nachdem er bereits ein Jahr zuvor um Entbindung von seinen musikalischen Verpflichtungen gebeten hatte, gekündigt. Er erteilte seitdem in Trier privaten Musikunterricht und ließ sich (Bereths zufolge) 1909 in Elberfeld nieder; über seinen weiteren Lebensweg ist vorläufig nichts bekannt. Das Amt des Trierer Domorganisten ging 1904 auf Jodoc Kehrer über.
Werke — 6 Fest-Postludien für die Orgel. Zum Gebrauch beim Gottesdienste, Trier: Paulinus-Druckerei 1894; D-Mbs, D-TRb <> 25 Versetten in den gebräuchlichsten Tonarten op. 4, Düsseldorf: Schwann [1894] <> Fantasie für die Orgel op. 5, Leipzig: Junne [1896]; D-B <> Kurze Vor- und Zwischenspiele über Choralmotive für die Orgel, Trier: Grach 1904; D-B <> Das praktische Orgelspiel und die Behandlung der Orgel. Wegweiser für den katholischen Organisten, Trier: Paulinus-Druckerei 1893; D-B <> Herausgabe: Der Organist. Organ des Allgemeinen Organisten-Vereins, Düsseldorf: Schwann 1895–1904 (seit 1895 gemeinsam mit Johann Rodenkirchen, Domorganist in Köln)
Quellen — KB Münster (St. Lamberti) <> Adressbücher Trier <> MMB
Literatur — Bereths 1974 <> Frank/Altmann 1927
Axel Beer